#Horrorctober2021: So far…

Halbzeit im Oktober und auch Halbzeit beim #Horrorctober. Nutzen wir den Moment der Ruhe, um kurz über die bisher gesehenen Schocker zu resümieren. Ich liege zumindest gut im Rennen mit sechs Filmen und fünf Folgen der American Horror Stories Serie. Die zweite Halbzeit kann also kommen…

Dass ein Argento als Produzent des Films fungiert sieht man durchaus, nimmt Santa Sangre doch Anleihen an den italienischen Giallo. Insbesondere die kurzen, aber dann intensiven Gewaltspitzen tendieren dahin. Ansonsten sehen wir hier mehr Kunst als Grusel. Santa Sangre stilisiert die Farben und variiert die Wirklichkeit der Erzählung. Was ist Wahn? Was ist wahr? Jeder – durchaus verrückt inszenierte – Moment lässt den Zuschauer im Ungewissen, ob gerade wieder eher geträumt oder traumatisiert in der Realität umher gewandelt wird. Alejandro Jodorowsky macht es uns nicht leicht, seinem Werk Liebe entgegenzubringen. Damit tun wir es dem Protagonisten aber gleich.

Ein Zombiefilm aus deutschen Landen und gleichzeitig eine Comic-Adaption erwartet uns bei EndZeit!? Vorweg sei gesagt: Das Genre Horror ist hier fehl am Platze. Vielmehr offenbart sich uns eine Mischung aus apokalyptischem Film und Coming of Age. Das Setting ist wunderbar gewählt und strahlt einen unverhohlenen Charme aus. Die Protagonistin trägt die Geschichte auf ihren eher kleinen Schultern, ohne zu penetrant in den Vordergrund zu drängen. Leider ist der Drive des Films aber etwas lahm, es geht sehr schwer voran und das Finale ist zwar philosophisch offen gehalten, für den Zuschauer aber unbefriedigend oberflächlich.

Giorgio Moroders Musik mäandert doch schon sehr in Cat People. Kann man diesen Umstand ausblenden, fasziniert allen voran das präsente Schauspiel von Nastassja Kinski, die dem Werk von Paul Schrader definitiv ihren (verdammt hübschen) Stempel aufdrückt. Der Regisseur richtet den Fokus auch kompromisslos auf seine Protagonistin, die zu Beginn eher passiv schüchtern, dann aber schnell aktiv fordernd den Bildschirm einnimmt. Ich kenne zwar das Original nicht, halte diese Version aber für gelungen. Dass auch hier der Horror eher versteckt und weniger offensichtlich um die Ecke kommt, kann dabei zweifellos vernachlässigt werden.

Abgesehen von der zu langen Spielzeit und dem zu exzessiv das Original zitierenden Finale kann ich sagen: Mike Flanagans Doctor Sleep ist atmosphärisch gelungen, zaubert interessante neue Figuren (Kyliegh Curran agiert frisch, Rebecca Ferguson ist megacreepy) aus dem Hut und präsentiert einen nachvollziehbar gebrochenen Danny Torrance (Ewan McGregor strahlt eine etwas abgewrackte Gravitas aus). Visuell lehnt sich das Werk am großen Vorbild an, ohne sich (mit einleitend erwähnter Ausnahme) zu explizit anzubiedern. Und auch musikalisch gelingt der Spagat die originalen Klänge zu adaptieren und gleichzeitig neue, harmonisch sich einfügende Stimmungen einzubauen. Durchaus sehenswert!

Ready or not macht immer dann am meisten Spaß, wenn die wirklich (wirklich!) seltsame Familie Le Domas untereinander interagiert und dadurch ungemein amüsante Momente provoziert (insbesondere Melanie Scrofano und Andie MacDowell hatten sichtlich Spaß in ihren Rollen). Dazwischen kann es mitunter zu erzählerischem Leerlauf oder einer zu einfach konstruierten Situation kommen, die den Flow ein wenig bremst. Zum Glück haben wir aber noch Samara Weaving, die der Braut in Chucks Leben einhaucht, bevor der plötzliche Tod (vielleicht?) hinter der nächsten Tür der unendlich großen Villa lauert.

Werner Herzog überführt den Stummfilmklassiker in helle Farben, garniert das Ganze mit ein paar neuen, dominanteren Szenen (die Pest rückt in Form von ungezählten Ratten und ebenso vielen Toten mehr ins Bild) und räumt die Bühne frei für Klaus Kinski. Und genau diese (wenigen) Momente mit Kinski fabrizieren eine wirklich gruselige Atmosphäre. Fernab davon wird allerdings bewusst, dass es Herzog mehr um eine stilisierte Hommage auf das Original, denn um einen klassischen Horrorfilm an sich geht. Dieser Nosferatu will Kunst sein, während Murnaus Meisterwerk auch heute noch Grusel hervorruft. Ich persönlich ziehe die 1922er Version vor, weil sie die Figur des Grafen in das Setting harmonisch einfügt und nicht zum allumfassenden Mittelpunkt deklariert. Und weil im Original so viel mehr Herz und Seele steckt!

Und dann war da noch ein…

!!!JUMPSCARE!!!

Denn auch das gehört zum #Horrorctober:

Ein großer Spaß, möchte ich meinen. Besonders für Muppets-Fans und Gonzo Liebhaber. Und sehr gruselig… 😉

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8 Antworten zu #Horrorctober2021: So far…

  1. Wortman schreibt:

    An den Original – Vampir kommt kein Film heran.

  2. blaupause7 schreibt:

    Cat People und Nosferatu kenne ich sogar.

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