Blogparade: 10 herausragende Filmsets – Schnee

Das ist mal eine Blogparade des werten Hurzfilm, die sehr anspruchsvoll daher kommt. Erst einmal bestand die Aufgabe darin ein Filmset zu finden, das es sich lohnt näher zu betrachten. Mein erster Gedanke ging in Richtung futuristische Städte im Film. Aber eigentlich bin ich ja Winterfan, wie ich schon des öfteren erwähnt habe. Deshalb entschied ich mich dann doch für das Filmset SCHNEE. So weit, so gut. Nun fehlte ja nur noch die Auswahl von zehn herausragenden weiß getünchten Filmsets. Nichts leichter als das… Sollte man meinen.

Nanook of the North (1922)

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Mit dieser Dokumentation des bekannten amerikanischen Dokumentarfilmers Robert J. Flaherty möchte ich den Reigen beginnen. Darüber gestolpert bin ich damals während meines Studiums. Erzählt wird der Alltag eines Inuit und seiner Familie im nördlichsten Kanada. Flaherty zeigt dabei beeindruckende Panoramaaufnahmen der rauen Eis- und Schneelandschaft, in der die Familie lebt und versucht zu überleben.

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Wer die Muse hat, kann sich das Werk gern hier in voller Gänze einverleiben.

The Shining (1980)

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Kubricks Klassiker glänzt mit einem herausragenden Schauspiel des werten Jack Nicholson. Aber auch die Bilder des verschneiten Hotel Overlook und besonders die visuelle Inszenierung der Jagd durch das Labyrinth lassen es dem Zuschauer eiskalt den Rücken runterlaufen. Und das nicht nur aufgrund des schneeigen Einsatzes.

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Die diesig-nebligen, durch die Brechung des künstlichen Lichts im hellen Schnee erzeugte Atmosphäre wandelt irgendwo zwischen Traum und Trauma. Es entstehen schaurig-schöne Effekte.

Fargo (1996)

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Der Film der Coen-Brüder spielt in Minnesota. Das Schnee dort eine präsente Rolle einnehmen würde, war zu erwarten. Außerdem bildet rotes Blut doch einen wunderbaren Kontrast zum weißen Schnee ringsum. Oder etwa nicht? 😉

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Smilla’s sense of snow (1997)

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Auch wenn die Geschichte nicht durchgängig begeistern kann, bietet dieser Thriller von Regisseur Bille August großartige Aufnahmen der Landschaft Grönlands für die es sich schon lohnt wenigstens einmal Smilla (alias Julia Ormond) bei ihrem Gespür für Schnee und der Suche nach der Wahrheit über den Tod eines Jungen zu folgen.

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Schneeland (2004)

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Ein Film der Schneeland heißt. Was soll man da schon erwarten? Eben. Regisseur Hans W. Geißendörfer erzählt die Geschichte einer Frau, die nach dem Tod des Mannes die Einsamkeit Lapplands sucht, um vielleicht zu sich selbst zu finden. So einsam, wie sie ist, zeigt sich auch die winterlich-weiße Landschaft um sie herum. Geißendörfer gelingen einige Stills, die auch einfach mal als gemalte Landschaften durchgehen könnten. Fantastisch eingefangen. Schön anzusehen…

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Eight below (2006)

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Der deutsche Filmtitel lautet Antarctica, womit der Ort der Handlung schon mal eindeutig festgelegt ist. Hauptrolle spielen einen Großteil des gesamten Films die Hunde, die aufgrund eines Eissturms von den menschlichen Expeditionsteilnehmern zurückgelassen werden müssen und sich allein durch die raue, wüste, kalte und wenig Nahrung bietende Landschaft schlagen. Da wird einem stellenweise sehr kalt ums Herz, denn die Bilder lassen keinen Zweifel an der kahlen, tödlichen Umgebung, aus der man nur schwer zu entkommen scheint.

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Snow Cake (2006)

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Schneeengel und Schneefiguren bauen. Das hat Linda immer mit ihrer Tochter gemacht. Doch die ist bei einem unverschuldeten Autounfall ums Leben gekommen. Der Fahrer des Wagens Alex (Alan Rickman agiert ruhig und zuvorkommend) meldet sich bei der irgendwie gar nicht trauernden Mutter und wundert sich zuerst über die Gefühlskälte. Aber diese Emotionslosigkeit hat eine Ursache: Linda ist Autistin. Ein warmherziges Drama über den Umgang mit etwas anderen Menschen. Und prägenden Bildern im zugeschneiten Garten vor dem Haus.

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30 Days of night (2007)

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Ich hatte ja weiter oben schon einmal erwähnt: Blut kontrastiert gar fein mit Schnee. Und in dieser Slasher-Comicverfilmung von David Slade fliesst einiges dieser Flüssigkeit. Versprochen. Aber auch die nächtlichen Aufnahmen der Stadt Barrow im nördlichsten Alaska strahlen keine wirklich beruhigende Atmosphäre aus. Kalt und ungemein gefährlich. Und ein Sommer, ääääh, Happy End ist nicht zu erwarten.

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Låt den rätte komma in (2008)

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Skandinavische Filme können mitunter sehr depressiv-melancholisch angehaucht sein. Schnee unterstützt eine derartige Stimmung natürlich besonders. So finster die Nacht (so der deutsche Titel) ist dies nicht unbedingt. Dafür aber tatsächlich finster, weil sehr oft im schummrigen Zwielicht des Abends gedreht, auf dem Plattenbau-Hinterhof. Im Schnee. Sieht trostlos aus und symbolisiert in gewisser Weise auch die Situation beider jungen Protagonisten des Films.

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(Aber ein weißer Pudel im Schnee geht ja gar nicht.)

The Revenant (2016)

Das Alejandro G. Iñárritus neustes Werk mit unglaublich eindringlichen Bildern aufwartet, ist mittlerweile ja auch kein Geheimnis mehr. Visuell eine Augenweide. Emmanuel Lubezki versteht sein Handwerk. Ich bin noch immer hin und weg und kann mich an den fotografierten Landschaften nicht satt sehen. Wirklich außerordentlich gelungen.

The Revenant

So. Zehn beeindruckende, winterlich angehauchte, kalte, schneeig fotografierte filmische Werke liegen hinter uns. Ob es die besten zehn Vertreter sind, möchte ich jetzt außen vor lassen. Aber die zehn Kandidaten sind mir am ehesten in den Sinn gekommen. Und jetzt dürfen alle wieder in die vorgeheizte Stube zurück und sich am Kamin aufwärmen.

 

 

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15 Antworten zu Blogparade: 10 herausragende Filmsets – Schnee

  1. singendelehrerin schreibt:

    Super Idee, schöne Auswahl – auch wenn ich nur die Hälfte kenne! Mich fröstelt. 😉

    Besonders freut mich „Låt den rätte komma in“ – einfach ein toller Film!

    • Stepnwolf schreibt:

      Ja, ist er. Obwohl mir das amerikanische Remake auch ganz gut gefällt. Die haben beide so ihre Stärken und Schwächen.
      Welche kennst du denn nicht, außer wahrscheinlich Nanook of the north?

      • singendelehrerin schreibt:

        Abgesehen von dem von dir genannten kenne ich die folgenden nicht: 30 Days of Night, Snow Cake, Eight Below und Schneeland. Sind da Must-sees darunter?

        • Stepnwolf schreibt:

          Snow Cake ist auf jeden Fall gelungen. Alan Rickman geht eh immer. Schneeland ist etwas speziell (insbesondere speziell deutsch), aber allein aufgrund der Bilder (nicht nur die weiß getünchten) durchaus sehenswert. Eight Below ist so ein typischer Vertreter des Sonntagnachmittagfilms und 30 Days of Night erklärt sich von selbst. 😉

          Ein Must-see ist wahrscheinlich keiner von denen. Gibt es überhaupt Must-sees? (außer Citizen Kane ;))

  2. Pingback: 10 herausragende Filmsets: Orte zum Abhängen | filmexe

  3. Nummer Neun schreibt:

    Ich liebe Filme im Schnee! Die bekommen dadurch so eine ganz eigene Atmosphäre

  4. bullion schreibt:

    Hachja, „Fargo“. Mein liebster Schneefilm. „The Grey“ fällt mir hier auch noch ein. Und „Nobody’s Fool“. Vielleicht ist auch das mein liebster Schneefilm… 😉

    • Stepnwolf schreibt:

      The Grey kam mir im Zusammenhang mit The Revenant in den Sinn, der aber visuell noch mal ein paar Schippen drauf legt (inhaltlich nicht unbedingt). Fargo war tatsächlich der erste Film, der mir sofort eingefallen ist, inklusive der Szene vom oberen Bild. 😉

  5. Miss Booleana schreibt:

    Schöne Filmauswahl und schöner gemeinsamer Nenner! Gut, ich mag Schnee nur beim Winterspaziergang, ansonsten kann mir das weiße Zeug gestohlen bleiben. Aber in Filmen, besonders in einigen der oben genannten, wird das prima rübergebracht, sodass mir wirklich beim Anblick kalt wird. Quasi das beste Stilmittel. Snowpiercer fällt mir noch ein.
    Ich überlege auch noch, was mein Thema werden soll, bin mir aber unschlüssig.

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