31 Tage – 31 Filme: Tag 26

Der kulturelle Output der Menschheit besteht ja seit nun mehr etwas mehr als 100 Jahren auch aus filmischen Werken, festgehalten auf Zelluloid oder in neuester Zeit auch digital. Im Laufe dieser Jahre und Jahrzehnte entstanden eine unendliche Zahl an Filmen. Zum Weinen, zum Lachen, zum Aufregen, zum Einschlafen, zum Staunen, zum Mitsingen, zum Mitfiebern, zum Erschrecken, zum Verlieben… zum… Na, sie wissen schon, was ich meine. Die wundervolle Blogserie „31 Tage – 31 Filme“ greift einen Bruchteil dieses filmischen Outputs auf – noch dazu den mir persönlich bekannten – stellt jeden Tag eine bestimmte Aufgabe und lässt mich grübelnd über die für mich optimale Antwort zurück. Entdeckt in der ERGOThek, erfunden und mit Regeln versehen von Lena auf dem To the Lighthouse Filmblog wird meine Wenigkeit ebenfalls einen Teil zur Lösung der Aufgaben beitragen. Es wird mehr als 31 Tage brauchen. Am Ende sind es sicher auch mehr als nur 31 Filme, die die Tage ausfüllen. Und es werden definitiv viele weitere mir noch unbekannte, nicht benannte oder schlichtweg vergessene Filme fehlen. Aber das Entdecken und Wieder-Entdecken filmischer Highlights entschädigt ohne Zweifel für alle entstehenden grübelnden Strapazen…

Tag 26 – Nenne deinen liebsten Filmklassiker.

Das ist einfach: Citizen Kane.

So beginnt er, mein liebster Filmklassiker. Und darum geht es in diesem Film letztendlich auch – um das Geheimnis wer oder was Rosebud ist. Das letzte Wort, das Charles Foster Kane, seines Zeichens wohlhabender Medienmogul und redegewandter Politiker sagte, bevor er stirbt. Und so begleiten wir einen Journalisten auf der Suche nach der Wahrheit über Citizen Kane – das Mysterium, der einsame Millionär in seinem Märchenschloss Xanadu, der verzweifelte, alte, sterbende Mann. Wie wurde er zu dem, was er am Ende seiner Tage ist und vor allem warum? Wie erschuf er ein Medienimperium, das seinesgleichen sucht? Und warum ist er trotz allem Zeit seines Lebens nicht glücklich geworden?

Es gibt ungezählte, großartige Szenen in diesem Meisterwerk. Geschliffen scharfe Dialoge, wie der obige. Eine wunderbar passende Musik von Bernard Herrmann. Eingebrannte Bilder ikonischen Charakters. Ganz zu schweigen von den filmtechnischen Neuerungen, die Orson Welles (als Regisseur) in diesem einen Film einbaute – von Plansequenzen, über die eingesetzten Kameraperspektiven und -winkel, bis hin zu bildkompositorischen Experimenten und Tonspielereien. Der ganze Film strotzt nur so vor Innovationen. Eingebettet ist dies in eine plottechnisch intelligente Erzählperspektive. Wir als Zuschauer entschlüsseln zusammen mit dem Journalisten das Leben von Mr. Kane. Treffen Weggefährten, ehemalige Freunde und Feinde. Wir recherchieren. Wir freuen uns, wenn wieder ein Puzzleteil mehr aufgedeckt wird. Wir fluchen, wenn wir an einem Punkt nicht weiter kommen und somit ein Teil der Geschichte im Verborgenen bleibt. Orson Welles (als Schauspieler) ist eine Wucht. Präsent in jeder Szene, charismatisch, fordernd, verzweifelnd, liebend, trauernd. Fantastisch agierend. Eine brillante Leistung. Orson Welles spielt nicht Charles Foster Kane, nein, er ist es – zweifellos! Aber auch der restliche Cast kann durchweg überzeugen.

Citizen Kane begeistert durchgehend, jedes Bild, jede Szene, jeder Dialog dient der Erzählung. Unterstützt, katalysiert, treibt voran, bremst. Der Film ist zu keiner Sekunde langweilig. Die zwei Stunden bieten eine derart komplexe Geschichte, mit überraschenden Wendungen und natürlich dem einen großen Fragezeichen, das es auszuradieren gilt. Darauf arbeitet der ganze Film hin. Hin zu Rosebud. Wer oder was ist Rosebud?

(Wer den Film wider Erwarten noch nicht kennen sollte, erspare sich bitte den folgenden Ausschnitt. Denn das ist der größte SPOILER der Filmgeschichte!)

Ich muss an dieser Stelle schon eine Teilantwort zu Frage 27 geben und hier bereits sagen: Citizen Kane sollte JEDER, wirklich jeder gesehen haben! Punkt!

Coming up next: Tag 27 – Welchen Film sollte deiner Meinung nach jeder gesehen haben? (außer den gerade erwähnten)

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6 Antworten zu 31 Tage – 31 Filme: Tag 26

  1. Pingback: 31 Tage – 31 Filme: Tag 27 | Weltall. Erde. Mensch…und Ich.

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  3. Gorana schreibt:

    Tja, ich bin die die diesen scheinbar unfassbar tollen Film noch nicht kennt. Nach diesem Beitrag habe ich das Gefühl, ich muss ihn sofort und auf der Stelle sehen!!! Ich geh dann mal gucken wo ich den auf die schnelle herbekomme …

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