Die AudioVision zum Monat

… Juni …

Dieser AudioVision vorangestellt sei ein kurzer Aufschrei, denn ein Nachruf soll es nicht werden. Die sind nämlich nie für die Verstorbenen gedacht, wie dem Hinterherzuschreienden selbst bewusst war:

„Man müsste, wenn jemand stirbt, eigentlich keinen Nachruf auf den Toten schreiben, sondern einen auf die Gesellschaft, die ihn überlebt. Wie sie sich die Dinge zurechtlegt, um selbst gut dazustehen. Wie sie, noch angesichts des Todes, so tut, als würde sie in ihrem abschließenden Urteil letztlich doch noch immer Gnade vor Gerechtigkeit ergehen lassen. Nichts Schlechtes über die Toten heißt in Wahrheit: nichts Schlechtes über die Überlebenden.“

Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 15. Juni 2014 widmete das komplette Feuilleton (sein Wohnzimmer) dem Abschied von einem der großen und einflussreichsten Journalisten Deutschlands – Frank Schirrmacher. Viel zu früh verstorben, aber ja eigentlich nie Teil dieser Gesellschaft, denn wie Florian Illies in seiner Abschiedsbekundung treffend bemerkte, vermochte Frank Schirrmacher, „was wir nicht können: aus der Zukunft auf die Gegenwart zurückblicken, als wäre sie ein offenes Buch. Frank Schirrmacher war nie unser Zeitgenosse. Er war nur Gast in unserer Gegenwart.“ Jetzt ist er in seine Zeit zurückgekehrt. Der deutsche Journalismus und eine große, begeisterte Leserschaft (inklusive meiner Wenigkeit) wird ihn vermissen.

Kurzes Cooling Break mit musikalischer Untermalung gefällig? Gerne doch…

Der auditive Juni (aber weit und breit kein Theodor in Sicht):

 

Und weiter gehts mit Fussball. Entschuldigung dafür, aber das muss sein. Allen, die es nicht interessiert, sei hiermit gesagt: Ihr müsst euch durchbeißen bis zum bitteren Ende. Luis Suarez hat es ja auch getan, inklusive des bitteren Endes respektive Ausscheidens seiner Mannschaft bei der WM im tropisch heißen Brasilien. Womit wir bei den wichtigen Erkenntnissen dieser Ballspiele der Extraklasse sind: Erstens führen Dschungelspiele im Vorrunden-Spielort Manaus in den meisten Fällen zum vorzeitigen Ende des Turniers und treffen dabei vorrangig europäische Mannschaften (Darwins natürliche Auslese lässt grüßen). Dschungelprüfung nicht bestanden! Zweitens sind deutsche Fussball-Kommentatoren auch nicht mehr das, was sie früher schon nicht waren und die modernen Dellings und Netzers, ääääh Moderatoren, kriegen schnell mal eine Gänsehautentzündung. Medizincheck nicht bestanden! Und drittens freuen wir uns über die neuen Accessoires der WM-Spiele, denn neben dem Ball als Spielgerät (Ja, den gibt es tatsächlich noch.) darf nun auf dem Platz auch mit Sprühsahne gemalt werden und wird neben dem Platz eine Trinkstation für die Cooling Breaks aufgebaut. Wenn das mal nicht cool ist.

Demgegenüber ist die Politik im Juni ein wenig ins Abseits geraten. Ukraine? Keine Auswechslungen. Es steht immer noch Unentschieden. Wir gehen wahrscheinlich in eine Verlängerung. Boko Haram? Nach dem nigerianischen Aus wieder In und noch immer Unruhefaktor Nummer Eins in diesem afrikanischen Land. Taktikwechsel unwahrscheinlich. Syrien? In der zweiten Halbzeit kann es zu einem Spielerwechsel. Im Spiel neu dabei (und sich auf dem syrisch-nordirakischen Feld ausbreitend) ist jetzt die ISIS (Nein, nicht die Raumstation. Der fehlt ein i.), die den Angriff sogleich forciert und weite Teile der Region für sich reklamiert. Allein die kurdische Abwehr leistet in gewisser Weise Widerstand. So richtig lässt sich das Ende und ein möglicher Sieger des (religiös verankerten) Spieles aber noch nicht absehen. Es könnte zum (Elfmeter)schießen (mit amerikanischer Unterstützung?) kommen. Wir bleiben dran und geben derweil zurück ins Studio.

Der visuelle Juni (bietet ein wenig finnischen Fussball, weil der bei der WM nicht zu sehen ist):

 

Und selbst so?

Ich habe ein wenig in meinen alten Ideen für Geschichten herumgestöbert. Vieles davon wurde meist nur angefangen, aber ist nie zum Abschluss gelangt. Eine Kurzgeschichte habe ich aber noch mal überarbeitet und tatsächlich beendet: >>Heimkehr<<. Hier zu lesen. Vielleicht folgt ja zukünftig noch etwas mehr, wenn mir nicht der böse Alltag in die Quere kommt. Aufgrund der Fussball-Manie (der ich erlegen bin und die noch andauert) bestand der Blogschreib-Output aus ‚nur‘ 9 Beiträgen (Gesamtstand nunmehr 44). Trotzdem eine kleine Laolawelle für mich…

Coming up next?

Der Juli. Immer noch beseelt vom Fussballgeist und einem persönlichen Konzerthighlight, dem ich bereits mit Spannung entgegenfiebere.

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Eine Antwort zu Die AudioVision zum Monat

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