Sketches for London

Dieser Ort ist seltsam. Der ist so klein, den findet man gar nicht auf der Karte. Selbst Google Maps, mein treuer Begleiter, kannte dieses komische London nicht. Trotzdem, irgendwie hat meine Wenigkeit dann doch  den Weg gefunden und halbwegs pünktlich im Motel eingecheckt, benannt nach seinem Inhaber, irgendsoein Bates, glaub ich.

Klein, aber fein. Dieses Bates Motel

Klein, aber fein. Dieses Bates Motel.

Obwohl der schon ziemlich verrückt drauf war. Nicht weniger verrückt waren diverse Gäste dort. Der eine, Oscar Wilde, faselte immer was von einem Dorian Gray. Der andere saß ständig am Schreibtisch und erwartete anscheinend Großes. In der Zwischenzeit erzählte mir jener Charles Dickens unablässig die gleiche Weihnachtsgeschichte. Und das im September!

Schick sehen sie ja aus, der Oscar und der Charles.

Schick sehen sie ja aus, der Oscar und der Charles.

Vielleicht lag es ja auch an der Umgebung, dass in diesem Motel alle ein wenig komisch drauf waren. Mit einem blauen Hahn direkt gegenüber, der entweder ein Gemütszustand (alkoholisch bedingt) oder ein Gefühlszustand (wetterbedingt) assoziieren sollte, konnte man wohl nur so reagieren.

Ein Hahn als Denkmal? Gibt es vielleicht in Frankreich auch ein London und ich bin falsch?

Ein Hahn als Denkmal? Gibt es vielleicht in Frankreich auch ein London und ich bin falsch?

Selbst die Brücke, die zum Motel führte, war besorgniserregend. Ziemlich wacklig, extrem instabil. Da ist es kein Wunder, dass die Einheimischen sie nur noch ehrfurchtsvoll die Wibbly Wobbly Bridge nennen. Was bei mir natürlich zusätzliche Verbindungslinien zu anderen zeitweisen Gästen dieser Stadt ziehen lässt, wie Doktoren zum Beispiel.

Passt. Wackelt. Aber hält. Irgendwie.

Passt. Wackelt. Aber hält. Irgendwie.

Apropos Einheimische. Die Londoner haben merkwürdige Traditionen. Sie verehren zum einen grünen englischen Rasen auf dem mal vor sehr langer Zeit irgendein Tor nicht gegeben wurde, was ihnen zum Vorteil gereichte, während es den anderen (Deutsche genannt) weniger hilfreich war.

Schon fast 50 Jahre her und immer noch das größte Ereignis der englischen Fussballgeschichte. Da läuft doch was schief.

Schon fast 50 Jahre her und immer noch das größte Ereignis der englischen Fussballgeschichte. Da läuft doch was schief.

Zum anderen haben die hier Fussgängerüberwege, die fotografiert werden. Ständig bleibt darauf irgendwer stehen, grinst komisch und geht dann erst weiter. Ich verstehe es nicht.

Was ist nur so besonders an Londoner Fussgängerüberwegen?

Was ist nur so besonders an Londoner Fussgängerüberwegen?

Diesem Unverständnis hab ich dann an so einem Eckplatz, die Londoner nennen es Speakers Corner, Luft gemacht. And guess what? Die haben mich doch tatsächlich als Verräter abgestempelt, durch gleichnamiges Tor geführt und in so ein altes Gemäuer gesperrt. Keine Ahnung, wann ich hier wieder raus komme…

Die Tore wurden gleich wieder geschlossen. Aber ich komme da raus. Irgendwann.

Die Tore wurden gleich wieder geschlossen. Aber ich finde einen Ausweg. Irgendwann.

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Eine Antwort zu Sketches for London

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