Kurz und knackig: Die Flimmerkiste September Teil 2

Sechs Filme waren es nur in den letzten vierzehn Tagen des Septembers. Die Serienwelt hat mich schon wieder voll in ihrer Gewalt…

Watchmen (2009)

Zack Snyders bester Film? Darüber lässt sich streiten. Aber auf jeden Fall eine gelungene Comicverfilmung im typischen snyderschen Stil: beeindruckende Bilder (dieses switchen in verschiedene Medien als Szenenübergang bleibt einem in Erinnerung), passende Musik und verschrobene Charaktere (allen voran natürlich Rorschach). Nur die Geschichte war mir etwas halbgar, weil ein wenig schnipselhaft vorgetragen. Obwohl, die hat sich wahrscheinlich Rorschachs Halbsätzen angepasst. 😉

Cracks (2009)

Erster Gedanke: Oh Captain, my Captain! Internat. Schüler, die einem Lehrer bewundernd lauschen und ein Unglücksfall. So, jetzt verschieben wir das alles in die weibliche Perspektive und aus Robin Williams wird spontan Eva Green (Wer hätte damals nicht gern solch eine Lehrerin gehabt?), die Schüler werden Schülerinnen, der Unglücksfall, äääh, bleibt Unglücksfall und fertig ist „Cracks“. Nur leider nicht annähernd mit einer vergleichbaren Atmosphäre wie bei Dead Poets Society, sondern stellenweise extrem ermüdend und bedächtig erzählt. Das reißt auch die frei aufspielende Juno Temple (seit Vinyls in meinem filmischen Fokus) nicht raus.

Love & Mercy (2014)

Fluffig erzähltes Biopic des Ober-Beach Boys Brian Wilson mit viel passender Musik und noch mehr passendem Drama. Wilsons Lebensgeschichte ist aber auch ganz und gar nicht geradlinig verlaufen und stockte an vielen Ecken, ähnlich wie Smile, gar völlig. Beide ihn mimenden Darsteller, sowohl der junge Paul Dano als auch der alte John Cusack glänzen in ihrer Rolle fast so sehr wie eine Pet Sounds CD. Aber nur fast. Denn jetzt kommt der Haken: Wer weder jemals zuvor etwas von Smile oder Pet Sounds gehört hat, wird Love & Mercy nicht viel abgewinnen können. Man muss schon ein wenig aus dem Band- und Brian Wilson Leben kennen, um die in so perfekter Kleinarbeit nachgestellten und ausgefeilten Szenen des Films zu verstehen. Aber dann hat man definitiv ganz viel Fun Fun Fun.

The Squad (2015)

Der Film fühlt sich so komplett un-französisch, aber ganz und gar amerikanisch an. Sehr viel, mitunter recht stupide Actionszenen, schnelle Schnitte und ein für das Actiongenre ureigener roter Faden, der die Geschichte durchzieht, bestimmen The Squad. Hinzu kommt ein griesgrämig-grummeliger Jean Reno und ein herrlich abgedrehter Alban Lenoir. Ergibt als Komplettpaket ein solides, vielleicht ein wenig zu geradlinig erzähltes Werk für einen entspannten Filmabend.

Mission Impossible: Rogue Nation (2015)

Apropos Actionkino: Ethan Hunt könnte aber auch so langsam mal in Rente gehen. Nur noch diesen eine Flugzeug-Stunt. Aber dann. Rogue Nation spinnt die Syndikat-Story weiter und strebt einer Auflösung der ganzen Verwirrungen entgegen. Aber irgendwie packt es einen nicht mehr. Okay, Simon Pegg macht immer noch Spaß in seiner Rolle. Aber alles drumrum ist entweder bereits zu eingespielt vorhersehbar (looking at you Mr. Cruise) oder zu überflüssig-nostalgisch (Ving Rhames hätte man sich schenken können).

The Man from U.N.C.L.E. (2015)

Das Agenten-Actionkino auch anders geht, zeigt Guy Ritchies locker-leicht auftrumpfender kleiner ‚Kalter Krieg-Ost gegen West‘ Filmstreifen. Das Zusammenspiel der zwei so komplett unterschiedlichen Agenten ist herrlich amüsant. Henry ‚Superman‘ Cavill und Armie Hammer harmonieren aber auch vorzüglich miteinander. Hinzu kommt Alicia Vikander als vorlautes ostdeutsches Mechanikergirl. Toller Cast! Hier sind die Witze nicht erzwungen, sondern so unumwunden natürlich – inklusive der schwarzhumorig angehauchten britischen Attitüde.

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3 Antworten zu Kurz und knackig: Die Flimmerkiste September Teil 2

  1. bullion schreibt:

    „Watchmen“ ist audiovisuell sehr nett anzusehen (das Intro zu Dylan ist der Hammer!), aber die Story und der Erzählfluss – das hat Snyder nicht so toll eingefangen. Fand ihn insgesamt eher durchschnittlich.

  2. friedlvongrimm schreibt:

    Fluffig ist das perfekte Wort für „Love & Mercy“. Ich hätte es schön gefunden, wenn sie versucht hätten von Biopicstil ein wenig wegzugehen und sich mehr auf die Weise wie Brian Wilson die Welt wahrnimmt bzw. wie es so in seinem Kopf aussieht konzentriert hätten.

  3. singendelehrerin schreibt:

    Endlich mal jemand, der „Rogue Nation“ auch nicht so viel abgewinnen konnte! Und dann auch noch die positiven Worte zu „Man from U.N.C.L.E“ – du wirst mir immer sympathischer! 😉

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