31 Tage – 31 Filme: Tag 9

Der kulturelle Output der Menschheit besteht ja seit nun mehr etwas mehr als 100 Jahren auch aus filmischen Werken, festgehalten auf Zelluloid oder in neuester Zeit auch digital. Im Laufe dieser Jahre und Jahrzehnte entstanden eine unendliche Zahl an Filmen. Zum Weinen, zum Lachen, zum Aufregen, zum Einschlafen, zum Staunen, zum Mitsingen, zum Mitfiebern, zum Erschrecken, zum Verlieben… zum… Na, sie wissen schon, was ich meine.
Die wundervolle Blogserie „31 Tage – 31 Filme“ greift einen Bruchteil dieses filmischen Outputs auf – noch dazu den mir persönlich bekannten – stellt jeden Tag eine bestimmte Aufgabe und lässt mich grübelnd über die für mich optimale Antwort zurück. Entdeckt in der ERGOThek, erfunden und mit Regeln versehen von Lena auf dem To the Lighthouse Filmblog wird meine Wenigkeit ebenfalls einen Teil zur Lösung der Aufgaben beitragen. Es wird mehr als 31 Tage brauchen. Am Ende sind es sicher auch mehr als nur 31 Filme, die die Tage ausfüllen. Und es werden definitiv viele weitere mir noch unbekannte, nicht benannte oder schlichtweg vergessene Filme fehlen. Aber das Entdecken und Wieder-Entdecken filmischer Highlights entschädigt ohne Zweifel für alle entstehenden grübelnden Strapazen…

 

Tag 9 – Welches ist der schlechteste Film deines/r Lieblingsregisseurs/in (wahlweise Lieblingsschauspielers/in)?

Der vergangene Tag offenbarte ja zwei Lieblingsregisseure, da eine Gleichberechtigung der Geschlechter angebracht erschien. Zum einen war dies Sofia Coppola, zum anderen Quentin Tarantino. Heute widmen wir uns dem schlechtesten Film des jeweiligen Oeuvres beider Kandidaten und diesmal macht der Herr den Anfang.

Unter all den Filmdiamanten die Mr. Tarantino bisher geschliffen hat, gibt es einen, der sehr gelungen ist, aber trotzdem für mich das schlechteste Werk seines kompletten Outputs darstellt. Und das ist (für viele hier Lesende wahrscheinlich) völlig überraschend ausgerechnet „Jackie Brown“. Natürlich bietet der Film die typischen und so überzeugenden Dialoge zwischen den Akteuren. Auch die Musik macht durchweg Spaß. Die Handlung bietet ebenfalls tarantinoeske Besonderheiten, aber hier eben nicht so extrem vorgeführt, wie in sonstigen Werken. „Jackie Brown“ kann überzeugen, ist aber in weiten Teilen ein zu konservativ normaler Gangsterfilm, der inszenatorisch zu bieder erscheint. Und seltsamerweise passiert mir nur bei diesem Film immer wieder das Gleiche: Ich kann mich nicht so wirklich mit der titelgebenden Hauptfigur identifizieren. Trotz der gerade so negativen Schwingungen ist „Jackie Brown“ selbstredend sehenswert. Quentin Tarantino kann es aber definitiv besser.

 

Ehrlicherweise muss ich gestehen, dass Sofia Coppolas bisherige Filme allesamt schön anzuschauen sind. Und zwar im wortwörtlichen Sinne. Denn von ihrem Erstling „The Virgin Suicides“ bis zu ihrem derzeitigen letzten „The Bling Ring“ zieht sich ein fantastisch fotografiertes Gesamtbild. In jedem Film individuell, aber immer passend zu erzählten Geschichte. Womit wir beim Kern der Kritik sind. „The Bling Ring“ halte ich unter allen Meisterwerken für das Gesellenstück. Die Handlung ist mir einfach zu flach, zu wenig in die Tiefe weisend. Ja, auch „Lost in Translation“ glänzt nicht mit einer tiefgründigen Story, aber die handelnden Charaktere sind messerscharf gezeichnet und bieten viel Reibungspotential. Dieser Aspekt der Verknüpfung von Handlung und Protagonisten fehlt mir bei „The Bling Ring“ irgendwie. Mag sein, das es an der ohnehin dünnen Handlungsgrundlage liegt, die eine genauere Charakterisierung der Akteure verhindert. Vielleicht ist dies aber auch gerade die Kritik und die Essenz des Films: das oberflächliche Charakterisieren der oberflächlich agierenden Protagonisten in einem nur oberflächlich teilhabenden Umfeld. Maybe. Aber das macht „The Bling Ring“ von Sofia Coppola für mich gerade so unvollendet. Dennoch: Unbedingt anschauen. Wundervoll fotografiert, das Werk. Immerhin.

 

Coming up next: Tag 10 – Nenne den lustigsten Film, den du kennst. (Haha, very funny!)

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3 Antworten zu 31 Tage – 31 Filme: Tag 9

  1. Pingback: 31 Tage – 31 Filme: Tag 8 | Weltall. Erde. Mensch…und Ich.

  2. filmschrott schreibt:

    Ich glaube ja, dass Jackie Brown immer noch das Problem hat, dass er der „Nachfolger“ von Pulp Fiction war. Habe schon von vielen gehört, dass ihnen Brown nicht wirklich gefallen hat. Da war wohl die Erwrtungshaltung einfach zu hoch. Ist mit Sicherheit nicht Quentins bester Film, aber, meiner Meinung nach kriegt der selten das Lob, das er eigentlich verdient.

    • Stepnwolf schreibt:

      Er ist immer noch besser als jeder andere beliebige Gangster-irgendwas-Film, ohne Frage. Und damit hab ich ihn dann doch noch gelobt. Irgendwie. 😉

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