Kurz und knackig: Die Flimmerkiste Juli 2020

Life with Mikey (1993)

Typischer Sonntagnachmittag-Wohlfühlfilm, der so richtig den Disney-Heile-Welt Faktor zelebriert. Ehemaliger Kinderstar (Michael J. Fox im unnachahmlichen Sympathiemodus agierend) findet für seine kurz vor der Pleite befindliche Casting-Agentur die frech-gewitzte zehnjährige Angie (Christina Vidal ist so charmant einnehmend) und führt mit deren Talent seine Agentur wieder auf die Erfolgsspur. Inklusive Coming-of-age sowohl für den in der Vergangenheit schwebenden Mikey als auch für die nach Aufmerksamkeit und Zuneigung suchende Angie und natürlich dem obligatorischen Happy End. Regisseur James Lapine macht keine Experimente und spult die Geschichte in schöner Vorhersehbarkeit runter. Da die Akteure spielfreudig unterwegs sind, kommt wenigstens keine Langeweile auf.

Super (2010)

Im gleichen Jahr erschienen wie Kick-Ass wartet Super mit einer ähnlichen Grundidee auf, überführt diese allerdings in eine über die Länge des Films betrachtet doch recht blutig-makabre, mehr auf den Gewaltfaktor rekurrierende Version davon. Trotz der gut besetzten Nebenrollen (u.a. Nathan Fillion, Kevin Bacon und Liv Tyler) sowie einem engagiert auftretenden Rainn Wilson als Protagonist und einer völlig überdrehten Ellen Page als Superheld-Sidekick funktioniert der Film leider nicht so rund wie erwünscht. Ja, einzelne Szenen zünden durchaus, aber als Gesamtpaket bleibt James Gunns Werk doch überraschend farblos.

The Peanut Butter Falcon (2019)

Es gab Zeiten, da hätte mich ein Shia LaBeouf nicht dazu gebracht einen Film zu schauen, aber seitdem er mich in dem wunderbaren American Honey überzeugen konnte, hat sich das ein Stück weit geändert. The Peanut Butter Falcon schickt seine beiden Protagonisten – LaBeouf als kleinkrimineller Möchtegern-Macho mit weichem, emotionalem Kern trifft auf Zack Gottsagen als liebenswert-naiver Knuddelbär mit Downsyndrom (und das ist positiv gemeint) – auf einen Selbstfindungs-Roadtrip. Hat man in der ‚zwei gegensätzliche Charaktere raufen sich zusammen‘-Art natürlich schon öfter gesehen, funktioniert hier aber aufgrund der fabelhaften Chemie der Akteure und der herrlich ‚warm ums Herz werdenden‘ Erzählung ganz gut. Trotz der doch vorsehbaren finalen Konstellation daher durchaus ein kurzweiliges Vergnügen.

Tatort: Die Zeit ist gekommen (2020)

Eine Mischung aus Entführungs- und Geiseldrama im familiären Umfeld bietet der Dresdner Tatort. Die Geschichte ist in seiner etwas hektisch erzählten Basis nicht besonders innovativ, kann aber auf Seiten der Familie mit dem Eltern-Duo – gespielt von Katia Fellin und Max Riemelt – punkten, deren Zusammenspiel besonders in den emotionalen Spannungsmomenten ehrlich rüberkommt. Leider (und das war auch zurückliegend schon mal mein Problem) ist das Ermittlerpaar ziemlich blass. Schauspielerisch als auch innerhalb der Geschichte agierend, stellt sich keine irgendwie geartete Verbindung zwischen mir als Zuschauer und den Kommissarinnen ein. In summa ein recht durchschnittlicher, unspektakulärer Fall innerhalb des Tatort-Kosmos.

Im Kino gab es im Juli drei Werke zu bestaunen, von denen zwei in meiner Rubrik Die k.u.k.-Monarchie bereits näher beleuchtet wurden. Daher bitte aus gegebenen Anlass auf den jeweiligen Filmtitel klicken (oder noch etwas warten):

Waves (2019)… Kritik coming soon

Undine (2020)

Berlin Alexanderplatz (2020)

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3 Antworten zu Kurz und knackig: Die Flimmerkiste Juli 2020

  1. Nummer Neun schreibt:

    Oh ich weiß noch, dass ich Super damals… gut fand. Vielleicht sogar besser als Kick-Ass, aber dafür ist das schon zu lange her, um das noch genau sagen zu können.

    Den Tatort hatte ich auch gesehen, da würde ich die Ermittler gar nicht als Hauptfiguren sehen, sondern Riemelt (du musstest dir den anschauen, oder?) und Fellin.

  2. blaupause7 schreibt:

    The Peanut Butter Falcon war einer der Filme, die ich mir dieses Jahr auf DVD angesehen habe – ein sehr schöner Film, von dem ich mir hinterher gewünscht habe, ich hätte ihn im Januar statt eines anderen im Kino gesehen.

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