Die Filmreise-Challenge: Dritter Zwischenstopp

Dritter Zwischenstopp bei der allseits beliebten Filmreise-Challenge (klicke aufs Banner). Teil Eins und Zwei finden sich hier und hier. Soviel dazu. Fahren wir los.
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#01 Schaue einen Film aus Australien oder Neuseeland

Den Brüdern Spierig gelingt mit Predestination ein fintenreicher, intelligenter, mehrere Ebenen reflektierender Zeitreise-Thriller. Was sich zu Beginn als geradlinige Agenten-Geschichte zeigt, entpuppt sich nach und nach als dichtes Netz ineinandergreifender Aktionen und Reaktionen der Akteure und führt am Ende zu einem ziemlichen WTF-Moment. Auch wenn der Film – wie jeder Zeitreisefilm – mit dem einen oder anderen Plothole zu kämpfen hat, kann die Geschichte doch in summa überzeugen und bescherte mir einen spannenden und unterhaltsamen Abend zugleich.

#10 Schaue einen Film aus Osteuropa

Das russische Kino zeigt ab und an seine amerikanisierte Seite und dann entstehen Filme wie Attraction. Visuell und in seinen computeranimierten Momenten kann Fjodor Bondartschuks Werk durchaus überzeugen. Narrativ hangelt sich Attraction an einer schon allzuoft (vor allem auch im amerikanischen Sci-Fi-Kino) gesehenen Story um den Kampf von Rassen und Kulturen und der Prämisse einer friedlichen Koexistenz, die sich anhand einzelner, aufgeschlossener Figuren äußert, entlang. An dieser Front gibt es also keine wirklich innovativen Elemente. Das spielfreudige Schauspiel der von Irina Starshenbaum gemimten Protagonistin Julia entschädigt zumindest teilweise für die zu stereotypische Handlung. In Kombination mit den visuellen Schauwerten (zur Abwechslung darf mal Moskau zerstört werden) kann man immerhin einen kurzweiligen Abend erleben.

#11 Schaue einen amerikanischen Stummfilm der 1920er Jahre

Hier habe ich mir einen Klassiker des Regisseurs Friedrich Wilhelm Murnau herausgepickt. Sunrise: A song of two humans ist wohl eines der letzten großen Statements der Stummfilmära (neben – natürlich – Metropolis) und gleichzeitig Murnaus erster amerikanischer Film. Im Kern wird die Liebesgeschichte eines Ehepaares erzählt, eingerahmt von den kontrastierenden Lebenswelten Stadt und Land. Dort die ständig florierende und pulsierende, menschenüberflutete Großstadt und hier die ruhige, idyllische, ländliche Gegend. Welches Bild der Regisseur selbst präferiert, wird eindeutig offenbar. Apropos Bild: Murnau verbindet in Sunrise alle damals modernen Bildtechniken und erschafft ein dichtes, atmosphärisch tiefes Ganzes, das so gut fotografiert ist, das es die Erzählung schon allein visuell wunderbar trägt. Da sind die darstellerischen Leistungen beider Protagonisten nur noch das Sahnehäubchen eines gelungenen Gesamtwerkes, das auch neunzig Jahre später nichts an seiner Faszination verloren hat.

#51 Schaue zwei Filme, in denen es um ein historisches Ereignis geht

Der erste Film in dieser Sparte ist A united kingdom und darüber wurden im Zuge der #52FilmsByWomen Aktion bereits ein paar Worte an dieser Stelle verloren.

#53 Schaue zwei Dokumentationsfilme, zu zwei verschiedenen Themen

Ebenfalls aufgrund der gleichen Aktion schlich sich auf Samtpfoten die Dokumentation Kedi heran, deren Schnurrfaktor hier nachzulesen ist.

#60 Schaue zwei Filme in einer dir fremden Sprache (Untertitel erlaubt; Englisch ausgenommen)

Und da ja bekanntlich aller guten Dinge drei sind, ist der Film Colo aus Portugal in meinen Fokus geraten und konnte eine durchaus beachtliche Welle der Begeisterung auslösen. Wie hier nachzuvollziehen ist.

#68 Schaue einen Film, in dem es um einen Film geht

Hallelujah. James Franco ist wirklich unglaublich gut als Protagonist Tommy Wiseau. Es ist aber auch ungemein schwer als talentierter Schauspieler einen dermassen miserablen Schauspieler zu mimen. Niveau runterschrauben und so. The Disaster Artist ist im Kern eine gelungene Hommage auf einen der anscheinend schlechtesten Filme, die jemals gedreht und auch veröffentlicht wurden. ‚Anscheinend‘, weil ich das Original nicht kenne. Und nach der Erzählung der Entstehung des Werkes verspüre ich auch nicht mehr die Lust dies ändern zu wollen. Dann lieber den hier schauen. Denn abgesehen von der Grundprämisse ist The Disaster Artist gleichzeitig eine schöne Parabel auf die undurchschaubare und unbarmherzige (amerikanische) Filmindustrie an sich.

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Eine Antwort zu Die Filmreise-Challenge: Dritter Zwischenstopp

  1. Ma-Go schreibt:

    Predestination steht in meiner tatsächlich existierenden Aufgaben Checkliste auch in der Zeile „Australien“. Scheint ja nicht die schlechteste Idee zu sein.

    „The Disaster Artist“ haba ich auch für diese Aufgabe gewählt. Den fand ich aber bestenfalls mittelmäßig.

    Insgesamt eine sehr schöne, weil bunte Mischung. Bin gespannt wo es weitergeht. 🙂

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