On the Road again: Vom Warten auf Flugzeuge und dem Warten des Flugzeugs.

Reykjavik ist tatsächlich eine Reise wert. Irgendwann einmal. Jetzt da ich weiß, wo sich das Büro der Airport Assistance befindet, steht einem erfolgreichen Ende auch zukünftig nichts im Wege. Es befindet sich übrigens neben den Toiletten. Ohne Beschriftung. Und die Dame darinnen war großartig. Warum ich das alles so genau weiß und die Dame loben muss, wollt ihr wissen? Okay. Das kam so…

Check In Berlin. Unsere Airline beginnt mit dem Boarding zwei Stunden vorher, schafft es aber nicht wirklich zum Flugzeitpunkt die Prozedur erfolgreich zu beenden. Wir haben einen Connecting Flight nach Boston. Die haben am Sonntag anscheinend nur Azubis dort sitzen und wir deshalb ständig die fortschreitende Uhrzeit im Blick. Irgendwie schaffen wir es als letzte und mit bereits namentlichen Aufruf über sämtliche Flughafenlautsprecher das Flugzeug zu erklimmen. Yeah. Es kann losgehen.

Landung Reykjavik/Keflavik. Dreißig Minuten später gestartet, fünfundzwanzig Minuten später angekommen. Die Bordcrew spricht fließend isländisch (welch Überraschung), aber anscheinend nur rudimentär Englisch. Connecting Flight to Boston? Wo? Wie? Und vor allem Warum? Rätsel über Rätsel. Unser Gepäck wird zwar zum anderen Flugzeug gekarrt. Wir müssen den Weg leider selbst finden. Und das ist gar nicht so einfach wie angenommen. Zwar ist am Flughafen Reykjavik/Keflavik die große Iceland Air an jeder Ecke präsent, unsere kleine Konkurrenzfliegerabteilung mit dem schönen Namen Wow Air findet sich jedoch so rein gar nicht. Die Abflugzeit rückt immer näher. Wir haben noch immer keine Boardingcards für den Weiterflug nach Boston. Und dann kam sie!

Nachdem wir der Dame unser Anliegen schilderten, sprich Gepäck bereits im gerade startenden Flugzeit, wir – aufgrund fehlender Boardingcards – allerdings nicht, schwang sie sich vehement an ihr Walkie Talkie und rannte dabei wild mit den Armen gestikulierend, mit uns im Schlepptau, quer durch den kompletten Flughafen. Rigoros wurden alle sich in den Weg stellenden etwaigen anderen Menschen zur Seite komplimentiert. An der Kontrolle, die kurze Verschnaufpause nutzend, kam von uns der fragende Blick: „What’s the deal?“ Worauf sie antwortete: „The plane is waiting for you. We have to hurry up.“ Wäre es nicht so nervenaufreibend gewesen, man hätte sich glatt wie ein VIP fühlen können. Für einen kurzen Augenblick. Kontrolle geschafft und weiter ging es im Höllentempo. Ein bereits wartender Shuttlebus brachte uns dann einmal quer über das Rollfeld kurvend zum Flugzeug. Unserem Flugzeug. Der Kapitän hatte anscheinend schon einmal das Unterhaltungsprogramm gestartet und die anderen Fluggäste mit Anekdoten aus seinem Leben bei Laune gehalten. Nun gut, vielleicht auch nicht. Immerhin waren wir dann doch noch an Bord und konnten Richtung Zielpunkt Boston starten. Dank einer kleinen, aber kompetenten und extrem hilfsbereiten isländischen Dame. Bei der wir uns dann auch leider nur überstürzt verabschieden und bedanken konnten, bevor sie sich wieder in ihr Büro neben den Toiletten zurückzog, um die weiteren Geschicke des Flughafens Reykjavik/Keflavik zu bestimmen.

Mit ihr am Ruder kann da nichts schief gehen. Danke für Alles. Kleine, isländische Elfe. Wir sehen uns wieder bei einem, dann hoffentlich sehr viel stressfreieren, Besuch auf dieser von oben schön anzuschauenden Insel.

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14 Antworten zu On the Road again: Vom Warten auf Flugzeuge und dem Warten des Flugzeugs.

  1. friedlvongrimm schreibt:

    Was für ein Engel.

  2. Sandra schreibt:

    Mit Icelandair wäre das nicht passiert. In Kopenhagen zwei Stunden zu spät los, in Keflavik aber nur 75 MInuten zu spät angekommen. Blieben fünfzehn MInuten um ähnlich wie ihr durch den Flughafen zu hetzen. SIcherheitskontrollen? Ein andermal …

  3. Nummer Neun schreibt:

    Klingt wie ein Actionfilm 🙂

  4. Pingback: On the Road again: First Stop Boston, Massachusetts, USA | Weltall. Erde. Mensch…und Ich.

  5. Schlopsi schreibt:

    Herrje, wenigstens habt ihr das Glück gehabt, an solch eine Powerfrau zu geraten. Aber das verspricht eine Reise zu werden… ;D

    • Stepnwolf schreibt:

      Ja, auf den Stress hätte ich aber gern verzichtet. Aber gut, wenn man schon vorm eigentlichen Start der Reise eine actionreiche Story erzählen kann. 🙂

  6. Gorana schreibt:

    Immer wieder schön auf solche Menschen zu treffen! 🙂

  7. Pingback: Liebster Award III | Weltall. Erde. Mensch…und Ich.

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