Media Monday #189

Paul? Wer ist eigentlich Paul? Und was hat diese Paula im heutigen, neuen Media Monday verloren? Lasst es uns klären. Am besten gleich und sofort und ohne Verzögerung…

Meine Antworten

1. Ein wenig bedaure ich es ja, bisher nie einen Artikel zu „Die Legende von Paul und Paula“ verfasst zu haben, denn dieser DEFA-Film gehört zu meinen liebsten (ost)deutschen Produktionen ever, weil er in vielerlei Hinsicht anders ist. Das fängt bei der filmischen Umsetzung der eigentlich einfachen Geschichte einer großen Liebe an, geht weiter mit dem wundervollen Zusammenspiel der beiden Hauptdarsteller Angelica Domröse und Winfried Glatzeder, um bei der großartigen Musik der Ost-Kultband Die Puhdys zu enden. 

2. In punkto Filmen/Serien können Geschmäcker ja erstaunlich vielfältig sein. Womit man mich allerdings eigentlich immer ins Boot bekommt:

Grundsätzlich mache ich das nicht an einem bestimmten Genre fest. Wenn die Serie/der Film eine plausible, spannende, skurrile, historisch belegte etc.pp. Geschichte bietet, die überzeugend umgesetzt ist, bin ich dabei. Immer ins Boot holt man mich mit bestimmten Namen, die an oder in dieser Serie/diesem Film mitwirken. Alle aufzuzählen wäre jetzt jedoch eine Sisyphos – Aufgabe, derer ich mich ungern annehmen will. 

3. Es wird mir wohl immer unerklärlich bleiben, wieso der Film „Die Legende von Paul und Paula“ in der Allgemeinheit nicht denselben Kultstatus innehat wie bei mir, denn schließlich ist die darin erzählte Geschichte universell und trotz der in der ehemaligen DDR situierten Handlung auch für alle Nicht-Ossis leicht nachvollziehbar. Und außerdem… äääääh, siehe 1. 

4. Es wird allerhöchste Zeit, dass ich jetzt hier noch einmal den Trailer zu „Die Legende von Paul und Paula“ zeige, damit auch die/der letzte noch unwissende Leser zumindest einen kurzen unverhohlenen Blick wagen kann und darf:

5. Um mich fesseln zu können, muss ein Buch zu einem Seil verarbeitet werden. Aber so etwas macht man doch nicht mit Büchern.

6. Die Stadt London ist eigentlich in all Ihren/seinen Rollen überzeugend, habe ich sie/ihn schließlich schon in so vielen verschiedenen historischen Epochen sehen und erleben dürfen. Dreckig, zerstört, voller Menschen oder komplett verlassen, im schönsten Sonnenschein, nebelverhangen, von Invasionen überrollt, in vollster Blütenpracht, in den dunkelsten Ecken, an den hellsten Punkten. Egal, wann, wie und wo dieses London im Film auch auftaucht, diese Metropole sieht immer elegant und einzigartig aus.

7. Zuletzt gelesen habe ich Timur Vermes Hitler-Buch „Er ist wieder da“ und das war überraschend gut, weil dem Autor unter dem Deckmantel des Ich-Erzählers namens Adolf Hitler (Ja, genau der!) eine wunderbar, unsere heutige Medienlandschaft sezierende, Satire gelungen ist. 

So. Bevor ich es vergesse: Schaut euch doch mal „Die Legende von Paul und Paula“ an. Der Film soll echt gut sein, hab ich mir sagen lassen. Ihr bekommt Zeit bis nächsten Montag, wenn es eine neue Runde des Media Monday gibt.

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17 Antworten zu Media Monday #189

  1. Schlopsi schreibt:

    Also soll ich mir am besten sofort einmal „Die Legende von Paul und Paula“ ansehen. Habe ich das nach den ganzen Nennungen nun richtig verstanden? Der kommt zumindest mal auf die Liste. 😛
    Das mit London stimmt. Wobei es selbst heute noch die unterschiedlichen Epochen geschickt vereint und dieser alte Flair richtig charmant ist. Da bekommt man gleich Lust auf einen (Kurz-)Urlaub.

  2. jacker schreibt:

    Ich glaube, ich blicke zumindest ein paar der London Anspielungen (menschenleer = 28 DAYS LATER?)..

  3. Gorana schreibt:

    Ach herrlich. 5. ist eine dieser Antwort en die ich so gerne mag, die nur du kannst. 🙂

    „Er ist wieder da“ fand ich auch ganz toll. Habs mir als Hörbuch zu Gemüte geführt mit Christoph Maria Herbst als Hitler. Super!

  4. bullion schreibt:

    Hmm, ich weiß auch nicht wie es kommt, aber irgendetwas hat bei mir die Lust geweckt „Die Legende von Paul und Paula“ zu sehen. Seltsam.

  5. fraukaliki schreibt:

    Paul und Paula … genau das meinte ich, als ich schrieb, dass ich bisher nie einen Artikel über die alten Ostfilme schrieb. Verdient hätten es einige – und ‚Die Legende‘ auf jeden Fall. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Auf jeden Fall ist der Film brilliant.

    • Stepnwolf schreibt:

      Vielleicht schaffst du es ja, im Gegensatz zu mir. Obwohl ich den Film jetzt tatsächlich mal wieder auf meine Agenda gesetzt habe und ihn dann vielleicht doch noch mal in einem Beitrag würdige. Wer weiß das schon… 🙂 Btw: „Spur der Steine“ ist natürlich auch großartig. (Um deinen Media Monday mal hier rüber zu ziehen.)

  6. kaetheknobloch schreibt:

    Ich habe den für mich nun stillgewordenen Nachmittag einfach mal genutzt, um hier ein wenig querzulesen und komme nicht umhin, hier ein leises Bravo zu hinterlegen. Schade, daß dieser Film und die kongeniale Musik nicht höheren Kultstatus erreicht haben. Ich freue mich über jede Erwähnung.
    Herzliche Grüße, Ihre Frau Knobloch.

    • Stepnwolf schreibt:

      Ist aber auch ein wundertollst feiner Film. Irgendwann werde ich ihn doch noch mal rezensieren (müssen)…

      • kaetheknobloch schreibt:

        Ohne Muss, aber interessant wäre dieses sicher. Und unbedingt mit Puhdysmusikke unterlegt. „Geh zu ihr“ Und „Wenn ein Mensch lebt“ sind Teil meines persönlichen Soundtracks und immer wenn jemand die zum ersten Male hört, ist großes Staunen angesagt.

        Inzwischen las ich noch eine Gemeinsamkeit: Es kann nur einen Matrix-Teil geben, der Rest ist hochgepimperter Kwatsch! Jetzt bleibt mir eigentlich nur noch Ihre Fährte aufzunehmen, um dran zu bleiben. Schön, dass Sie heute von ganz leise zu immerhin vernehmbar sich wandelten, ich freue mich.
        Herzlichst, die Ihre.

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