Die AudioVision zum Monat

… April …

Der zurückliegende April brachte uns zu Ostern sehr unterschiedliche Eier. Da waren die braun angehauchten, ziemlich faulen Eier, die ihren Weg aus Tröglitz zu uns fanden. Wieder einmal wurde „der Osten“ als fremdenfeindliche Hochburg ausgemacht. Ohne dieses Vergehen zu verharmlosen, ist es jedoch sehr kurzsichtig gedacht, die unterschwellig brodelnden ausländerfeindlichen Vorfälle auf eine spezielle Region zu fixieren. Schaut man auf die bisherige Jahresbilanz (Pegida grüßt aus dem selbstgeschaufelten Grab) ist dies wohl eher ein gesamtdeutsches Phänomen und kein Ostvirus. Was das Problem umso akuter erscheinen lässt.

Aus einem zynischen Blick heraus betrachtet (den die Tröglitz-Befürworter in diesem Fall einnehmen würden) war das im Mittelmeer versunkene Flüchtlingsboot wahrscheinlich eine positive Nachricht. Ist es natürlich nicht! Aber fernab von den dabei tödlich verunglückten Flüchtlingen, ist dies doch eher ein humanitäres Problem und in gewisser Weise wohl auch EU-hausgemacht. Verbote haben (insbesondere verzweifelte) Menschen noch nie davon abgehalten Grenzen zu überschreiten, sondern eher das Gegenteil bewirkt. Noch so ein akutes Problem bei dem Rumeiern so rein gar nichts bringt. Auch tiefschwarze-todtraurige Ostereier fanden sich im Aprilkorb wieder. Denn das nepalesische Erdbeben zeigte uns Menschen mal wieder, wo unsere angebliche, selbsterdachte Allmacht endet. Immer dann, wenn die Natur gnadenlos und unvermittelt zuschlägt und wir nur noch hilflos daneben stehen können.

Der visuelle April (macht deutlich, dass brennende Flüchtlingsunterkünfte leider kein neues Problem sind):

Wie klein und unbedeutend unsere Spezies und unsere Heimat, auf der wir uns breit gemacht haben, tatsächlich ist, zeigen diese Vergleichsbilder. Danach kommt einem die Allmacht nicht mehr ganz so allmächtig vor. Apropos Allmacht: Im April gab es auch Geburtstagseier, denn das Bill Gatessche Imperium feierte seinen Vierzigsten; außerdem ein paar letzte blechtrommelnde Eier, die mit einem ehrwürdigen Salut einen der größten deutschen Schriftsteller der Neuzeit verabschiedeten; sowie twizzlernde Eier, die eine neue viral gehende Challenge begleiten und last but not least nicht ganz so überraschende Nominierungseier. Good Luck (designierte) Mrs. President Hilary Clinton.

Der auditive April (besingt noch einen männlichen amerikanischen Präsidenten. Noch!):

Und selbst so?

Der April stand im Zeichen der ersten USA-Roadtrip Vorbereitungen. Die Flüge sind gebucht, der grobe Verlaufs- und Zeitplan steht. Sieht gut aus! Auch der Blog sieht gut aus. Zehn Beiträge erblickten das Licht der Welt. Insgesamt finden wir uns somit bei 123 wieder. Wenn sie nicht so spannend wären, müsste ich allerdings bemängeln, dass ich aufgrund der vielen Stöckchen und Blogparaden irgendwie nie dazu komme über andere Dinge zu schreiben. Insbesondere die 31 Tage – 31 Filme Reihe durchlebt schon wieder ein trauriges (wenig beachtetes) Dasein. Aber das sind dann ja doch nur Luxusprobleme.

Coming up next?

Der Mai. Mit einer anstehenden persönlichen Reunion, einem Konzertbesuch in meinem ehemaligen Wohnort (btw: Was machst du eigentlich am 15. Mai, werte Miss Booleana?) und einem Leseabend mit der verehrten Sarah Kuttner. Und nicht vergessen: Der Wolf geht wieder um! 🙂

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9 Antworten zu Die AudioVision zum Monat

  1. Pingback: Die AudioVision zum Monat | Weltall. Erde. Mensch…und Ich.

  2. Miss Booleana schreibt:

    Oh sehr schöner Beitrag. Ich fürchte mich ja immer sehr bei mir vor dem Absatz „Weltgeschehen“, weil mir schon mal gesagt wurde, dass das jedes mal ein extremer downer wäre. Aber ich mochte sehr wie du es auf den Punkt bringst – Thema faule Eier und so. Ich finde es nämlich auch sehr ätzend wie Fremdenfeindlichkeit zu einem ostdeutschen Problem erklärt wird.

    Am 15. Mai bin ich beim Friseur. Aber das ließe sich ja absagen, wenn du mir sagst ab wann du hier sein wirst! Das finde ich ja klasse, wenn wir uns mal sehen 🙂 Was ist denn am 15. tolles in Magdeburg?

    • Stepnwolf schreibt:

      Es gibt einfach zu viele faule Eier, im Osten wie auch im Westen Deutschlands. Aber die Reduzierung auf den vor fremden angsthabenden Ossis ist mir einfach zu pauschal. Ressentiments gegen Andere entstehen meist in sozialen Brennpunkten und die lassen sich nun wahrlich nicht an geografischen Richtungen festmachen.

      Am 15. ist Konzert im Moritzhof. Missincat auf Wirewalker-Tour. Beginn ist 20 Uhr. Wir könnten uns vorher auf ein Käffchen oder ähnliches treffen. Du kannst auch gern mit zum Konzert kommen. Karten gibt es meines Wissens nach noch. 🙂

      • Miss Booleana schreibt:

        Wo wir gerade beim Thema sind … ich habe gestern eine Folge von The Blacklist geschaut. Weiß nicht, ob du die Serie verfolgst – ich würde nicht sagen, dass man was verpasst hat, wenn man sie ausläßt, aber sie hat gute Episoden. Gestern gesehen: ein Charakter nimmt die Identität eines NeoNazis an und wo in Deutschland ist er angesiedelt? Natürlich in Dresden.

        Missincat kannte ich gar nicht, hab eben mal reingehört, klingt eigentlich gut. Ich denke mal darüber nach. Für den Kaffee davor habe ich meinen Termin schon Mal abgesagt, habe jetzt also Zeit. 🙂 Du kannst mir ja mal mailen, wann es dir passen würde.

        • Stepnwolf schreibt:

          The Blacklist kenne ich nicht. Aber das ist tatsächlich auffällig, das derlei Geschichten meist in den östlichen Bundesländern angesiedelt sind. Dresden ist ja auch Nazi-Hochburg wegen Pegida und so. 😉
          Okay, ich geb dir dann zeitnah bescheid. Schön, das das klappt. 🙂

  3. friedlvongrimm schreibt:

    Ach, was ließt denn die Sarah? Neues Buch herausgekommen und ich habe nix mitbekommen? Naja, ich mag ihren Vater auch viel lieber.^^

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