Kurz und knackig: Die Flimmerkiste November Teil 2

Das war in diesem zweiten Abschnitt des Novembers eine sehr geringe Filmausbeute. Aber eigentlich sind es ein paar mehr Werke, die ich konsumiert habe. Allerdings hatten diese Filme einen besonderen Aspekt, der sie für die ‚Kurz und knackig‘-Rubrik erst einmal ausschloss: Sie wurden von Frauen gedreht. Und da ich mich nun mehr der auf dieser Webseite initiierten Aktion angeschlossen habe und die jeweils gesehenen filmischen Vertreter demnächst immer einzeln rezensiere, sieht das Angebot am Ende des Monats so übersichtlich aus.

Big Eyes (2014)

Ein non-typischer Tim Burton. Sehr in dieser Welt verankert. Sehr konventionell erzählt. Ein Biopic über Bilder und deren Schöpferin. Und ein kleines Snippet über eine Gesellschaft, die konservativ denkt und kein abseitig, abstraktes Anderssein erdenken kann. Zumindest nicht von einer Frau jener Zeit. Mir war der Film zu lahm, zu vorhersehbar (auch ohne das Wissen um die wahre Geschichte). Und vor allem hat die eine zu brav agiert (Amy Adams als Protagonistin Margaret Keane) und der andere verfiel ab und an in ein unschönes Overacting (Christoph Waltz als Ehemann Walter Keane).

Mortdecai (2015)

Apropos Overacting: Johnny Depp mal wieder. Was für ein nervendes Gebaren legt der Gute in diesem Film nur an den Tag? Mortdecai will so ein bisschen von allem sein – Krimi, Actionfilm und Komödie – verheddert sich dadurch in einer wirren Geschichte und langweilt den Zuschauer mit zunehmender Spieldauer außerordentlich. Da hilft auch ein wirklich perfekt besetzter und köstlich beim Schauspiel zu beobachtender Paul Bettany als Butler und gleichzeitig Bond-Verschnitt nur noch bedingt.

Im Kino meines Vertrauens tanzte sich dieses französische Kleinod in meine Augen:

La Danseuse – Die Tänzerin (2016)

Dieses Werk ist so locker-leicht wie der Tanz, den Lily-Rose Depp vorführt. In keiner Minute wird es laut. Man kann sich vielmehr sanft zurücklehnen und sich den bezaubernd anmutigen, zarten Bildern voller Poesie hingeben, die in jeder Sekunde das Objekt der Begierde – die Tänzerin Loïe Fuller – einfangen. Gemimt wird sie von Soko, mir bis dato vor allem als Musikerin, denn als Schauspielerin ein Begriff. Sie bestimmt bravourös die Szenerie und zieht alle Blicke auf sich. La Danseuse ist leises, säuselndes, die Augen umschmeichelndes Kino mit einer starken Protagonistin, aber schwachen Nebenfiguren. Außer halt dieser eine Moment. Dieser unglaublich sinnliche und gleichzeitig fordernde Tanz von Mademoiselle Depp. Der brennt sich ins Gedächtnis ein.

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