Blogstöckchen: Top 10 Soundtracks/Filmscores und so

Die Top 10 der Soundtracks und Filmscores? Eine Aufgabe, die für mich schon fast an eine Unmöglichkeit grenzte. Es gibt einfach so unendlich viele Filme mit so unendlich vielen guten Scores und/oder Soundtracks. Als mir dieses zweifellos interessante Stöckchen aus dieser Richtung entgegen geworfen wurde, fing der große Hörmarathon an. Zwischenzeitlich flogen auch aus dieser und aus jener Ecke weitere Stöckchen auf mich zu. Das stellte sich dann als ein Glücksfall heraus, da ich so die Gelegenheit hatte, mir statt zehn einfach dreimal so viele Kandidaten auswählen zu können. So habe ich schlussendlich drei verschiedene Top 10 in diesen Beitrag integriert. Eine für die reinen Soundtracks, eine zweite für die reinen Filmscores und last but not least eine Top 10 für einzelne Songs aus Filmen. Und damit der Lesestoff nicht zu umfangreich wird, werde ich mich versuchen kurz zu fassen. Musik spricht ja eigentlich eh für sich selbst, nicht wahr?

Die TOP 10 SOUNDTRACKS

… in no particular order. Abgesehen vom Erscheinungsjahr. Auf Links zum Soundtrack habe ich hier verzichtet. Wer mag, kann gern selbst danach suchen.

Forrest Gump (1994)

Wie der Film selbst eine kurzweilige Reise durch die amerikanische (Musik-)Geschichte. Da findet sich für fast jeden etwas.

Bandits (1997)

Ich höre Jasmin Tabatabai immer gern singen, da sie eine prägnante Stimme hat und die auch gekonnt einzusetzen weiß. Hier ist sie zwar nicht die singende Alleinunterhalterin, aber doch meist präsenter als die restlichen Bandits.

Godzilla (1998)

Im Gegensatz zum Film ist der musikalische Beitrag durchweg gelungen. Außerdem hieß Sean Combs damals noch Puff Daddy. Na wenn das mal kein Argument ist.

Magnolia (1999)

Aimee Mann. Mehr muss man dazu gar nicht sagen. Oder?

Eiskalte Engel (1999)

Meiner bescheidenen Meinung nach einer der besten Soundtracks der 1990er Jahre. Was man vom Film nicht unbedingt behaupten kann.

Kill Bill 1 und 2 (2003 und 2004)

Tarantinos Musikauswahl passt eigentlich immer wie die Faust aufs Auge. So wie seine visuellen Reminiszenzen an sehr spezielle Filme, findet sich auch unter den musikalischen Vertretern der eine oder andere Paradiesvogel.

Kammerflimmern (2004)

Nur zwei musikalische Protagonisten: Lee Buddah und Blackmail. Aber die Stücke von beiden passen so unglaublich gut zur ganzen Stimmung des Films.

Grey’s Anatomy (seit 2005)

Mein damaliger erster Grund die Serie zu schauen war tatsächlich die darin auftauchende Musik. Die untermalte nämlich besonders gut die jeweiligen Szenen und gab ihr wirklichen Mehrwert. Und ich halte es immer noch für einen tollen Einfall jede Folge nach einem thematisch passenden Musiktitel zu benennen.

Into the Wild (2007)

Eddie Vedder hebt mit seiner Musik den Film gleich noch einmal eine Stufe höher. Ohne die vedderschen Stücke würde ich einen gewichtigen Teil Atmosphäre vermissen.

Sucker Punch (2011)

Nicht nur der Film ist ein Guilty Pleasure. Die extra für den Film entstandenen Versionen bekannter Stücke, die der jeweiligen Szene Unterstützung bieten, sind exzellent und hörenswert. Ausserdem muss ich hier mal wieder eine Breche schlagen für dieses viel zu unterschätzte Zack Snyder Werk.

Und weiter geht es ohne Pause.

Die TOP 10 FILMSCORES

Um hier mal ein wenig durch die Filmgeschichte zu wandern, habe ich auch die älteren Epochen berücksichtigt, ohne die heutige Komponisten niemals in dem Olymp der Filmmusik – Ikonen gelangt wären. An dieser Stelle nun auch jeweils mit Verlinkungen zu den Scores.

Gone with the wind (1939, Max Steiner)

Max Steiner ist sozusagen der Vater aller John Williams, James Horner und Hans Zimmer, sowie deren mittlerweile auch schon Nachfolger, dieser Welt. Orchestrale Werke voller Emotion. Kein Score symbolisiert dies besser und grandioser als der zur Geschichte von Scarlett O’Hara und Rhett Butler in den Wirren des Amerikanischen Bürgerkriegs.

North by Northwest (1959, Bernard Herrmann)

Man ist geneigt zu denken Bernard Herrmann wäre so etwas wie der Haushofmusikmeister vom Meister des Suspense Alfred Hitchcock gewesen. Das mag daran liegen, das er tatsächlich in sehr vielen seiner Werke für den Score verantwortlich zeichnete, darunter Klassiker wie „Psycho“, „Vertigo“ und eben dieser hier: „North by Northwest“. Aber seine Musik ist auch in so großartigen Filmen wie „Citizen Kane“ oder „Taxi Driver“ zu hören. Und das immer markant und fordernd.

Spiel mir das Lied vom Tod (1968, Ennis Morricone)

Nein, dieser Score besteht nicht nur aus der allseits bekannten Mundharmonika – Melodie, wie berühmt sie auch sein mag. Morricones Score ist so viel ausgeklügelter, denn sie bietet die auditive Charakterisierung der jeweiligen filmischen Figur. Man erkennt allein anhand der einsetzenden Musik, wer gerade im Mittelpunkt der Handlung steht. Es gibt also nicht nur ein Theme, sondern mehrere Figuren – Themes.

Back to the Future Trilogie (1985, 1989, 1990, Alan Silvestri)

Natürlich gehört Alan Silvestris Score zur „Back to the Future“ – Trilogie in diese Top 10. Neben dem gleich folgenden ist er definitiv mein meist gehörter, weil er bei jedem erneuten Schauen natürlich stets präsent mittendrin, statt nur dabei ist. Und in diesem schicksalhaften Jahr natürlich aktueller denn je.

Braveheart (1995, James Horner)

Atmosphärisch, idyllisch, kämpferisch, stürmisch, romantisch zurückhaltend, vorwärtspreschend. Alles Attribute, die den Film beschreiben könnten, sich aber ebensogut auf den durchweg im Irish und Scottish Traditional Folk bewegenden Score übertragen lassen. Eine Warnung geht raus an alle, die keine Dudelsäcke mögen, denn davon gibt es hier mehr als genug zu hören.

Tiger and Dragon (2000, Tan Dun)

Von der einen traditionellen Musik zur nächsten. Bei Tan Duns Score dominieren chinesische Instrumente und deren damit zu erzeugende Klangfarbe. Manche würden sagen, es klingt wie eine jaulende Katze, wenn die ersten Klänge ertönen, aber die Sounds sind ungemein einnehmend. Ich kann jedes Mal aufs Neue in diesen musikalischen Welten  tief eintauchen und vollends versinken. Wenn man sich dann dazu noch der visuellen Pracht des Films entsinnt und dies kombiniert, ist es nicht verwunderlich, das „Tiger and Dragon“ so verzaubern kann.

The Lord of the Rings Trilogie (2001 bis 2003, Howard Shore)

Wer diesen Score oder Teile davon noch niemals gehört haben sollte, muss kurz nach dem Millennium verschollen sein oder sich auf einer langen Reise ausserhalb dieses Sonnensystems befunden haben. Howard Shore schuf einen rein instrumentalen klassischen Score, der in kommenden Jahrhunderten wohl genau so konsumiert und behandelt wird, wie Beethovens Sinfonien – als zeitloses Werk.

Whale Rider (2002, Lisa Gerrard)

Der Film ist ruhig und mit einem durchaus melancholischen Unterton versehen. Stellenweise märchenhaft verträumt und transzendent. Ex-Dead Can Dance Mitglied Lisa Gerrard steuert zu dieser Erzählweise und den damit verbundenen Bildern den wunderbar stimmigen leisen, elektronisch angehauchten musikalischen Hintergrund bei. Chillige, entspannende, sphärische Klänge, in der die Sehnsucht und Wehmut einer Träumerin verborgen liegen.

The Social Network (2010, Trent Reznor und Atticus Ross)

Wenn man es schafft eines meiner liebsten klassischen Stücke so kongenial neu zu interpretieren wie die Herren Reznor und Ross, dann hat solch ein Score schon gewonnen. Reznors musikalische Wurzeln, also explizit der typische Nine Inch Nails Sound, sind unschwer zu erkennen, was in dem Fall natürlich als Kompliment gedacht ist. Hinzu kommt, das mir die Musik sogar eher in Erinnerung geblieben ist als der Film.

Only lovers left alive (2013, Jozef van Wissem)

Ich finde dieses Wirrwarr aus orientalisch angehauchten Melodien, gitarren-schrammelnden Passagen, kreischend-singenden Textfetzen und spacig-abgedrehten Sounds extremst enervierend. Egal, wie oft auch gehört, das ist stets touchy, einnehmend, rauschhaft. Der Score zeigt zwar auch ohne den Film Wirkung, aber in Kombination mit den wundervollen schummrig-verträumten Bildern will man sich spontan in flauschig weiche Kissen fallen lassen und mit der Musik verschmelzen. (Oder wie bei „Trainspotting“ im Teppich versinken.)

Damit sind wir bei den einzelnen Filmsongs angelangt, die mir aus den verschiedensten Gründen nachhaltig in Erinnerung geblieben sind. Hier, wie eigentlich bei allen bisherigen Top 10 Kandidaten auch, gilt das Prinzip: Momentan ist das so, aber das kann sich schon morgen ändern.

Die TOP 10 FILMSONGS

Clint Mansell – Lux Aeterna aus „Requiem for a dream“

Um mich in diesem Fall einfach mal selbst zu zitieren: „Das Titelstück durchzieht den gesamten Film, kriecht ins Ohr des Rezipienten und setzt sich in seiner instrumentalen, sich stetig wiederholenden Intensität unterbewusst präsent im Gehörgang fest.“

Sia – Breathe me aus „Six feet under“

Die ganze Serie bietet einige tolle Songs, aber der hier ist mit Abstand der erinnerungswürdigste. Denn das Lied bildet den perfekten Hintergrund für eines der besten Serienabschlüsse, die ich kenne. Vorsicht beim Lied-Link klicken, es wird ein wenig gespoilert. Aber nur ein bisschen.

Peter Gabriel – Book of Love aus „Scrubs“

Und noch ein Lied am Ende einer Serie (und ebenfalls ein bisschen gespoilert).

Audrey Hepburn – Moon River aus „Breakfast at Tiffany’s“

Von diesem Lied gibt es diverse Versionen, aber nur Audrey Hepburn bringt den gewissen Zauber. Besonders in Verbindung mit der dazugehörigen Filmszene.

John Williams – Main Theme aus „Star Wars“

An irgendeiner Stelle musste ich John Williams dann doch noch unterbringen. Also warum dann nicht mit einer der bekanntesten Titelmelodien aller Zeiten? (Pssst, nicht weiter sagen: der ganze Score aller Teile ist natürlich ebenso wunderbar.)

Damien Rice – I can’t take my eyes off you aus „Closer“

Mein Crush hat mal wieder mit voller Wucht zugeschlagen. Damien Rice darf ja am Anfang und am Ende des Filmes seine Lied zum besten geben und das er die Augen nicht abwenden kann, ist durchaus verständlich. Würde mir bei Ms. Portman auch nicht anders gehen.

Luis Bacalov – Django Theme aus „Django“

Das Original stammt aus dem Franco Nero Klassiker „Django“. Wahrscheinlich ist vielen der jüngeren Generation aber die Tarantino Variante aus „Django Unchained“ geläufiger. Nebenbei wieder einmal der Beweis für die exzellente Musikauswahl des Regisseurs.

Aerosmith – I don’t want to miss a thing aus „Armageddon“

Ich bin mir gar nicht mal mehr so sicher, ob das Lied überhaupt direkt im Film vorkommt oder doch nur im Abspann. Aber immer wenn ich Steven Tyler hier balladesk los singen höre, sehe ich Bruce Willis die Welt retten. Und Altrocker mit Streichquartett haben was (siehe Metallica).

Neil Young – Philadelphia aus „Philadelphia“

Ja, Bruce Springsteens Song ist der charttauglichere. Aber der hier erzielt mit den gezeigten Bildern und platziert direkt am Ende des Films eine emotionale Sogwirkung, die sich ins Gedächtnis brennt.

Gino Paoli – Senza fine aus „My life without me“

Der markante Song eines wunderbaren Films. So melancholisch – traurig und doch gleichzeitig irgendwie so lebendig – beschwingt. Genauso wie auch Isabel Coixets Werk.

Ist dann doch etwas länger geraten. Sorry dafür. Ich hoffe, die Musik entschädigt für die erlittenen Strapazen. Die vier Fragen erspare ich mir und euch jetzt einfach mal und etwaige Nominierungen ebenfalls. Ganz am Ende muss ich dann noch Schlopsi für die grandiose Idee dieses Blogstöckchens danken. Es hat mir nicht nur viele wundervolle Filmmusiken wieder näher gebracht, sondern auch dazu geführt, den einen oder anderen dazugehörigen Film erneut zu schauen. Applaus, Applaus… und raus.

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18 Antworten zu Blogstöckchen: Top 10 Soundtracks/Filmscores und so

  1. Pingback: Top 10 – Soundtracks & Scores (Update) | Infernal Cinematic Affairs

  2. Schlopsi schreibt:

    Ganz große Auswahl und besten Dank für die Teilnahme! Es ist wirklich ein heidenspaß, sich durch die Beiträge zu „hören“. 🙂
    Da sind wieder ein paar unbekannte Kandidaten aufgetaucht, die gleich angehört werden wollen.
    Übrigens: Zu „Grey’s Anatomy“ gibt es volle Zustimmung, das funktioniert selbst jetzt noch bestens.
    Und der „I don’t want to miss a thing“ zählt genau wie der Film zu diesen guilty pleasures. Da hat man wirklich sofort das Bild vor Augen.

  3. Miss Booleana schreibt:

    Tolle Auswahl! (Und natürlich danke fürs mitmachen 🙂 aber du wurdest ja praktisch soviel mit Stöckchen beworfen, dass könnten selbst weniger musik-affine Menschen als du nicht ignorieren) Am besten gefällt mir sogar deine TOP 10 Filmsongs. Damien Rice und Sia! Seeeeeehr gut.

    • Stepnwolf schreibt:

      Bei Musik ist es mit der Ignoranz bei mir eh immer gleich vorbei. 🙂
      Sia passt aber auch so ungemein gut zu diesem Serienfinale. Ich meine mich zu erinnern, irgendwo mal ein Interview mit Alan Ball gelesen zu haben, wo er lang und breit erklärte, wie schwer es war den passenden Song für die Abschlussszenen zu finden. Die lange Suche hat sich dann ja am Ende gelohnt.

  4. bullion schreibt:

    Wow, eine sehr schöne und große Auswahl! Speziell „Magnolia“ und „Into the Wild“ gehören auch zu meinen liebsten Soundtracks. Auch bei den Scores finden sich einige Übereinstimmungen – von den Filmsongs einmal ganz zu schweigen. Schön so viele musikalischen Kunstwerke wiederzuentdecken! 🙂

  5. friedlvongrimm schreibt:

    Gibs doch zu, ihr wollt mich alle ärgern. Scheiß „Sucker Punch“…

    Ansonsten hast du aber eine schöne Mischung zusammengestellt, die ich sehr mag. Gefreut hat mich natürlich die Erwähnung des Trent Reznor und natürlich Six Feet Under. Aber du kannst doch nicht allen einfach die letzte Szene zeigen und mich zum heulen bringen. Das geht doch nicht.

  6. Pingback: Die 10 besten Songs in Film und Serie | Weltall. Erde. Mensch…und Ich.

  7. Stimmt, Grey’s Anatomy habe ich sogar nie gesehen, höre aber dennoch einen der Sampler zur Serie sehr gern, der wo Chasing Cars als Accoustic Version drauf ist. Die Mucke ist echt gut gewählt. Bei Sucker Punch gehe ich soweit, daß ich den Film nicht mal mag, den Soundtrack aber schon.

  8. Pingback: Maximum Medium Overload Episode Three | Weltall. Erde. Mensch…und Ich.

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