Kurz und knackig: Die Flimmerkiste Dezember Teil 1

Der Dezember ist pickepackevoll mit so vielen Dingen, die zu erledigen sind. Menschen, die noch zu treffen sind. Arbeiten, die noch zu vollenden sind. Serien, die noch zum Abschluss gebracht werden müssen. Da bleibt wenig Zeit für die Muße des intensiven Film schauen. Aber ein bisschen was ist doch bei raus gekommen.

Wanted (2008)

McAvoy als Looser mit Heldenambitionen, der hopplahopp und mehr gezwungen in ein tödliches Spiel verwickelt wird, macht eine gute Figur. Wanted nimmt auch recht zügig Fahrt auf und hält das Timing fast den ganzen Film über. Aber dennoch bleibt ein fahler Beigeschmack des irgendwie abgestandenen ‚kennt man doch schon‘ – Gefühls in der Magengegend. Und das kann auch das etwas magisch angehauchte Grundelement nicht übertünchen.

Bridesmaids (2011)

Ein bisschen Hangover für Frauen in einem an der Oberfläche romantischen Setting meint man zu sehen. Aber Brautalarm ist sehr viel mehr. Insbesondere sehr viel mehr Kristen Wiig! Urkomisch und im nächsten Moment tiefmelancholisch. Hut ab, Madam. Präsentes Schauspiel, wunderbar anzuschauen. Nimmt man noch den herrlich köstlich überspitzten Sidekick namens Melissa McCarthy hinzu (Keine Angst, sie wird hier tatsächlich in der passenden Dosis verabreicht.), offenbart sich einem eine durchaus gelungene Komödie.

If I stay (2014)

Wow. Das Teil drückt aber stellenweise gehörig auf die Tränendrüse, was nicht nur den Bildern, sondern vor allem auch der schmalzig-überzeichneten Musikuntermalung zu verdanken (Kann man das sagen?) ist. Die Idee der in der Zwischenwelt gefangenen Protagonistin (Chloe Grace Moretz geht natürlich immer), die ihr kurzes Leben Revue passieren lässt, ist löblich. Dieses überbordend-teenagerromantisch verseuchte Endprodukt kann aber so gar nicht begeistern. Zumindest nicht in der Zielgruppe jenseits der schwärmenden TräumerInnen. Mal ganz abgesehen von einem Love Interest, der einfach nicht zur Hauptfigur passt – egal in welcher Form.

The Theory of Everything (2014)

Und wo wir grad beim Thema ‚Grundidee Hui, Umsetzung eher Pfui‘ sind: Die Entdeckung der Unendlichkeit macht einen entscheidenen Fehler. Der Film fokussiert zu sehr auf der Liebesgeschichte zwischen dem großen Genie Stephen Hawking und seiner rigorosen, willensstarken Frau. Und ich kann mir nicht helfen, aber während Eddie Redmayne gefühlt in jeder zweiten Szene nah am Overacting entlang hangelt, mimt Felicity Jones eine eher schüchtern-mimosenhafte Variante von Jane Hawking. Dies in Kombination und aufgrund der nur marginalen Erwähnung seiner Bedeutung für die Wissenschaft lässt The Theory of Everything als filmische Biografie doch stark zu Wünschen übrig. Die Zeit (fast) verschenkt.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Erde, Mensch, und Ich abgelegt und mit , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

7 Antworten zu Kurz und knackig: Die Flimmerkiste Dezember Teil 1

  1. Rubinkatze schreibt:

    Kann ich alles so unterschreiben! (Nur if i stay hab ich nicht gesehen…)

  2. bullion schreibt:

    Ja, „Wanted“ ist leider ziemlich belanglos. Und in „Bridesmaids“ hat mich auch nur die Kristen Wiig-Story abgeholt.

  3. Miss Booleana schreibt:

    Bridesmaids fand ich auch großartig – v.A. weil es im Gegensatz zu Hangover auch eine passable Geschichte erzählt. 😀
    The Theory of Everything hat mich auch nicht so abgeholt wie andere Oscar-Kandidaten des … ? letzten Jahres ? Allerdings denke ich, dass es so gewollt ist, dass es nicht die Bedeutung Hawkings für die Wissenschaft erzählt, sondern das als Allgemeinwissen betrachtet und sich eher darauf konzentriert wie es ist trotz aller Widrigkeiten seine wissenschaftliche Arbeit und ein familiäres Leben aufrecht zu halten – von Beiden Seiten betrachtet eben.

  4. friedlvongrimm schreibt:

    Ach, ich fand damals so im Fernsehen „Wanted“ super, einfach weil ich McAvoy als Scream Queen perfekt besetzt finde. Schön übertrieben ist Angelina die Coolness in Person dazu. Hübsche Rollenverteilung.

    Und „Bridesmaids“ ist deswegen wunderbar, weil da nicht nur komische Elemente verwurstet werden, sondern auch viele eher traurige Umstände. Ich liebe den Film und die Besetzung. ❤

    • Stepnwolf schreibt:

      Kristen Wiig fand ich echt gut in dem Film. Da kriegt man ja fast Lust auf die neuen „Ghostbusters“.

      • friedlvongrimm schreibt:

        Ich hatte den ja gesehen und kann dir sagen, dass der Cast dir da mehr Freude bereiten wird als das dürftige Drehbuch. Aber alles 3000 Mal besser als in „Suicide Squad“, der es viel mehr verdient hätte Monate vorm Start so fertig gemacht zu werden.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s