Der Blogventskalender: Tür 10

Filmschrott

Der Marcel schreibt nur Schrott. Das kann man sich echt nicht… Ach Quatsch, falsch. Das muss man sich unbedingt antun! Viele Filmblogger beharren auf eine doch recht gediegene, seriöse Beschreibung und Kritik zu den gesehenen Filmen. Filmschrott scheißt drauf. Guckt sich den Schund an, den sich niemand anders angucken würde und schreibt darüber so unterhaltsam, das man den Schund sofort sehen will. Das muss man auch erstmal schaffen. Erschaffen hat er außerdem die Schrott Awards, neben der goldenen Himbeere wohl der beliebteste Preis im Filmbusiness, weshalb sich bei der jährlichen Verleihung auch immer die Stars die Klinke in die Hand geben. Alle sind sie da, von A wie Arschkrampe bis Z wie Zauselkopf. Ein großes Fest, fürwahr. Er kann aber auch (zumindest ein bisschen) seriöser auf dem (ebenfalls lesenswerten) Zweit- respektive Erstblog (je nach Präferenz), der seinen Namen trägt. Obwohl ich ja glaube, das der eh gefaked ist. Niemand heißt so! Das glaubt doch kein Mensch. Und Wölfe schon gleich gar nicht. Wenn ich nun noch herausfinden würde, warum der werte Marcel so mega auf (mutierte) Frösche abfährt (statt auf Wölfe), dann könnte ich endlich beruhigt schlafen. Oder auch nicht…

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Der Blogventskalender: Tür 9

Moviescape

Laut Wikipedia ist der Herr Bullion eine Edelmetallmünze. Oder diverse Orte in den Vereinigten Staaten. Für mich trifft es eher Edelmetall, denn seine Seite Moviescape ist edel, wenn nicht sogar bereits Adel. Bei der unendlich langen Geschichte dieses Blogs müsste muss Bullion als Moviemeister geadelt werden. Ohne Frage! Filme und Serien sind seine Passion, neben solch seltsamen Dingen wie Kinder, Haus, Familie und Joggen. Ehrlich mal? Reales Leben vom Rezensionsmeister der filmischen Illusion? Geht ja gar nicht… Doch, natürlich geht das und macht ja auch einen gehörigen Teil der Blogperson Bullion und seines Blogs aus. Definiert und charakterisiert ihn dadurch. Und weil das so ist, behaupte ich frech und frei, das wir uns bei einem realen Aufeinandertreffen mit sehr großer Wahrscheinlichkeit ziemlich gut verstehen würden werden. Dies ist keine Drohung, sondern eine Feststellung. Also ja nicht weglaufen, Herr Bullion, falls irgendwann einmal ein Wolf vor dir auftaucht. Das könnte meine Wenigkeit sein.

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Der Blogventskalender: Tür 8

neuesvomschreibtisch

So. Da sind wir jetzt an dem Punkt angelangt, wo es seriös wird. Um nicht sogar zu sagen: seri(e)ös.  Denn die herzallerliebste Maren, die Besitzerin des Schreibtischs voller serieller Beiträge, wohnt freiwillig in Braunschweig. Da darf ich natürlich keine Witze drüber machen. So gern ich das auch wollte. Sondern drohe einfach nur an beim nächsten Ausflug nach Hannover mal nicht an Braunschweig vorbei zu fahren, sondern anzuhalten, um mit ihr über ihre Lieblingsserie zu quatschen (ich rewatche gerade Fringe), mich von ihr zum Ende von Sons of Anarchy spoilern zu lassen (hab es immer noch nicht geschafft weiter zu schauen) und sie davon zu überzeugen, es doch mal mit Game of Thrones zu versuchen (manchem Hype kann man durchaus vertrauen). Ich glaube, das uns beim Thema Serien der Gesprächsstoff nicht ausgehen wird, so wie auf neuesvomschreibtisch die Diskussion über Serien auch nicht abebbt (<- da oben im eigentlichen heimatlichen Norden gibt es doch Gezeiten, nicht wahr).

Bei meiner Ankündigung zum Blogventskalender war Maren eher skeptisch, das ich ein passendes Lied zu ihrem Blog finden würde:

Bildschirmfoto 2017-11-26 um 09.08.59

Aber mir sind auf Anhieb zwei eingefallen. Zum einen von Extrabreit die NDW-Hymne Hurra, hurra die Schule brennt. Zum anderen dieser hier: 

Wieso, weshalb, warum gerade dieses Lied erfahren alle Wißbegierigen auf neuesvomschreibtischAlso schaut – so wie ich des öfteren – dort vorbei und lernt dazu. Schaden kann es nicht von seriellem Wissen überflutet zu werden. (Hätten wir Ebbe und Flut also doch noch untergebracht.) 

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Der Blogventskalender: Tür 7

bittemito

Alle bitte kurz aufmerksam zuhören und viel wichtiger: mitlesen. Denn beides ist auch auf bittemito der werten Frau Knobloch mit o – um nicht zu sagen mit zwei dieser Sorte! – extrem relevant. Beim Lesen entdeckt man nämlich immer wieder aufs Neue die abertollsten Wortkonstruktionen, Wort(ab)wandlungen, Wortneuschöpfungen und Wortwunder. Eingebettet in fabriziös, glamerös, beifallklatschenanimierende kleine und große Geschichten, von kleinen und großen Begebenheiten, in kleinen und großen Gefühlswattebäuschen verstaut und verpackt. An die an den Worten klebenden Leser gerichtet und zu kurzzeitigen, abseitigen Wortwegen verführend, lassen diese Wortäußerungen, die man Sätze nennt, aneinandergereiht bonifaziöse Begeisterung bei meiner wortliebenden Wenigkeit aufkeimen. Und auch wenn ich meist kommentarlos mich diesen Wortergüssen ergebe, wirken sie doch immer wortgewaltig nach, so dass ich weinerlich winselnd nach noch einem Wort mehr verlange. Wahrlich wunderbar werte Frau Knobloch… 

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#52FilmsByWomen: Der Geschmack von Apfelkernen von Vivian Naefe

Wie esst ihr einen Apfel? So komplett mit Gehäuse und Kernen? Oder nagt ihr drumrum und entsorgt den übrig gebliebenen Apfelknust dann einfach? Ich bin der Typ für die letzte Variante, kenne aber genügend Personen, die am Ende tatsächlich nur den Stiel in ihren Händen halten. Trotzdem weiß ich natürlich wie Apfelkerne schmecken. Die Protagonistin in Vivian Naefes Romanverfilmung geht es übrigens wie mir, zumindest was den Verzehr von Äpfeln betrifft. Der Geschmack von Apfelkernen durchläuft erzählerisch, metaphorisch die Phasen eines reifenden Apfels – von der Blüte, über die grüne bis hin zur ausgereiften Frucht. Ein paar faule Stellen schleichen sich aber ebenso ein.

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An apple a day keeps the doctor away.

Der Geschmack von Apfelkernen macht so einiges richtig. Die Etablierung und Identifizierung mit der Hauptfigur funktioniert auf leichte, sympathische Weise. Wir begegnen Iris in verschiedenen Altersphasen ihres Lebens, die durch Rückblenden geschickt in die Handlung eingewoben sind. Hannah Herzsprung als Iris der Haupthandlung erbt das seit ewigen Zeiten in Familienbesitz befindliche Haus der Großmutter, mistet aus, um es eigentlich zu verkaufen, weil darin zu viele Geister der Vergangenheit wohnen, findet aber zum einen die Liebe und zum anderen die Wahrheit über zurückliegende Ereignisse heraus, wächst an dieses Erkenntnissen, um schlußendlich das Erbe anzunehmen und vor allem die aufgedeckten Familiengeheimnisse zu verarbeiten. Vivian Naefe gelingt es eine sehr dichte Atmosphäre zu weben, die den Spagat zwischen einfacher Liebes- und komplexer Familiengeschichte schafft, ohne arg unnatürlich, überambitioniert oder dramatisierend zu wirken. Inwieweit ihr dabei die Buchvorlage bereits hilfreich in die Karten spielt, kann ich nicht einschätzen, gehe aber davon aus, das dort die gezeichneten Figuren ähnlich vielschichtig und wandlungsfähig charakterisiert sind. Wenn dann auch noch neben der erwähnten Frau Herzsprung Namen wie Meret Becker, Marie Bäumer oder Florian Stetter auftauchen, hat das Casting gute Arbeit geleistet.

Es sind aber vor allem die jungen Schauspieler, die den alten Hasen ein Stück weit die Show stehlen. Die drei besten Teenager-Freundinnen bezaubern durch ein intensives, für die tiefergehende Charakterisierung der jeweiligen Figur immens wichtiges Auftreten und erschaffen so ein rundes Bild von Iris, Mira und Rosmarie. Insbesondere Paula Beer als die aufmüpfige, vorlaute, intrigante und doch in kleinen, aber feinen Augenblicken zutiefst verletzliche Cousine von Iris hinterlässt bleibende, den Film prägende Momente. Der Geschmack von Apfelkernen fabriziert zusätzlich einige imposante Bilder, die ähnlich dem Reifungsprozess eines Apfels sowohl hell-glänzende als auch dunkel-faulige Szenen beinhaltet. Ab und an überspannt die Regisseurin dabei den bunten Bogen und die Farbtöne wirken leicht kitschig-überbordend. Glücklicherweise sind diese Bilder rar gesät und schmälern den positiven Gesamteindruck nicht. Was man von den definitiv zu oft eingesetzten auditiven Farbtupfern leider nicht behaupten kann. Ein dezenterer, defensiverer Einsatz der musikalischen Mittel hätte Vivian Naefes Werk gutgetan. Denn die Wirkung der Bilder und Akteure wäre auch ohne die ausufernde, klangliche Untermalung enervierend genug. So bleibt ein kleiner, fader Beigeschmack, ein paar unreife, saure Stellen eines ansonsten saftig, schmackhaften Apfels respektive Films. Na dann: Mahlzeit.

Diese Rezension erscheint im Rahmen der Aktion #52FilmsByWomen, das sich den Regisseurinnen widmet. Mehr dazu unter http://womeninfilm.org/52-films/.

 

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