31 Tage – 31 Filme: Tag 23

Der kulturelle Output der Menschheit besteht ja seit nun mehr etwas mehr als 100 Jahren auch aus filmischen Werken, festgehalten auf Zelluloid oder in neuester Zeit auch digital. Im Laufe dieser Jahre und Jahrzehnte entstanden eine unendliche Zahl an Filmen. Zum Weinen, zum Lachen, zum Aufregen, zum Einschlafen, zum Staunen, zum Mitsingen, zum Mitfiebern, zum Erschrecken, zum Verlieben… zum… Na, sie wissen schon, was ich meine. Die wundervolle Blogserie „31 Tage – 31 Filme“ greift einen Bruchteil dieses filmischen Outputs auf – noch dazu den mir persönlich bekannten – stellt jeden Tag eine bestimmte Aufgabe und lässt mich grübelnd über die für mich optimale Antwort zurück. Entdeckt in der ERGOThek, erfunden und mit Regeln versehen von Lena auf dem To the Lighthouse Filmblog wird meine Wenigkeit ebenfalls einen Teil zur Lösung der Aufgaben beitragen. Es wird mehr als 31 Tage brauchen. Am Ende sind es sicher auch mehr als nur 31 Filme, die die Tage ausfüllen. Und es werden definitiv viele weitere mir noch unbekannte, nicht benannte oder schlichtweg vergessene Filme fehlen. Aber das Entdecken und Wieder-Entdecken filmischer Highlights entschädigt ohne Zweifel für alle entstehenden grübelnden Strapazen…

Tag 23 – Aus welchem Film stammt der beste Filmanfang oder das beste Filmende?

Da werde ich zu Anfang erst einmal aus dem ‚oder‘ ein ‚und‘ machen, sowie am Ende sogar noch eine Kombination beider in einem Film dazu zaubern. Kompliziert? Nein, klingt nur so. Beginnen wir also am Anfang. Und kehren gleichzeitig zu Tag 8 dieser kleinen famosen Reihe hier zurück, wo ich einer weiblichen Regisseurin meine Aufwartung machte. Zuerst dachte ich beim besten Filmanfang an „Lost in Translation“, weil … nun ja … egal … lassen wir das. 😉 Aber eigentlich ist der Beginn von „Somewhere“ perfekt gelungen:

In den anderthalb Minuten wird die Hauptfigur Johnny Marco (alias Stephen Dorff) bereits komplett charakterisiert, ohne ein einziges Wort. Er ist zum einen dekadent, hedonistisch und unglaublich gelangweilt. Zum anderen in seinem Leben an einem Punkt angelangt, wo es nicht mehr vorwärts geht, wo er sich nur mehr im Kreis bewegt, ohne ein wirkliches Ziel zu haben. Und all das wird mit dieser Anfangsszene großartig metaphorisch dargestellt. Besser geht es nicht. Danke dafür Ms. Coppola.

Beim Filmende ist mir sofort und ohne Umschweife „Full Metal Jacket“ in den Sinn gekommen. Ich liebe diese Diskrepanz zwischen den gezeigten Bildern und dem gesungenen Lied der vorbeimarschierenden Soldaten. Und singe auch jedes Mal wieder mit:

Kann man Krieg besser definieren als in den Worten I’m in a world of shit but I’m alive?

Als Bonus biete ich dem geneigten Leser noch ein Werk, wo mir die Verbindung zwischen Filmanfang und Filmende besonders gut gefallen hat. Die Rede ist von „Closer“, mit der bezaubernden Natalie Portman.

Mal abgesehen vom Lied, das für beide Szenen genutzt wird und nunmehr mit dem Wissen um das Gesehene ganz anders interpretiert werden kann, sind natürlich auch die bildlichen Gemeinsamkeiten sichtbar. Wir folgen bis zum Schluß dem roten Faden (aber nicht den roten Haaren) und werden dann mit der Erkenntnis (die Jude Law überkommt) aus der Geschichte entlassen. Wunderbar gemacht.

Coming up next: Tag 24 – Welcher ist der traurigste Film, den du je gesehen hast? (Taschentücher bereit halten!)

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6 Antworten zu 31 Tage – 31 Filme: Tag 23

  1. friedlvongrimm schreibt:

    Rate, wer gerade die Bluray von „Full Metal Jacket“ eingeweiht hat? Immer noch fantastisch und intensiv.

    Du mochtest also „Somewhere“? Ich werde langsam passiv aggressiv bei der Frau. Selbst das Weihnachtsspecial von Netflix mit Bill Murray fand ich doof.

    • Stepnwolf schreibt:

      Ich rate mal. Du?
      Ja, ich mag „Somewhere“. Ich mag vor allem die Bildsprache, weil gesprochen wird ja nicht viel. Es ist spannend, mit wie wenig Dialogen es möglich ist eine solche Story zu entwickeln. Allein durch die Mimik und Gestik der Schauspieler (Bravo an Stephen Dorff und Elle Fanning) und die geschaffenen Bilder (Bravo an Sofia Coppola). Sie ist und bleibt meine Lieblingsregisseurin. 🙂

      • friedlvongrimm schreibt:

        Ich finde es nur langsam ermüdend, wie diese Frau sich seit „Marie Antoinette“ nicht weiterentwickelt. Ich habe jetzt langsam verstanden, dass auch reiche, privilegierte Menschen ihre Problemchen haben.

        • Stepnwolf schreibt:

          Muss sie sich denn tatsächlich weiter entwickeln? Ich finde ihren Stil durchaus bezeichnend. Man kann ihre Filme eindeutig erkennen und eine eigene Handschrift kann für einen Regisseur ja nur vorteilhaft sein. Hängt dann halt nur davon ab, ob der Rezipient damit klar kommt oder nicht. Ist wie bei Zack Snyder. Entweder man mag ihn oder nicht. 😉

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