Die Halloween Blogparade

Frau von Grimm hat schon wieder zugeschlagen. Natürlich nur im metaphorischen Sinne, doch nicht minder aufschreckend. Diesmal soll es um Halloween und damit zusammenhängende Verbindungen (sinnlicher und übersinnlicher Art) gehen. Wie gruselig. Wie ekelhaft. Wie faszinierend. Wie werde ich das nur überleben? Wir werden sehen.

Fragen über Fragen

1. Für die einen ist es ein blöder Ami-Brauch, für die anderen ein ernsthafter Feiertag: Wie ist deine Meinung zu Halloween?

Ich kann mit dieser Art der Musik nicht so wirklich viel anfangen, höre nur ab und an mal Heavy Metal. Ach Moment. Halloween mit A nicht E. Mein Fehler. Sorry. Noch mal von vorn. Im Gegensatz zu solch sinnfreien amerikanischen Bräuchen wie Valentines Day (Wozu braucht es einen bestimmten Tag, um der/dem Liebsten mit einer kleinen Aufmerksamkeit die Zuneigung zu zeigen?) finde ich Halloween relevant genug, um es nicht zu ignorieren. Wenngleich der eigentliche Feiertag (in meiner Region ist er dies auch tatsächlich) etwas ganz anderes zelebriert: den Reformationstag.

2. Feierst du Halloween und wenn ja, wie?

Nein. Nicht wirklich. (Das erspart mir die Schreibarbeit.)

3. Was ist dein Lieblingskostüm?

Das, was ich täglich trage. Denn eigentlich bin ich ja ein Wolf im Menschenpelz. Und damit ich nicht so sehr auffalle, ist diese Hülle mein ständiges Refugium.

4. Was war dein Kindheitsmonster?

So unglaublich das vielleicht klingen mag, aber Clowns konnte ich nie leiden. Insbesondere die traurigen – also Harlekine – in ihren immer irgendwie gruseligen Kostümen und Gesichtsmasken erzeugten bei mir diese Abneigung. Das ist zum Beispiel auch einer der Gründe, warum ich als Kind so ungern in einen Zirkus gegangen bin. Das erste, was ich damit immer assoziierte, waren Clowns. In meinen Teenagerjahren waren Clowns dann zwar keine Monster mehr, aber blieben trotzdem Figuren, denen ich mit offener Ignoranz begegnete. In dieser Zeit entwickelte sich dann eine zweite negative Zuschreibung: ich mochte keine Rummelplätze mehr. Schuld war ein Film, den ich mit dreizehn Jahren im Fernsehen zufällig sah:

Wieder diese clownmäßigen Masken und Bemalungen. Echt spooky.

5. Viele Leute schwören, nicht abergläubisch zu sein. Aber Hand auf’s Herz: Jeder glaubt doch irgendwie, Glück und Pech beeinflussen zu können. Welchem Aberglauben hängst du an?

Prinzipiell keinem. Muss ich gestehen. Auch wenn ich ab und an Phantast bin, kommt hier immer der Realist durch. Ich hab mittlerweile Freitag, den 13. sogar als meinen Lieblingstag auserkoren (im Gegensatz zur Filmreihe). Der einzige Glauben, dem ich anhänge, ist der an das Schicksal. Wobei es hier sicher endlose Diskussionen geben würde (und in der Vergangenheit auch gab), was einzelne Lebensereignisse eher schicksalhaft oder doch nur zufällig macht.

7. Glaubst du an Geister?

Ja, an Geister die einem die Frage 6 einfach so klauen.

Ich glaube nicht an Geister im klassischen Sinne – also so mit weißem Nachtgewand und Rasselkette in einem heruntergekommenen mittelalterlichen Gemäuer. Aber da ich ja auch ein Stück weit Phantast bin, glaube ich an eine Art Präsenz (wie auch immer die jeder einzelne definieren will), die jeden Menschen durch das Leben geleitet. Manchmal werden diese als Schutzengel bezeichnet. Ich würde aber nie soweit gehen, dieser Präsenz eine tatsächliche Namenszuschreibung zu geben.

8. Der Tod lauert überall… In welcher Situation ist dir mal der Gedanke gekommen: “Ich hätte gerade sterben können?”

Meine Präsenz hat mich vor Nahtod-Erfahrungen bisher bewahrt. Aber wenn es das Schicksal so will, dann soll es halt sein. Solange konzentriere ich mich auf das was wirklich zählt: das Leben.

9. In unserer heutigen Zeit wird der Tod gerne ausgeblendet. Wie gehst du persönlich damit um?

Bei mir besteht ein ziemliches Missverhältnis zwischen besuchten Beerdigungen und erlebten Hochzeiten oder Kindstaufen. Das Pendel schwingt dabei eher zu ersterem. Interessant ist, das wir ja alle wissen, das der Tod zum Leben dazu gehört, dies aber niemand so wirklich wahr haben will. Dieses Thema betreffend sind wir Meister der Verdrängung. In gewisser Weise ist das natürlich ein Schutzmechanismus, den ich niemanden absprechen will. Aber in der Erkenntnis des irgendwann einmal Endes der Reise lebt es sich gleich sehr viel intensiver. Die Gewissheit um den unabänderlichen Tod macht jeder Tag lebendiger und bewusster. Dazu braucht es bei manchem erst einmal ein nahtod-ähnliches Ereignis, andere realisieren es ohne derlei Erlebnis und einige bemerken es erst, wenn selbiger Fall eintritt und es somit zu spät ist.

10. Ich lege dir 1000 Euro in bar auf den Tisch und einen Zettel, auf dem steht “Hiermit verkaufe ich dem Besitzer dieses Vertrags meine Seele”. Würdest du das Geld nehmen und ihn unterschreiben?

Ich habe Goethes „Faust“ gehasst. Ein schulisches Trauma sondergleichen. (Nur die filmische Version mit Gustav Gründgens als Mephisto halte ich noch heute für gelungen.) Schon allein aus diesem Grund würde ich ohne Umschweife ‚Nein‘ sagen. Außerdem: Was nützt der schnöde Mammon? Wenn wir alle dereinst sterben, brauchen wir solch Krams eh nicht. Im Himmel gibt es ja alles umsonst, habe ich mir sagen lassen.

This is the End

Einige Fragen waren dann doch relativ starker Tobak und regen zu philosophierender Grundstimmung an. Die Diskussionsrunde ist eröffnet. Bitte nur im Kostüm erscheinen. Aber keine Clowns, wenn es geht. Meinungen entweder hier kommentarisch oder als eigenes Werk auf dem eigenen Blog.

Ansonsten schon mal: Happy Halloween!

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4 Antworten zu Die Halloween Blogparade

  1. friedlvongrimm schreibt:

    Sehr schön, der Herr. Diesmal keine Schläge von mir.^^

  2. Miss Booleana schreibt:

    Ach ja … der Reformationstag. Bloß gut, dass ich bisher nur in Bundesländern gelebt habe und lebe, die am 31. Feiertag sind. Seeeeehr gut. Ich mag meinen Halloween frei. XD

  3. Pingback: Media Monday #190 – Rosenmontags-Special | Weltall. Erde. Mensch…und Ich.

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