#52FilmsByWomen: The Cake Eaters von Mary Stuart Masterson

Wie schaffe ich es dich, die/der du gerade anfängst dies hier zu lesen, sofort zu einer Gesamteinschätzung des Films zu bringen ohne Näheres darüber zu wissen? Zwei Worte reichen aus: Kristen Stewart. Und? Immer noch daran interessiert zu erfahren, ob sich der Film The Cake Eaters lohnt? Wirklich? Okay, dann lass dich mal überraschen.

Kristen_Stewart

I am the one that’s dying. Remember? It’s not you.

Mary Stuart Masterson gelingt mit ihrem kleinen, ruhigen, sanften Werk ein intensives Coming of Age – Drama mit memorablen Bildern, die in ihrer Einfachheit und ihrer auf den Punkt gesetzten narrativen Wirkung verzaubern. So könnte das Fazit zu The Cake Eaters lauten, wenn sich die Regisseurin auf die eine, relevante und aufgrund der Thematik interessante Geschichte des Films konzentriert hätte. Nämlich auf die von Georgia – zurückhaltend und doch gleichzeitig fordernd interpretiert von (welch Überraschung) eben jener Kristen Stewart. Georgia leidet an Friedreich-Ataxie, eine degenerative Nervenerkrankung und sie leidet unter der sie ständig umsorgenden Mutter, die ihr keinen Freiraum lässt. Freiraum, den sie als Teenagerin unbedingt braucht, insbesondere nachdem sie Beagle kennen und lieben lernt. Die Szenen rund um diesen Erzählstrang sprühen vor Energie. Nehmen den Zuschauer mit in diese emotionale Achterbahnfahrt und sind dabei immer ästhetisch und ethisch anspruchsvoll. Denn gerade der Umgang mit der Krankheit wird zwar thematisiert, aber stets mehr als positive Herausforderung, denn als eine hemmende Behinderung. In diesen Momenten funktioniert The Cake Eaters großartig, vor allem durch die Performance von Kristen Stewart, deren Georgia vom Fleck weg sympathisch und trotz des Wissens um die Zukunft stets optimistisch agierend daherkommt.

Aber leider dröselt Mary Stuart Masterson die Geschichte weiter auf, führt zu viele Charaktere mit zu vielen persönlichen Problemen ein. Das deren Leben ebenfalls eine Menge zu erzählen haben, lässt sich nicht bestreiten. Alle haben ihr Päckchen zu tragen und schleppen emotionalen, vergangenen Ballast mit sich rum. Ein neunzigminütiges Werk kann dieses Übermaß an aufgestauten, noch offenen Fragen nur nicht ausreichend beantworten. Die Regisseurin versucht aber gerade das. Allen Akteuren am Ende eine Erkenntnis zuteil werden zu lassen. Daran scheitert das Gesamtwerk, weil es zu überbordend und bei allen Figuren gleichzeitig sein will, dies aber nicht leisten kann.

Nicht hätte leisten sollen! Manchmal ist Verdichtung und Konzentration auf die eine erzählenswerte Geschichte eben doch die bessere Alternative. The Cake Eaters ist ein Film mit massig Potential, mit einer famos aufspielenden Kristen Stewart, einem – wie immer – sehenswerten Bruce Dern in der Rolle des Vaters von Beagle, zarten Bildern und indiesker musikalischer Untermalung. Aber The Cake Eaters ist eben auch dieses andere Werk, die zerfahren weitläufige Erzählung, diese Alles-will-nichts-kann Attitüde. Das ist so verdammt schade, unterbricht und zerstört es ein Stück weit doch den so wunderbaren Flow der Georgia-Geschichte.

Dennoch möchte ich jedem der nach den einleitenden Sätzen dann schlussendlich trotzdem hier unten lesend angelangt ist, eine Sehempfehlung aussprechen. Und wenn es nur als argumentatives Futter für eine tatsächlich schauspielern könnende Ms. Stewart ist. Sie allein ist es wert ein Auge auf Mary Stuart Mastersons Drama zu werfen.

Diese Rezension erscheint im Rahmen der Aktion #52FilmsByWomen, das sich den Regisseurinnen widmet. Mehr dazu unter http://womeninfilm.org/52-films/.

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5 Antworten zu #52FilmsByWomen: The Cake Eaters von Mary Stuart Masterson

  1. Morgen Luft schreibt:

    Ich glaube, ich starte diese Aktion doch noch, allein, um meinen Filmhorizont zu erweitern. Außerdem spiele ich schon mit dem Gedanken, mir nächstes Jahr eine numerische Grenze für Filme aus den USA zu setzen. Hast du einen groben Überblick, wie viele aus dieser/ deiner Aktion aus den USA kommen und wie viele den Rest ausmachen? Würde mich mal interessieren (mir ist klar, dass du danach sicherlich nicht auswählst, aber ich habe das Gefühl, dass es differenzierter ist)

    • Stepnwolf schreibt:

      Gefühlt würde ich sagen, das es ca. 50% sind. Ich schaue ja viel unseren heimatlichen deutschen Film, weshalb es in dieser Richtung recht viele Filme sind und so ein paar abseitige Regisseurinnen, wie Malgoska Szumowska oder Deniz Game Ergüssen waren ja auch schon dabei. Ist aber ne gute Frage. Ich glaube, ich werde Ende des Jahres so eine Art Fazitbeitrag zur Aktion verfassen. Da könnte man das ja mal statistisch aufarbeiten…

  2. Pingback: Maximum Medium Overload Episode Seven | Weltall. Erde. Mensch…und Ich.

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