Blogparade: Die 10 legendärsten Serienepisoden

Die Blogparaden ziehen weiter ihre Kreise und eine ist spannender als die andere. Miss Booleana widmet sich in ihrer eigenen kleinen Parade den 10 legendärsten Serienepisoden. Erinnerungswürdige Höhepunkte innerhalb eines bestimmten Serienkosmos. Das ist eine ziemlich schwierige Aufgabe, weil sehr oft eine gehörige Portion Vorwissen von Nöten ist, um eine gewisse Folge als legen … wait for it … dary zu bezeichnen. Spoiler könnten im Folgenden also durchaus an der einen oder anderen Stelle auftauchen. Das nur als kleine Vorwarnung an all jene, die die jeweilige Serie nicht kennen sollten, aber dies noch irgendwann einmal vor haben zu ändern.

The Walking Dead – „Still“ (Season 4, Episode 12)

Im Zombieland sterben Teile der Protagonisten ja fast ebenso schnell weg, wie bei „Game of Thrones“. Manchmal zu Recht, manchmal leider viel zu früh. In der Episode „Still“ geschieht auf der actionlastigen Seite einmal sehr wenig. Die dahin gemetzelten Zombies lassen sich an einer Hand abzählen. Dafür glänzt die Folge mit einer bis dato (und auch danach) nie wieder erreichten emotionalen Tiefe. Und das vor allem deshalb, weil die Hauptdarsteller dieser Solofolge zu den geheimnisumwitterten, undurchschaubaren, stillen Vertretern gehören, die sich hier das erste Mal so richtig öffnen. Eine großartige Performance in einem wunderbar abgewrackten Setting. Die Chemie zwischen Beth und Daryl stimmt. Intensiv, nah, zerbrechlich. Für einen Augenblick steht die völlig zerstörte Welt still und ruhig da und zeigt sich von ihrer liebenswerten Seite. Und zu diesem Zeitpunkt wünscht man sich zumindest für die beiden ein Happy End im ganzen postapokalyptischen Trauma ringsum.

Gilmore Girls – „Lorelais Graduation Day“ (Season 2, Episode 21)

Für mich funktioniert die Episode aus zwei Gründen: Erstens darf die kleine, nette, süsse, von allen geliebte und umsorgte Rory aus ihrem selbstgeschaffenen und auch so gewollten ‚Käfig‘ kurzzeitig ausbrechen und ein wenig revoltieren, um zweitens endlich das zu tun, was die davor gezeigten Folgen so sorgsam aufgebaut haben: Jess endgültig näher zu kommen. Faszinierend auch deshalb, weil Rory es auch in diesem Moment noch immer nicht wahrhaben will. Im Gegensatz zu ihrer Mutter, die den sich anbahnenden, neuen Liebesreigen natürlich sofort durchschaut. By the Way: Außerdem gibt es eine Plattenladenszene. 😉

Doctor Who – „The Angels take Manhattan“ (Season 7, Episode 5)

Matt Smith als der elfte Doktor im „Doctor Who“-Universum ist ja mein erklärter Liebling. (Forget about Tennant, just a little bit.) Diese Episode überzeugt durch mehrere Komponenten. Allen voran ist es die finale Pond-Folge. Amy Pond und Rory (ihr Verlobter) im letzten Kampf gegen die Weeping Angels (Ihr wisst schon: Don’t blink!). Ich mochte den Amy Pond Charakter sehr und Rory als tollpatschiger, aber stets liebenswürdiger Freund an ihrer Seite setzt dem ganzen noch einmal die Krone auf. Dann ist auch noch River Song dabei, der wiederkehrende Charakter mit Spoileranleihen. Geheimnisvoll und deshalb so interessant. „The Angels take Manhattan“ ist eine dieser typischen ‚WTF?‘ – Folgen, mit einigen Twists, die für den geneigten Zuschauer und obsessiven Fan einer emotionalen Achterbahnfahrt gleich kommen. Ähnlich berührend ist wohl nur noch die Szene des Abschieds zwischen dem zehnten Doktor und Rose Tyler. Noch ein Moment in der Doctor Whoschen Welt mit unbedingtem Erinnerungspotential.

Community – „A fistful of Paintballs“/„For a few Paintballs more“ (Season 2, Episode 23/24)

Hach, bei „Community“ gibt es wahrscheinlich je nach persönlicher Präferenz viele legendäre Serienepisoden. „Remedial Chaos Theory“ (Season 3, Episode 3) ist zum Beispiel so eine. Aber ich mag insbesondere das Doppelfolgen-Staffelfinale mit den zugepflasterten filmischen Zitaten aus zum einen der eastwoodschen „Für eine Handvoll Dollar“ – Trilogie und den zum anderen Unmengen an „Star Wars“-Reminiszenzen. Hinzu kommt Josh Holloway (Sawyer aus „Lost“) in einer Gastrolle als Black Rider, der cool und lässig die Szenerie bestimmt. Das ist echt köstlich anzuschauen.

Vikings – „Blood Eagle“ (Season 2, Episode 7)

Vielleicht nicht die stärkste Folge, was die tiefere Charakterisierung der Protagonisten angeht. Obwohl. Eigentlich doch. Insbesondere Ragnar offenbart hier neue, dunkle Seiten. Auch meine Lieblingsfigur Floki (dessen Name wohl nicht nur rein zufällig Anleihen an Loki nimmt) zeigt völlig andere Eigenschaften als bis dahin gedacht. Nicht zuletzt kehrt in dieser Episode auch der stärkste, weibliche Charakter – Lagertha – zurück auf die Wikingerbühne. Aber „Blood Eagle“ ist vor allem definitiv eine der blutigsten und grausamsten „Vikings“-Folgen. Und gerade deshalb natürlich ins Gedächtnis eingebrannt.

Game of Thrones – „The Rains of Castamere“ (Season 3, Episode 9)

Staffel 5 geizt bisher ja ungemein mit dem Töten von lieb gewonnenen oder wahlweise auch verachtenswerten Figuren. Aber eigentlich will man eine Episode wie „The Rains of Castamere“ wohl auch nicht noch einmal erleben. Für mich als, zu diesem Zeitpunkt, Nichtkenner der Bücher war ‚the red wedding‘ ein Schock. Fassungsloses Kopfschütteln. Der Glaube an das Gute in dieser Welt wurde aufs tiefste erschüttert. Diese Folge ist in das kollektive Gedächtnis aller GoT-Zuschauer eingegangen und wohl nur wenige werden lächelnd dem Gemetzel zugeschaut haben. (Haus Bolton sucks! And Walder too!) Und alle nachfolgenden Hochzeiten wurden und werden nunmehr auf Westeros immer mit einem argwöhnischen Auge betrachtet.

Shameless – „But at last came a knock“ (Season 1, Episode 9)

In dieser Episode geht es hoch her. Die Beziehung von Ian und Mickey wird sehr viel intensiver. Lip ist noch mit Karen zusammen und ziemlich glücklich – auf Gallagher-Art. Debbie kommt hinter das Geheimnis von Steve und nutzt diesen Umstand schamlos (sorry dafür!) aus. Und dann kehrt Monica, die Mutter der Gallagher-Gang, heim und stiftet damit extreme Unruhe. Das alles macht die Folge aber noch nicht legendär. Fionas Ansprache beim Treffen mit ihrer Mutter ist dann allerdings das Highlight und brannte sich mir als einer der emotionalsten Höhepunkte nicht nur dieser Season, sondern sogar der bisherigen kompletten Serie ins Hirn ein. Famoses Schauspiel von Emmy Rossum. Und extrem wirkungsvoll.

Tatortreiniger – „Schottys Kampf“ (Staffel 2, Episode 3)

„Widersprechen sie mir, wenn ich was Falsches sage.“ – „Ja.“ – „Äh, was ja?“ – „Ich finde das falsch!“- „Aha. Und was?“ – „Alles!“ – „Und woran machen sie das fest?“ – „An allem!“ – „Können sie das etwas näher ausführen?“ – „Kann ich. Mach ich aber nicht!“

Die Dialoge im „Tatortreiniger“ sind einfach nur großartig. Und diese Folge ist ein besonderes Glanzstück. Schottys Reaktionen, real und auch eingebildet, konterkarieren so wunderbar das Weltbild der Nationalsozialismus-Sympathisanten. Aber irgendwie merken die das einfach nicht. Amüsanter kann man ein politisches Thema in einer Serie nicht aufgreifen. Prädikat: Unbedingt anschauen!

ALF – „La Cucuaracha“ (Season 1, Episode 25)

Eine Albtraumfolge. Ich habe immer Angst vor dieser Kakerlake gehabt. Daher ist mir diese Episode auch die ganzen Jahre über lebhaft in Erinnerung geblieben. Glücklicherweise hat ALF Rodney am Ende den Garaus gemacht. So, wie sich das für einen Helden gehört.

Six Feet Under – „All alone“ (Season 5, Episode 10)

Man hätte die Serie natürlich auch an dieser Stelle enden lassen können. Immerhin bildete Nate Fisher den Anfang und auch die fixe Konstante in „Six Feet Under“. Mit seinem Tod hätte man ein passendes Finale gehabt. Aber wenn uns diese Serie eines gelehrt hat, dann das jedes Ende auch immer ein Weitermachen der Anderen (er)fordert. Egal, wie schwer dies auch fallen mag. Außerdem wäre uns ansonsten ja der beste Abschluss einer Dramaserie ever durch die Hände geglitten. Und das will ja niemand.

Geschafft. Vorerst. Denn eigentlich gäbe es da noch einige legendäre Serienepisoden mehr. Aber die Beschränkung auf zehn ließ mich diese Außen vor lassen. Bei einigen Serien könnte man sogar eine eigene Top 10 zusammen stellen. Insbesondere „Doctor Who“ oder auch „Community“ bieten dafür genügend Potential. Wer wider Erwarten noch nicht an dieser Blogparade teilgenommen habe sollte und jetzt auf einmal Blut geleckt hat, darf gern selbst tätig werden. Miss Booleana freut sich über jeden weiteren Teilnehmer. Davon gehe ich einfach mal aus.

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12 Antworten zu Blogparade: Die 10 legendärsten Serienepisoden

  1. Löwenherz schreibt:

    Ich habe in der 1. Staffel ja tatsächlich immer loki statt floki verstanden 😉

  2. Schlopsi schreibt:

    Tolle Auswahl! Bei der Folge „Still“ sind wir uns ja einig. Hänge in Gedanken immer an diese Folge, wenn das Seasonmidfinale der 5. läuft…
    Die gewählte Folge von „Doctor Who“ ist natürlich auch ein emotionales Brett. Ich musste ja schon schlucken als River Bekanntschaft mit einem der Engel machen durfte, aber dieses Finale. Puh, das bleibt natürlich haften. Obwohl das Ende selbst wieder so schön gemacht ist, dass es gerade so noch als Trostpflaster reicht. „I don’t like endings.“ Well, who the hell does?

  3. Nummer Neun schreibt:

    Oh Gott, die Kakerlaken Folge! Danach hatte ich auch Angst!

    Zustimmung auch zur Walking Dead Folge – hier zeigt sich die eigentliche Stärke der Show. Und die ist nunmal nicht das Killen von grauen Zombies.

  4. bullion schreibt:

    Wie zu erwarten ein paar Übereinstimmungen – und natürlich „La Cucuaracha“! Mensch, die fand ich damals auch extrem gruselig. Schon lustig durch welche Traumen wir so zu bewältigen hatten… 😉

  5. Miss Booleana schreibt:

    Ach, da sind wieder viele schöne Episoden dabei.
    Also bei The Angels Take Manhattan war ich aus mehr als einmal extrem überrascht und schockiert (Der Riesen-Engel aaaaah DX ) – allerdings fand ich Amy und Rory immer etwas nervig … tat mir trotzdem sehr leid wie es ausgegangen ist. Auf jeden Fall eine der ganz großen Doctor Who Folgen. Apropos … ich mag die Idee sehr eine Blogparade Top 10 Doctor Who Episoden zu machen … und wann startest du die Parade 😉 ?

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