Kurz und knackig: Die Flimmerkiste März Teil 1

Paris when it sizzles (1964)

Der Film im Film inklusive visueller Umsetzung von Streichungen einzelner Szenen, Umschreiben von Dialogen, Ändern von Charakteren und deren Eigenschaften, sowie ein paar schönen Anspielungen auf andere Filmklassiker. Diese Grundidee des Films ist ein Schmankerl für Drehbuchschreiber. Amüsant und unterhaltsam wird das Ganze dann zusätzlich durch die beiden im Zusammenspiel wunderbar agierenden Protagonisten Audrey Hepburn als Schreibhilfe und Muse Gabrielle Simpson (aka Gabby im zu schreibenden Film) des berühmt-berüchtigten Drehbuchautors Richard Benson aka Rick (William Holden). Kurzweilig, wenn als genretypische Liebeskomödie natürlich auch mit dem zu erwartenden Happy End daherkommend.

30 Days of Night (2007)

Der tauchte vor einiger Zeit schon einmal hier auf und zwar vor allem auch durch die gelungene visuelle Darstellung. Die comicesken Bilder zählen auf jeden Fall zu den positiven Aspekten dieses blutigen Slashers, wenn auch die Handlung und vor allem die Charaktere recht schablonenhaft durch den Film rennen, kämpfen und sterben. Kleiner Freudensprung meinerseits: Mark Boone Junior alias ‚Bobby Elvis‘ aus Sons of Anarchy als vampirkillender Berserker ist großartig.

Albert Nobbs (2011)

Ich kann mir nicht helfen, aber ich fand diesen Film langweilig. Die Story ist uninteressant und belanglos, weil nicht besonders. Sofern hier die Botschaft der Andersartigkeit vermittelt werden soll, hilft mir Albert Nobbs da nicht weiter. Als Film nicht und als titelgebende Figur schon gleich gar nicht. Glenn Close erweckt diese Figur zwar zum Leben, kann sie aber nicht mit Leben füllen (trotz Mitwirken am Drehbuch). Am Ende kann auch das historische Setting nichts mehr reißen, weil die durchaus gelungenen Bilder eben keine (oder eine nur dünne) Geschichte erzählen.

Samba (2014)

Erstmal: Die Musik von Ludovico Einaudi setzt in diesem Werk ein paar erinnerungswürdige Akzente und fügt sich stimmig in die Szenerie ein. Und dann: Sowohl Omar Sy als illegal in Frankreich lebender Ausländer, der eigentlich eine bereits vollständige Integration aufweist, als auch Charlotte Gainsbourg als burnout-geplagte, depressiv veranlagte Geschäftsfrau weisen spielfreudige Momente auf. Dennoch ist Samba uneins, was er erzählen will. Ist es eher die Kritik an der französischen Zuwanderungspolitik oder die ungewöhnliche Beziehung zwischen zwei sozial komplett unterschiedlich geprägten Menschen? Diese Schwankungen nehmen dem Film die durchaus wichtige Aussage und lassen ihn zu einem seichten Fingerzeig auf die Wunde verkommen – ohne explizit hinein zu stochern.

Cake (2014)

Schöner Versuch eine Trauerverarbeitungsstory zu erzählen. Problem bei derlei Filmen ist mitunter die zu formelhafte Umsetzung der Geschichte. Cake bildet da keine Ausnahme. Das fängt schon damit an, das ich Jennifer Aniston ihre depressiv-aggressive, misanthropisch-oberflächliche Figurenzeichnung nicht zu hundert Prozent abkaufe. Das ist mir stellenweise zu over-the-top. Das geht weiter mit den genau im richtigen Augenblick auftauchenden Nebencharakteren mit Erretter-Funktion und endet bei der natürlich immer passend untermalenden Musik. Erschwerend kommt hinzu, das „the adorable Anna Kendrick“ viel zu selten zu sehen ist. 😉

A most violent year (2014)

Wenn Filmtitel falsche Assoziationen wecken! Natürlich erwartet man hier ein mafiöses Milieu mit ebenso gewaltvollen Szenen. Gerade auch angesichts der zu erzählenden Geschichte. Aber dann sieht man eher eine Art Biopic im Dramagewand, mit einer stets legal und ethisch korrekt agierenden (man hätte es am Namen erahnen müssen), stoisch und energisch ihren Weg gehenden Hauptfigur. Oscar Isaac mimt jene Figur namens Abel Morales (!!) facettenreich und bietet allen anderen Akteuren nur minimal Platz zur Entfaltung. Interessant sind diese aber allemal, egal ob Jessica Chastain als resolute Ehefrau oder auch David Oyelowo als karrierefixierter Staatsanwalt. Atmosphärische Bilder New Yorks rahmen die Handlung ein. Sieht gut aus, aber fühlt sich halt komplett anders an, da A most violent year einfach nicht auftaucht (wie der Winter in Game of Thrones).

The Forest (2016)

Apropos auftauchen. In The Forest tauchen Waldgeister auf. Zumindest will man das uns und der Protagonistin Sara Price (Natalie ‚Margaery Tyrell‘ Dormer) weismachen. Die sucht nämlich ihre Zwillingsschwester, die im japanischen Selbstmord-Wald Aokigahara verschwunden ist, findet aber nur Laub und Gestrüpp und den mysteriösen, geheimnisvollen Aidan (Taylor Kinney). Da braut sich eine Horrorsuppe zusammen, die tödlich enden könnte, nur leider in so ziemlich allen Faktoren das Genre klischeehaft abarbeitet. Der spannendste Aspekt ist tatsächlich die Mystik rund um den Aokigahara. Touristisch auf jeden Fall ein Pluspunkt, filmisch eher Durchschnittskost.

Warcraft (2016)

Für mich hat der Film funktioniert. Aber ich habe auch nie das Spiel konsumiert und bin somit komplett unbedarft in die Welt von Azeroth gestolpert. Die bietet einige bekannte Fantasy-Versatzstücke (die Rassen, die zauberhafte Mystik), Konfliktpotentiale (machtvoller Herrscher will Welt erobern) und natürlich Helden (Travis ‚Ragnar Lodbrock‘ Fimmel ist die Rolle massgeschneidert angefertigt). Die Optik macht auch so einiges her und die eingeführten Figuren lassen zukünftige Reibereien vermuten. Sofern es denn zu dieser Auftaktgeschichte Fortsetzungen geben sollte, bin ich auf jeden Fall nicht abgeneigt wieder einen Abstecher nach Azeroth zu machen.

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8 Antworten zu Kurz und knackig: Die Flimmerkiste März Teil 1

  1. bullion schreibt:

    Das macht nun tatsächlich Lust auf „Warcraft“. Mag ja Fantasy-Filme eh ganz gerne…

    • Stepnwolf schreibt:

      Dann lass dich nicht abhalten. Wie gesagt, ist vor allem wohl auch sehr gut schaubar ohne das Vorwissen um das Spiel. Da zieht man sonst dann wahrscheinlich zu viele Vergleiche, die einen Sehvergnügen abträglich sind.

  2. friedlvongrimm schreibt:

    Ich bin bei „A Most Violent Year“ eingeschlafen. Ich fand die formelhafte Umsetzung von „Cake“ auch eher ermüdend, aber ich finde Aniston hat einen juten Job gemacht.

  3. Miss Booleana schreibt:

    Ui, was für eine Mischung. Samba, Cake und A Most Violent Year stehen auch noch auf meiner Watchliste. Bei Albert Nobbs ging es mir ähnlich. Ich wusste nicht so recht was die initialen Beweggründe für „Albert“ waren. Wollte er sowieso immer ein Mann sein? Oder ist er einfach so fest in diese Rolle gewachsen? Es wirkt manchmal so, als ob sie die Figur die Fragen selber nie gestellt hat. Daher bin ich mit dem Film auch nicht so wirklich warm geworden.

    • Stepnwolf schreibt:

      Jepp, das war auch bei mir der Punkt. Albert redet ja davon, wie er/sie zu Albert geworden ist und das ist ja definitiv keine bewusste persönliche Entscheidung gewesen, sondern ökonomischen Zwängen geschuldet. Und mit dem Gedanken im Hinterkopf ist die Story nur noch mau, weil wenig beeindruckend.

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