Kurz und knackig: Die Flimmerkiste Mai Teil 1

Cloud Atlas (2012)

Der Film kann eines richtig gut: die verschiedenen Zeitebenen durch geschickte Überblendungen und Montagen ineinander fließen zu lassen, so dass die Illusion einer einzigen Geschichte entsteht. Und das ist im Endeffekt ja auch der Grundtenor. Die Protagonisten in Zeit und Raum miteinander verweben und deren Aktionen und Reaktionen voneinander abhängig zu machen und aufeinander aufbauen zu lassen. Cloud Atlas ist anspruchsvoll beim Verfolgen der Handlung, visuell opulent umgesetzt und universell in seiner Botschaft. Ein verdammt guter Film, der zu wenig Anerkennung erhält.

The Handmaiden (2016)

Gemächlich etabliert Park Chan-wook seine Figuren, stattet sie mit reichlich Charakter aus, den der Zuschauer zu erkennen meint, um dann nach und nach das erbaute Fundament niederzureissen. The Handmaiden verwirrt geschickt mit seinen narrativen Wendungen und sieht ganz nebenbei elegant aus. Die Bilder sind satt und farbenfroh, was man von den Ambitionen einzelner Figuren nicht immer behaupten kann. War Stoker des Regisseurs (bereits überzeugendes) Übungsfeld ein Spinnennetz aus Intrigen zu knüpfen, treibt er dies hier auf die Spitze und erschafft dabei ein unbedingt zu sehendes filmisches Kleinod.

Transformers: The last knight (2017)

Ein filmisches Kleinod ist hier nicht zu erwarten. Es steht Michael Bay drauf und es ist definitiv Michael Bay drin. Man weiß also worauf man sich einlässt: auf tumbe Oneliner, den einen oder anderen Gag, krachende Action zwischen Mensch und Maschine als auch Maschine und Maschine sowie unabdingbar der Satz ‚Ich bin Optimus Prime!‘ mit voller Inbrunst intoniert. Der neuste (und wahrscheinlich nicht letzte) Transformers ist nur mehr was für die wahren Fans der Reihe und selbst die werden wohl langsam müde ob des überbordenden, zweieinhalbstündigen CGI-Gewitters, dessen Story auf einen Bierdeckel passt.

Revolt aka Mankind down (2017)

Noch einmal Maschinen. In Kombination mit einer Alieninvasion und mit einem US-Elitesoldaten als Held, der gegen die bösen (und kaum bis gar nicht näher definierten) Aggressoren kämpft. Lee Pace gelingt es sogar seiner Figur eine gewisse emotionale Tiefe zu geben, die den ansonsten doch recht konsequent und überraschungsarm erzählten Film über weite Strecken trägt. Die Handlung selbst setzt sich jedoch aus zu vielen bereits bekannten Versatzstücken des Genres zusammen, die nur bedingt Spannung erzeugen können. Potential vorhanden, aber nur durchschnittlich umgesetzt.

Im Kino gab es Krieg. In rauen Mengen.

Avengers: Infinity War (2018)

Da ist er nun also. Der große und alles umfassende Kampf gegen Thanos, dem Josh Brolin doch extrem viel (böses) Charisma verleiht. Den Russo-Brüdern gelingt der Spagat eine Unmenge an Superhelden innerhalb der Geschichte zu platzieren ohne den Überblick zu verlieren. Im Gegenteil. Die Grüppchenbildung ist clever und schafft Raum für interessante Konstellationen, gibt dem vollgepackten Film gleichzeitig Luft zum atmen und positioniert geschickt die verschiedenen Parteien für das wakandanische Finale. Avengers: Infinity War ist im bunten Marvelkosmos der dunkelste, düsterste Vertreter und das ist definitiv nicht auf die visuelle Umsetzung gemünzt. Aber auf jede Dunkelheit folgt ein helles Licht. Sagt Captain Marvel. 😉

Und dann hab ich mich doch noch spontan in eine Serie und dessen Großfamilie verliebt. Weshalb ich dies hier noch kurz mitteilen möchte.

This is us (Staffel 1)

Die Pearsons schleichen sich langsam, aber unaufhaltsam in die Reihe der Serienfamilien, die ich in mein Herz geschlossen habe (mit Gruß an die Fishers, Conners und Gallaghers). This is us verzaubert von Beginn an mit wunderbar gezeichneten Figuren, von denen sich keine gesondert hervorhebt, sondern als großes Ganzes funktionieren. Ich mag die verschiedenen Erzählebenen (und die göttlich gute Chemie zwischen Mandy Moore und Milo ‚Jess‘ Ventimiglia), die zwar nur dezent, aber dann markant eingesetzte Musik, die familiären Spleenigkeiten der so unterschiedlichen Geschwister und die stets involvierende Bildsprache. Ich mag mehr davon. Gebt mir eine neue Staffel. Jetzt gleich.

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17 Antworten zu Kurz und knackig: Die Flimmerkiste Mai Teil 1

  1. singendelehrerin schreibt:

    Ach, schön, dass du „This is Us“ und „Cloud Atlas“ entdeckt hast, und beides magst! ❤

    • Stepnwolf schreibt:

      „Cloud Atlas“ habe ich eher wiederentdeckt. Den kannte ich schon, hab beim ersten Schauen aber nicht die wunderbare filmische Umsetzung in Gänze würdigen können, da ich den vielen Zeitebenen folgen musste.
      Interessant ist auch, das man irgendwie die jeweiligen Regisseure hinter den einzelnen Erzählungen anhand des Sujets zuordnen konnte. Handschrift erkannt.

  2. Den Roman fand ich super, als Film konnte mich „Cloud Atlas“ leider nicht überzeugen.

  3. Vollste Zustimmung zu „Cloud Atlas“ und „This Is Us“ – wenn du noch Platz in deiner Familienserieliste hast, schau doch auch mal bei den Bravermans vorbei… 😉

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