Kurz und knackig: Die Flimmerkiste Juni Teil 1

Der Fussball zeigt seine Wirkung und hält mich bereits in seinen großen Torwartklauen gefangen. Was sich wiederum auf meinen Filmkonsum auswirkt.

The Imitation Game (2014)

Konservativ runter erzählte Geschichte der britischen Enigma-Entschlüsselungsversuche im Zweiten Weltkrieg, die irgendwie aber nur den Aufhänger liefern, dem Nerdtum des Hauptdarstellers zu huldigen. Cumberbatch mimt den Protagonisten Alan Turing in all seinen nuancierten, etwas abseitigen Facetten. Das gelingt ihm sehr gut, auch wenn es stellenweise übertrieben wirkt. Keira Knightley gelingt es allerdings nicht wirklich der emanzipiert daherkommenden weiblichen Hauptfigur genug Leben einzuhauchen und verbleibt nur als schmückendes Beiwerk. So ist The Imitation Game zwar schick anzusehen, aber leider nur mittelmäßig spannend.

Whiplash (2014)

J.K. Simmons rockt das Ding. Diese abrupten Wechsel zwischen fiesem, eiskalt berechnendem, harten Ausbilder – Armydrill ist dagegen Kindergarten – und der emotional, weichen Fassade meistert er bravourös. Miles Teller kann daneben zwar eine gute Figur machen, kommt aber nicht annähernd an das Schauspiel heran. Die Trainingstortur erinnert stellenweise an Black Swan, insbesondere was die körperlichen und seelischen Strapazen anbelangt.

Auf der großen Leinwand habe ich es dann doch immerhin geschafft zwei Werke zu sehen:

The Nice Guys (2016)

Ryan Gosling sollte öfter sein komödiantisches Talent nach außen kehren. Denn hier gelingt ihm das wunderbar. Zusammen mit Russell Crowe bildet er ein tolles Duo Infernale. Dialoge, die Tarantinos Handschrift tragen könnten (die Fahrstuhl-Szene hat mich spontan an Pulp Fiction erinnert). Absurd-skurille Szenen, die einem Doc aus Inherent Vice in Nichts nachstehen. Sowieso kommt einem dieser im gleichen Milieu, zur gleichen Zeit spielende Film als Vergleich sofort in den Sinn. Was nur als Kompliment gelten soll. Kurzweiliges Spaßkino mit zwei spielfreudig aufgelegten Akteuren.

Captain America: Civil War (2016)

Marvel kann es: Den Avengers immer ausreichend Screentime zu geben, so das sich niemand vernachlässigt fühlen muss; neuen Charakteren mit kleinen Dialogen und Andeutungen Background erschaffen und stets die Balance zwischen schnellen Actionszenen und ruhigen Momenten auszuloten. Mittlerweile ist es jedoch unbedingte Pflicht alle vorherigen Filme gesehen zu haben, weil die Querverweise, Running Gags und verbalen Seitenhiebe immer mehr zunehmen, aber eben auch einen gewichtigen Teil des hohen Spaßfaktors bilden. Ansonsten: Natürlich auch nach der Sichtung immer noch Team Iron Man. 🙂

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5 Antworten zu Kurz und knackig: Die Flimmerkiste Juni Teil 1

  1. Nummer Neun schreibt:

    Whiplash fand ich großartig! Einer meiner Lieblings-Filme aus dem letzten Jahr.

  2. Cathrin Rubin schreibt:

    Ach, diese Keira Knightley… nicht nur, dass ich nie weiß, wie man ihren Namen schreibt… ich kann sie als Schauspielerin echt nicht leiden… immer die gleichen Gesichtsausdrücke…

    Nice Guys muss ich unbedingt noch gucken!

  3. donpozuelo schreibt:

    Whiplash war wirklich unglaublich gut… Civil War habe ich auch geliebt…. und bei The Nice Guys haben es echt Ryan Gosling und Russell Crowe für mich gerettet. Ich hatte ein bisschen mehr Noir erwartet und nicht so viel Slapstick, aber Gosling kann sowas scheinbar echt gut. Der sollte öfter solche Rollen spielen.

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