… Cogito ergo sum …

Es gibt ein paar (zugegebenermaßen wenige) Dinge, die ich an euch Menschen mag. Die mich faszinieren. Eines davon ist die ungezwungene Art innerhalb eurer Gattung Zuneigung nicht nur zwangsläufig dem jeweiligen geschlechtlichen Gegenpart zu zeigen. Das Prinzip von Ying und Yang funktioniert ebenso gut, wenn Ying Yang gleich(geschlechtlich) gestellt ist. Was über Jahrhunderte zwar eher im privaten Bereich schon zum Alltag gehörte, ist im (vom Mensch so bezeichneten) postmodernen Zeitalter mehr und mehr in der sprichwörtlichen ‚Mitte der Gesellschaft‘ angekommen. Zumindest in der Region, die ich als mein zweites Zuhause hier auf der Erde definieren würde. Doch ab und an verfallen einzelne Exemplare der Gattung Mensch wieder in längst vergessen geglaubte Schemata zurück, wie das aktuelle Beispiel eines ehemaligen (irgendwann einmal populären) deutschen Politikers zeigt.

Lassen wir mal seine Aussagen zum Thema Ehe (dessen Definition er anscheinend einem literarischen Werk entnommen hat, das schon einige Jahrzehnte, vielleicht sogar Jahrhunderte?, auf dem Buckel hat) und Familie (denen durchaus einige positive Aspekte ab zu gewinnen sind) beiseite. Wenden wir uns viel eher einem nur im Nebensatz formulierten Gedanken zu: Das vom Bundesverfassungsgericht Mitte 2013 verabschiedete Urteil, das Ehegattensplitting auch auf gleichgeschlechtliche Partnerschaften auszudehnen, sei Ausdruck einer

„hastenden gerichtlichen Assimilation an die launische Wechselhaftigkeit dessen, was gerade ‚in‘ ist.“

Cogito ergo sum behauptete einer eurer großen menschlichen Philosophen. Manchmal lässt sich daran durchaus zweifeln. Selbst wenn es nur einen kurzen Augenblick lang geschieht, wie im Moment der Formulierung des obigen Halbsatzes.

Sezieren wir die Worte, unterstellt dieser ehemalige (irgendwann einmal populäre) deutsche Politiker zweierlei. Zum einen degradiert er das oberste deutsche judikative Verfassungsorgan zu einer Art Media Control Charts. Einer Trendinstitution, die sich dem gerade hippen (zumindest geglaubten) Mainstream innerhalb der Gesellschaft anbiedert, um nicht deren Unmut zu regen und im ‚Coolness‘-Faktor einige Plätze nach unten zu rutschen. Sollte man dem Bundesverfassungsgericht derlei tendenziöse Absichten tatsächlich zutrauen (und damit einher gehend der Institution das Vertrauen absprechen)? Zum anderen charakterisiert (und definiert) er gleichzeitig die gleichgeschlechtliche Partnerschaft im Speziellen und den homosexuellen Lebensstil im Allgemeinen als ‚launisch‘ und ‚wechselhaft‘. Ein Phänomen, das gerade irgendwie ‚in‘ ist. ‚In-sein‘ als Trend impliziert auch immer das Kurzzeitige, das Vergängliche mit wenig Zukunft und wenn, dann nur einen überschaubaren zeitlichen Rahmen einnehmend. Kann man (und darf man überhaupt) eine über Jahrhunderte praktizierte und mittlerweile (teilweise) etablierte menschliche sexuelle Ausrichtung unverBLÜMt als einen kurzlebigen Trend titulieren?

Diese kleinen Momente aussetzender Denkfähigkeit der Gattung Mensch, lassen mich als Beobachter ebenfalls einen kleinen Moment an eurer Daseinsberechtigung zweifeln. Ihr denkt nicht, also seid ihr auch nicht. Nur gut, dass sich derlei Momente sehr schnell wieder zerstreuen. Hoffentlich geschieht ähnliches mit der Präsenz obiger Aussage. Am besten zeitgleich mit der Präsenz dieses ehemaligen (irgendwann einmal populären) deutschen Politikers in der medialen Öffentlichkeit. Denn eigentlich ist er doch schon längst ‚out’…

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Erde, Mensch abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu … Cogito ergo sum …

  1. Pingback: … Homo, Hetero und sonst so? … | Weltall. Erde. Mensch…und Ich.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s