Das Lied zum Sonntag

Werte Gemeinde,

im April 1987 war es dann soweit. Nachdem zwischen der Türkei und der damaligen Europäischen Gemeinschaft bereits seit den 1960er Jahren ein Assoziierungsabkommen bestand, stellte das Land nun auch offiziell einen Antrag auf Mitgliedschaft in der EG. Die politische, religiöse und gesellschaftliche Änderung seit Gründung der Republik Türkei war umwälzend. Wohl aber nicht groß genug, um Europa davon zu überzeugen, dem Land unter dem Halbmond Zutritt zum Staatenbund zu gewähren.

Schaut man auf die jüngsten Ereignisse zurück, ist der historische Abriss zwiespältig. Zum einen ließe sich darauf beharren eben genau aufgrund derzeitiger politischer und gesellschaftlicher Zustände im Staate Erdogan die vergangene Entscheidung zu befürworten. Zum anderen muss die Frage erlaubt sein, wie sich die Türkei als Mitglied der heutigen EU entwickelt hätte. Gäbe es die momentanen Unstimmigkeiten, die gegenseitigen Animositäten dann überhaupt? Würden wir über Anklagen gegen deutsche Moderatoren und #FreeDeniz diskutieren? Ständen wir vor der Entscheidung öffentliche Auftritte türkischer Politiker zu untersagen? Niemand weiß, was die Zukunft bringt. Haben die Entscheidungsträger vor 30 Jahren wohl gedacht und hayir gesagt.

Wir leben mit den Konsequenzen…

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