Kurz und knackig: Die Flimmerkiste Januar 2021

Nachdem im Dezember bereits die Episoden I bis VI über den heimische Bildschirm flimmerten (worüber noch nachträglich zu berichten sein wird), stand im Januar noch die letzte Trilogie der Star Wars Saga auf dem Programm. Beginnend mit Star Wars: The Force Awakens, der in seiner verspielten Reminiszenz an die Originaltrilogie zwar nichts wesentlich Neues zu erzählen hatte, aber mit Rey, Finn, Poe und natürlich dem Androiden BB8 grundsympathische, typische Star Wars Figuren schafft, denen der Antagonist Kylo Ren (noch) nur wenig entgegen setzen kann. Ach ja, außerdem sind in diesem Auftakt endlich Han und Chewie wieder zu Hause. Wie sich das eben gehört.

Der Mittelteil der dritten Trilogie namens Star Wars: The last Jedi lässt zumindest mich persönlich näher an die Figur Kylo Ren heranrücken, der sich hier so langsam freispielt. Erzählerisch werden zwar ein paar Fässer zu viel aufgemacht, die nicht immer logisch erscheinen, die Gesamtstruktur ist aber durchaus goutierbar. Das hier aufgeworfene Konzept des ‚jeder kann die Macht erlangen‘, ohne sie ‚von höherer Stelle‘ geschenkt bekommen zu haben, scheint ein guter Ansatz. Dieser wird dann aber in Star Wars: The Rise of Skywalker wieder ad absurdum geführt, um einen alten Bekannten zu reanimieren und alle Helden gegen ihn in den ultimativen Endkampf (der vor bombastischen Bildern und mittelschweren Logiklöchern nur so strotzt) zu führen, um erneut (ohne erkennbaren Grund) eine skywalkersche Hegemonie zu manifestieren.

Creed (2015)

Creed ist ein rundum gelungener Rocky-Klon, der doch recht viele Anleihen an das Original nimmt, aber dies mit einer liebevoll positiven Attitüde versieht. Wer DEN Boxerfilm schlechthin mag und schon immer mochte, wird an Creed ohne Probleme Gefallen finden. Das liegt auch an dem spielfreudigen Auftritt von Michael B. Jordan als Adonis „Creed“ Johnson und einem bravourös agierenden Sylvester Stallone als altersmüden, aber noch immer agilen Rocky Balboa, der dessen Charakter komplett verinnerlicht und so auf hohem Niveau performt.

Red Sparrow (2018)

Agententhriller mit einigen windigen Wendungen, wenigen visuellen Experimenten und seltenen, extrem verstörend inszenierten Gewaltspitzen. Red Sparrow glänzt vor allem durch sein hochkarätiges Schauspielerensemble, allen voran natürlich Jennifer Lawrence, die sich hier mit vollem Körpereinsatz und ohne Rücksicht auf Verluste durch jedwede Unwägbarkeit manövriert. Dennoch hat der Film einige Längen und lässt den Zuschauer ab und an genervt auf den Bildschirm starren, wenn wieder ein Twist mehr aufploppt, der dem Ziel eine gewitzte Pointe zusätzlich anhaften will, aber eigentlich im Kern nicht nötig gewesen wäre. Etwas kompakter und Regisseur Francis Lawrence hätte dem Agentenfilmgenre eine weitere, bleibende Perle beschert.

Steig.Nicht.Aus! (2018)

Deutsches Kino in seiner besten Form! Der Film geht von vornherein mit Vollgas voran, steigert sich dabei nach und nach in ein absurdes Katz-und-Maus-Spiel, um in einem schwitzigen Finale die Bombe endgültig platzen zu lassen. Regisseur Christian Alvart weiß gekonnt die Spannungsschraube anzuziehen, so dass vereinzelte kleine logische Unzulänglichkeiten nicht ins Gewicht fallen. Die permanent hohe Spannungskurve zu halten, verdankt er aber zuvorderst einem famos aufspielenden Wotan Wilke Möhring, ohne dessen konstant sich steigernde Panik und doch gleichzeitig mit gewitzten Einfällen auftrumpfende Darstellung des Protagonisten einiges an Drive verloren gegangen wäre. In den Film einsteigen wird hiermit jedenfalls empfohlen.

Кома – Coma (2019)

Das russische Kino und seine SciFi-Geschichten ist immer mal eine Sichtung wert. Die Handlung von Coma ist vielleicht nicht so innovativ und insbesondere die Dialoge der leider auch recht stereotypen Figurenkonstellation waren stellenweise etwas klischeeisiert (was natürlich auch an der Synchronisation liegen könnte, aber nicht muss). Visuell sprudelt der Film aber echt über – und das in hohem Maße. Dennoch sind die CGI-Sequenzen fließend in die reale Umgebung eingebunden, so dass der Film durchweg schon schick aussieht. Kann für einen vergnüglichen, kurzweiligen Abend sorgen und somit sorglos konsumiert werden.

Sonic the Hedgehog (2020)

Jim Carrey hatte definitiv Spaß! Schon lange nicht mehr durfte er eine so durchgeknallte Rolle mimen wie hier, was den Film schon mal einen Bonuspunkt einbringt. Level up, sozusagen. Aber auch fernab davon ist Sonic the Hedgehog ein gelungenes, rasantes kleines Werk mit hohem Unterhaltungsfaktor, einigen in Erinnerung bleibenden Szenen, die als Gagfeuerwerk durchgehen können und einem knuffig-charmant-chaotischen Igel in der Hauptrolle. Diesem spielerischen Treiben schaut man doch gern zu.

Soul (2020)

Pixar macht auf Erwachsen. Soul hat (Achtung!) viel Seele, bietet mit dem menschlichen Protagonisten und dem (noch) nicht menschlichen Gegenpart ein dynamisches Duo, dass gelegentlich mit Krawumm aneinanderknallt und das reine Chaos hinterlässt, in seiner Quintessenz aber ein so wohlig-warmes Gefühl des Ankommens und Geborgenseins erzeugt, dass man nicht umhin kommt, fluffig eingelullt der Geschichte zu folgen. Und auch wenn im Kern kein fundamentaler finaler Aha-Effekt entsteht, strahlt Soul so viel warme Gefühle aus, denen man sich nur schwer verweigern kann.

Ab diesem Jahr gibt es hier eine kleine Neuerung, denn ich werde fernab von den gesehenen Filmen des Monats auch immer die im Monat abgeschlossenen Serienstaffeln aufführen. Nicht immer mit großen Worten. Aber aus statistischen Zwecken. Geht also los.

>> Staffelfinale <<

  • Raised by Wolves (Staffel 1)

Dystopischer Endzeitreigen auf fremdem Planeten. Zu Beginn sehr verwirrend und durchgängig grau in grau gehalten, kann das ein serielles Ankommen in dieser Welt durchaus erschweren. Die Hintergrundgeschichte, die bisher nur sporadisch anklingt, bietet aber einiges Potential für mehr.

  • Two Weeks to live (Miniserie) >> beendet

Typisch britisch. Schwarzer Humor par excellence. Wer das mag, darf gern Maisie Williams beim saukomischen Rachefeldzug begleiten.

  • Vikings (Staffel 6) >> beendet

Hat hier seine kurze finale Erwähnung erhalten und wird trotz erzählerisch nachlassendem Konzept in den späteren Staffeln dennoch in wohlwollender Erinnerung bleiben.

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10 Antworten zu Kurz und knackig: Die Flimmerkiste Januar 2021

  1. Wortman schreibt:

    Coma fand ich irgendwie cool.
    Ich hoffe, dass die Wolves noch in eine zweite Staffel gehen.

  2. Nummer Neun schreibt:

    Two Weeks to Live war eines meiner Highlights 2020 🙂 Bei Raised by Wolves fand ich auch, dass das durchaus Potential hat.

    Von den neuen Star Wars Filmen hat mir ja eigentlich nur der erste so richtig gefallen, fast ohne Einschränkungen. Die anderen beiden dann nicht mehr so.

  3. Miss Booleana schreibt:

    Uuuh Raised by Wolves wollte ich auch gern schauen. Wo auch immer man das sehen kann …

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