#52FilmsByWomen: Maggie’s Plan von Rebecca Miller

Wir müssen ganz zu Anfang erst einmal reden. Über Greta Gerwig. Eine Schauspielerin, die wie keine andere in alle ihre Rollen eine intuitive Natürlichkeit legt, so als ob sie das nicht spielt, sondern die jeweilige Person auch ist. Was sie damit erreicht, ist eine unbedingte Sympathie für die noch so verschrobenste Figur, der sie Leben einhaucht. Bei ihr sieht das immer so locker-leicht und unbeschwert aus, mit einem Hauch naiver Verspieltheit, das es eine wahre Freude ist dabei zuzuschauen. Auch in Rebecca Millers Werk Maggie’s Plan verzaubert Greta Gerwig das werte Publikum. Aber reicht das aus?

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Ein Plan ist ein Plan ist ein Plan!?

Was wir sehen nennt sich landläufig eine RomCom, sieht so aus und fühlt sich von vorne (Etablierung der auf der Suche nach dem Glück befindlichen Hauptfigur) bis hinten (Happy End aller beteiligten Charaktere) so an. Maggie’s Plan bedient sich bekannter Versatzstücke des Genres und erzählt eine irgendwie auch schon einmal irgendwo in ähnlicher Form gesehene Geschichte. Und weil dies so ist, obliegt es insbesondere den gezeichneten Figuren und deren Spielfreude, ob sich diese romantische Komödie als intelligenter und interessanter als der ganze Rest herausstellt. Sagen wir es mal so: Der Film hat so seine Momente, die durchaus Witz und Einfallsreichtum aufzeigen. Rebecca Miller (immerhin Tochter von Arthur Miller und somit drehbuch- und theatertechnisch mit dem Schreibgen infiziert) konstruiert ansehnliche Screwball-Situationen, fabriziert einzelne wunderbar getimte und passende Dialoge und setzt die Akteure manchmal visuell in das perfekte Umfeld. In diesen Momenten funktioniert Maggie’s Plan hervorragend. Diese Momente werden meist von Maggie (Greta Gerwigs Charakter) dominiert, die mit ihrem spleenigen Hilfssyndrom und ihrer Ich-muss-mich-überall-einmischen-Attitüde für auflockernde Szenen sorgt.

In den restlichen Minuten dümpelt der Film leider allzuoft in der nichtssagenden Ecke herum. Besonders ärgerlich ist die Figur des John, die – von Ethan Hawke auch eher lustlos interpretiert – nie die Harmonie und Sympathie entwickelt, die es für den männlichen Love Interest der Hauptfigur bedarf. Wie viel spannender und vor allem auch humoristischer wäre es doch gewesen, den zuerst eingeführten Guy – so richtig gegen den Strich gemimt von Travis Fimmel – in die Haupthandlung zu integrieren. Da verschenkt Maggie’s Plan Potential und beraubt sich dadurch von ganz allein einer innovativeren Sicht auf das Genre. Wenigstens die Nebenfiguren glänzen mit sehenswerten Performances: Bill Hader als bester Freund von Maggie ist in seiner schnoddrigen, vorlauten Art köstlich und Julianne Moore als gehörnte Ex-Ehefrau von John blüht so richtig auf. Rebecca Miller weiß um die Problematik eine RomCom nicht im Einheitsbrei versinken zu lassen, umschifft die Schwierigkeiten allzu klischeehaft zu erzählen in ausgesuchten, fein getunten Augenblicken galant, stößt aber dennoch ein ums andere Mal an die Grenzen der andersartigen Erzählweise und schreitet auf eingetretenen Pfaden des Genres weiter. Im Endeffekt reiht sich Maggie’s Plan dann eben doch in die endlose Reihe der RomComs ein, die sporadische Glanzpunkte setzen, aber als Ganzes doch nur Durchschnitt bieten können. An Greta Gerwig – und das muss explizit erwähnt werden! – liegt das definitiv nicht.

Diese Rezension erscheint im Rahmen der Aktion #52FilmsByWomen, das sich den Regisseurinnen widmet. Mehr dazu unter http://womeninfilm.org/52-films/.

 

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