Kurz und knackig: Die Flimmerkiste März Teil 2

The 5th Wave (2015)

Erstmal: Chloë Grace Moretz geht natürlich immer. Dann: Die Grundidee des vollständigen Auslöschens einer Spezies durch Konzentration auf die (überlebens)wichtigen Faktoren klingt spannend. Die Umsetzung an sich ist jedoch mit so vielen Logiklöchern (und einer total irrelevanten Liebesgeschichte) übersät, das es mitunter beim Zuschauen schmerzt. Dabei startet der Film recht düster endzeitlich, mutiert dann aber zu einer Mischung aus Liebes- und Actionfilm, was die herauf beschworene apokalyptische Atmosphäre des Anfangs komplett negiert. The 5th Wave ist so nur ein leises Plätschern.

The Boy (2016)

Altes ländliches Herrenhaus. Creepy, seltsame Besitzer. Eine junge, hübsche Frau und natürlich ein ihr gewogener Mann. Sowie ein gruseliges Kind. Horrorzutaten par excellence. Nur das das Kind – The Boy – eine leblose (?) Puppe ist, die von unserer Protagonistin als dessen Nanny umsorgt werden soll. Bedient lange Zeit vor allem den unterschwelligen psychologischen Horror, wechselt dann aber im Verlauf leider in ein das Rätsel um die Puppe zu plump-simpel auflösendes Finale. Lauren ‚TWD-Maggie‘ Cohan spielt nuanciert gegen die zu oft stereotypischen Elemente an. Das kann The Boy aber nicht aus dem soliden Mittelmaß emporheben.

Tatort: Borowski und das dunkle Netz (2016)

Regisseur David Wnendt (schuf mit Die Kriegerin eine sehenswerte filmische Milieustudie  der rechten Szene) verleiht dem Kieler Tatort einen modernen Anstrich und arbeitet passend zur erzählten Geschichte mit Ego-Kamera und Comic-Elementen. ‚Plaudertasche‘  Klaus Borowski ermittelt mit Kollegin Sarah ‚wozu reden, wenn schweigen doch Gold ist‘ Brandt im digitalen Darknet. Wie so oft beim Tatort ist der eigentliche Kriminalfall recht dürftig und wenig herausfordernd. Daher liegt mein Augenmerk immer auf die Kommissare. Das Kieler Duo Sibel Kekilli und Axel Milberg geht immer, weil die beide so schön norddeutsch unterkühlt daherkommen. Schade, das die werte Frau Kekilli demnächst dem Tatort Adieu sagt.

In der zweiten Hälfte des März (und nach überstandener Krankheit) hatte ich dann auch endlich mal wieder die Gelegenheit ins Kino zu gehen. Die zwei ausgesuchten Exemplare konnten dabei nicht unterschiedlicher sein:

Moonlight (2016)

Oscarprämiertes Coming of (and out) Age-Drama mit einer begeisternden Naomi Harris als drogenumnachtete Mutter des Protagonisten Little/Chiron/Black. Musikalisch passend unterfüttert und mit atmosphärisch dichten Farben stellte sich bei mir dennoch nur stellenweise ein Gefühl des Involviertseins ein. Die gewollt ‚europäisierte‘ Arthaus-Kameraführung (inklusive Wackeln und tausend Drehungen um die eigene Achse) war mir zu überbetont. Das afroamerikanische Milieu konnte mich nur bedingt abholen. Auch wenn die Geschichte universell erzählt wird und an der einen oder anderen Stelle durchaus Anknüpfungspunkte zur Hauptfigur zu finden sind, ist der skizzierte Charakter zumindest für mich zu speziell.

Logan (2017)

Apropos speziell: Logan ist ein spezieller Sonderfall in der Marvel-X-Men-Filmhistorie. Ein Hybrid aus tiefenpsychologischem Drama und krachend-blutigem Actionfilm. So wollte man den guten alten Wolverine schon immer mal wüten sehen. Fernab von jeglicher gewaltarmen Kinder-Marvel-Märchenstunde metzelt sich unser murrend-griesgrämiger Scherenmann durch diesen Film und offenbart gleichzeitig tiefe (seelische) Wunden. Hugh Jackman interpretiert seine Paraderolle ein letztes Mal (?) mit viel Verve und hat mit Patrick Stewart und vor allem der famos debütierenden Daphne Keen als Laura ‚X-23‘ Kinney zwei exzellente Nebenfiguren (das man das nochmal über Professor Charles Xavier sagen würde) an seiner Seite. Logan beschließt die Wolverine-Saga fulminant und entschädigt damit für die Solo-Sünden der Vergangenheit.

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