31 Tage – 31 Filme: Tag 18

Der kulturelle Output der Menschheit besteht ja seit nun mehr etwas mehr als 100 Jahren auch aus filmischen Werken, festgehalten auf Zelluloid oder in neuester Zeit auch digital. Im Laufe dieser Jahre und Jahrzehnte entstanden eine unendliche Zahl an Filmen. Zum Weinen, zum Lachen, zum Aufregen, zum Einschlafen, zum Staunen, zum Mitsingen, zum Mitfiebern, zum Erschrecken, zum Verlieben… zum… Na, sie wissen schon, was ich meine. Die wundervolle Blogserie „31 Tage – 31 Filme“ greift einen Bruchteil dieses filmischen Outputs auf – noch dazu den mir persönlich bekannten – stellt jeden Tag eine bestimmte Aufgabe und lässt mich grübelnd über die für mich optimale Antwort zurück. Entdeckt in der ERGOThek, erfunden und mit Regeln versehen von Lena auf dem To the Lighthouse Filmblog wird meine Wenigkeit ebenfalls einen Teil zur Lösung der Aufgaben beitragen. Es wird mehr als 31 Tage brauchen. Am Ende sind es sicher auch mehr als nur 31 Filme, die die Tage ausfüllen. Und es werden definitiv viele weitere mir noch unbekannte, nicht benannte oder schlichtweg vergessene Filme fehlen. Aber das Entdecken und Wieder-Entdecken filmischer Highlights entschädigt ohne Zweifel für alle entstehenden grübelnden Strapazen…

Tag 18 – Welcher Film enthält deinen Lieblingsbösewicht?

Es gibt so ausnahmslos viele Bösewichte in Filmen, dass es da ungemein schwer fällt den einen oder die andere herauszupicken. Da man sich in solchen Fällen aber meist auf die männlichen Bösen zu konzentrieren scheint, will ich hier einfach mal eine Breche für die Emanzipation und Gleichberechtigung schlagen. Weibliche, böse, hinterhältige, niederträchtige oder hinterlistige Figuren in Filmen würde man wohl zuerst im Märchen suchen (und finden). Nicht umsonst gibt es da Gestalten wie die böse Hexe oder wahlweise auch Königin. Dem Großteil weiblicher Bösewichte ist ihr weitestgehend persönlich gewaltloses Vorgehen gemein. Dies ergibt Sinn, da Frauenfiguren zuerst einmal als der körperlich schwächere Part auserkoren werden. Umso intelligenter und intriganter sind dann allerdings die gewaltlosen Boshaftigkeiten. So hat es zumindest den Anschein. Deshalb möchte ich an dieser Stelle zwei Filmcharaktere benennen, die beide ein Faible für kurzzeitige, extrem schmerzhafte, physische Gewaltanwendung hegen. Das macht sie nicht unbedingt zu meinen Lieblingsbösewichten, die Szenen sind aber nachhaltig in Erinnerung geblieben. Was man wiederum auch nicht von allen filmischen Fieslingen (in Gesamtheit) behaupten kann.

Zum einen haben wir da Annie Wilkes (alias Kathy Bates) in der Stephen King Buchverfilmung „Misery“. Regisseur Rob Reiner fokussiert zwar eher auf die psychische Tortur des Protagonisten Paul Sheldon (James Caan), baut aber eine wirklich eklige, weil selbst beim reinen Zuschauen schmerzhafte Szene ein, die den wahnsinnigen Charakter Annies auch bildlich unterstreicht. Kathy Bates brilliert in ihrer Rolle. Ihr irrer Blick brennt sich im Gehirn ein. Ihr schizophrenes Schwanken zwischen liebevoll vernarrtem Fan und eiskalt brutaler Verrückter ist eine Form von Bosheit, die besonders schwer einzuschätzen ist und es daher dem Zuschauer umso schwerer macht ihre nächste Handlung zu erahnen. Gruselig. Und böse.

Zum anderen haben wir da die süsse, kleine, unschuldig dreinschauende, hübsche Asami Yamazaki. Das sich der verwitwete Shigeharu Aoyama in eine solch attraktive Frau verliebt, ist durchaus verständlich. Er konnte es ja nicht ahnen. Takashi Miikes Film „Audition“ ist über knapp neunzig Minuten ein an der Oberfläche als romantischer Liebesfilm angelegtes Werk. Aber der Film ist nach dieser langen und langsamen Exposition nicht vorbei. Im Gegenteil. Die letzten zwanzig Minuten verlangen dem Zuschauer so einiges an blutigen, grausamen, verstörenden, mitunter auch surrealen Bildern ab. Diese sich in manchen Szenen zuvor bereits unterschwellig andeutende etwas andere Seite von Asami (eine gelungene Performance von Eihi Shiina) erweist sich als überraschender und deshalb umso erschreckender Twist in der Handlung. Wer die filmische Einleitung von „Audition“ überlebt, wird mit einem sehenswerten Finale belohnt.

Coming up next: Tag 19 – Welcher Film hat dich zuletzt stark beeindruckt? (Bezug auf oben nehmend also ein Film, der Fussabdrücke hinterlassen hat. Na mal sehen.)

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