Kurz und knackig: Die Flimmerkiste Juni Teil 1

思い出のマーニー – Erinnerungen an Marnie (2014)

Miss Booleana weist ja gerne mal auf die Filme des japanischen Ghibli Studios hin, weshalb ich mir dann doch mal ein zur Verfügung stehendes Werk genehmigte. Erinnerungen an Marnie erinnerte mich erst einmal an einen Hitchcock – Film. Wenngleich die Geschichte damit wenig zu tun hat, ist die mysteriöse Art der Erzählung durchaus an Hitchcock angelehnt, trotz der minderjährigen Protagonistin. Faszinierend finde ich die Sogwirkung, die der Film erzeugt. Nicht mal zuvorderst aufgrund der visuellen Umsetzung, sondern tatsächlich aufgrund der Handlung und der Art, diese voranzutreiben. Man vergisst sehr schnell, das man einen animierten Film schaut und konzentriert sich zunehmend auf die voranschreitende Aufklärung der aufgeworfenen Geheimnisse. Narrativ definitiv gelungen.

Star Wars: The Force awakens (2015)

Unser täglich Star Wars gib uns heute. Dieser erneute Rewatch führt bei mir zu einer neuen Erkenntnis: Ich kann mich jetzt tatsächlich mit Kylo Ren als Antagonist anfreunden. Es brauchte also seine Zeit ihn zu entdecken. Ansonsten alles beim Alten: Ich mag diesen mit Zitaten an die alte Saga vollgepackten Film. Ich mag Rey als Protagonistin. Und ich halte den Abgang von Han Solo noch immer für nicht Han Solo-würdig. Aber wer Star Wars kennt, weiß ja: Begib dich nie auf ungesicherte Geländer, es könnte sonst zu argen Verletzungen führen.

Er ist wieder da (2015)

Ich hatte so meine Bedenken, was die Adaption des durchaus gelungenen Buches von Timur Vermes betrifft, musste mich nach der Sichtung aber eines besseren belehren lassen. Die dokumentarischen Szenen sind bruchlos in die fiktionale Geschichte eingewoben. Oliver Masucci als Adolf Hitler sieht dem Original erschreckend ähnlich und hat sich gut an dessen Gestik, Mimik und Sprache orientiert. Er ist wieder da hätte leicht in die Klamaukschiene abdriften können. Das Buch bietet dafür genügend Ansätze. Regisseur David Wnendt hält aber die Balance und verarbeitet insbesondere die Medienkritik des literarischen Werkes, inklusive einer klassischen Moral von der Geschicht- Attitüde. Einer bitter-bösen noch dazu.

Der geilste Tag (2016)

Es gibt Momente im Film, da blitzt das Talent für intelligente Dialoge und anspruchsvolle Szenen auf. Momente, in denen Der geilste Tag mehr ist als nur ein Roadtrip ans Ende der Welt mit slapstickartigen Verwicklungen und (natürlich!) der obligatorischen ‚Schweighöfer zeigt nackten Arsch‘ – Stelle. Momente mit Tiefgang, die zum Nachdenken anregen. In diesen Momenten will man Regisseur und Co-Star Florian David Fitz zurufen ‚Ja, weiter so!‘ In allen anderen wendet man sich kopfschüttelnd ab.

Independence Day: Resurgence (2016)

Was ein Krampf! Hier funktionieren weder die witzigen Dialoge, noch die pathetischen Ansprachen so gut, wie im Original. Vielleicht gerade weil man ihnen diese gewollte Reminiszenz an ID4 in jeder Sekunde ansieht. Und der Zitate-Irrsinn geht ja auf der visuellen Ebene weiter, nur alles um einiges größer und zerstörungswütiger. Schön, das die CGI-Technik auch noch mal einen zwanzigjährigen Quantensprung gemacht hat. Da lohnt es sich endlich die ganze Erde zu verwüsten, nicht nur das poplige White House. Diese Wiederkehr hätte sich Roland Emmerich gern sparen können.

Im Kino um die Ecke oder auch um eine Ecke mehr begegnete mir ein Alien oder auch eins mehr…

Alien: Covenant (2017)

Apropos Wiederkehr. Die Aliens sind zurück. Und das, obwohl sie für diesen Film überflüssig gewesen wären. Denn Alien: Covenant ist eines auf jeden Fall überhaupt nicht: ein Horrorfilm. Hier herrschen vorrangig die SciFi – Elemente vor, durchzogen von einzelnen kleinen philosophischen Abhandlungen über die Dominanz des Menschen und dessen Wertigkeit im kosmischen Gefüge. Das bisschen blutiger Splatter kann vernachlässigt werden und bedurfte keines Xenomorphs und sonstiger Artgenossen. Für Fans des Originalfilms ist dieses Werk eine Enttäuschung und das Wort Alien im Filmtitel nicht wert.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Erde, Mensch, und Ich abgelegt und mit , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

3 Antworten zu Kurz und knackig: Die Flimmerkiste Juni Teil 1

  1. Nummer Neun schreibt:

    Mir gefällt Star War TFA ja nach wie vor. Ein gelungenes Update der klassischen Saga. Dass da so viele, besonders die alten Star Wars Fans, mit dem Film nichts anfangen konnten verstehe ich nach wie vor nicht. Der ist doch immerhin weit weg von so einem Desaster wie Independence Day 2.

  2. bullion schreibt:

    Yep, „Alien: Covenant“ war als Alien-Fortsetzung eine Enttäuschung, als Fortsetzung von „Prometheus“ hat der Film dennoch irgendwie funktioniert. Insgesamt wäre eine klarere Trennung besser gewesen.

  3. Miss Booleana schreibt:

    Yay Anime 😀 Und v.A. Marnie – freut mich, wenn er dir gefallen hat.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s