#Horrorctober: (1) Was bisher geschah…

In der letzten Folge. Ach, Moment. Es gibt ja noch gar keine letzte Folge. Das hier sind ja die ersten Gedanken zum #Horrorctober und den filmischen Werken, die mich durch diesen Monat begleiten. Und diese ersten Gedanken führten mich zurück in die Kindheit. Was hab ich mich damals vor diesem grauseligen Geheul des baskervilleschen Hundes gefürchtet. Man beachte bitte meine damals noch sehr jungen Jahre. Da war man noch leicht zu beeindrucken.

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Sieht man The Hound of the Baskervilles heute, knapp dreißig Jahre danach, bleibt vom Grusel nicht mehr ganz so viel übrig. Dafür ist der Film nun wenigstens lustig, wenngleich er damit das Ziel verfehlt. Egal, ich habe mich dem Kindheitstraumata gestellt. Da könnte ich ja als nächste Herausforderung sogar ES schauen.

Gedankensplatter, ääääh -splitter, während des Films:

+ Der ist zwar von Hammer, aber das ist echt der Hammer: Peter Cushing lebt! Und sieht nicht wie eine CGI-Puppe mit Botox im Gesicht aus.

+ Saruman ist übrigens auch dabei. Scheint eine illustre Runde zu werden. 

+ Rauchen und Saufen wird hier ziemlich GROß geschrieben.

+ Und nicht vergessen: „Take a glass of Sherry, first.“

Mit Lights Out leuchtete mich dann ein neuer Film an, den ich bis dato nicht kannte. War es möglich aus einem zweieinhalb minütigen Kurzfilm einem abendfüllenden Horrorfilm zu fabrizieren? David. F. Sandberg hat es immerhin versucht, bedient sich dabei aber sehr an den standardmäßigen Effekthaschereien des Genres, um Diana – so heißt das Wesen – in Szene zu setzen.

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Die Teelichter haben immerhin gewärmt. Mehr noch als der Tee zu den im Film nur spärlich vorhandenen Lichtern. Und während des Films ging mir ab und an ein Licht auf:

+ Spielt schön mit dem Kindheitsgrusel: Ich kann nur bei Licht schlafen, denn in meinem Schrank lebt ein Monster.

+ Anscheinend eins mit langen Haaren. Also entweder Althippie oder es ist Sadako. Nur ohne Fernseher. 

+ Die obligatorische Kellerszene darf natürlich auch nicht fehlen.

+Was ist das? Blaues Licht. Was macht das? Es leuchtet blau. Und zeigt dir Diana.

Und dann war da noch Creepy Campfire Stories

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Normalerweise überlasse ich die Trashfilme ja anderen Bloggern, aber bei dieser Perle hatte es persönliche Gründe des Konsumierens. Da ein guter Freund von mir mit einigen Machern des Werkes bekannt ist und ich somit eine signierte Sonderausgabe besitze (was auch immer ich damit anfangen soll), kam ich nicht umhin ein Auge oder auch zwei auf die Lagerfeuergeschichten zu werfen. Ja, es ist ein Episodenfilm in drei Akten und einem überraschenden Finale (oder so ähnlich). Ein Drittel hat mir vom ganzen Gruselflair her sogar ziemlich gut gefallen, insbesondere durch die gelungene visuelle Umsetzung (und zwar der Mittelpart namens PSI).

Verqualmte Marshmallow-Gedanken während des Schauens:

+ Wo kriegt man einen derart leistungsfähigen Handstaubsauger her?

+ In dem Neubau können doch keine Geister der Vergangenheit wohnen.

+ Oh, mit Countdown. Paranormal Activity lässt grüßen. 

+ The Fog im Anmarsch! Ah, okay, doch eher ne Vampirstory, bei der blassen Haut und den komischen Augen. 

+ Und anscheinend nicht die Stromrechnung bezahlt, aber immerhin ein schicker Kandelaber. Ist ja auch was. 

Das geschah also bisher im #Horrorctober. Eigentlich kann es nur gruseliger werden. Ich hoffe zumindest, das dem so sein wird. Und jetzt entschuldigt mich. Das Lagerfeuer geht aus. Es wird also langsam dunkel und das lockt unweigerlich heulende Hunde an. Nicht schön. Gar nicht schön…

Horrorctober-2017

Hier findet ihr alle 13 horroresken Exemplare die da noch kommen mögen: #Horrorctober

 

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Das Lied zum Sonntag

Werte Gemeinde,

die zurückliegende Woche wurde in deutschen Landen zelebriert. Nein, nicht aufgrund einer neuen Regierung (Jamaica muss warten), sondern natürlich der Einheitstag. Und wenn man sich vor Augen führt, das es damals in den unruhigen Zeiten aufgrund von Demonstrationen zu einem Zusammenbruch sowohl eines Staates als auch einer ganzen Ideologie kam, müssen wir die so friedliche Wende aus historischer Sicht umso mehr schätzen, wenn man sich die Umschwungversuche anderer Länder und Regionen ansieht – zuletzt in Spanien.

Während es dort zwar um eine Trennung und nicht um eine Vereinigung geht, haben derlei Demonstrationen und Referenden im Kern einen Punkt immer gemeinsam: die Freiheit von irgendetwas, sei es eine Zentralregierung oder einfach nur die persönliche. Und die ist unabhängig vom bestehenden politischen System zumeist nicht gewaltfrei und ohne Verluste zu erreichen. Umso mehr muss man die unblutige, friedliche deutsche Revolution von vor nunmehr bereits 28 Jahren hervorheben. Es hätte alles anders kommen können, wenn die entscheidenen Stellen und Personen nur ein wenig nervöser reagiert hätten. Seien wir froh, das dem nicht so war. Und hoffen wir, das auch in Spanien am Ende die Vernunft siegt.

Auf allen beteiligten Seiten.

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#52FilmsByWomen: Winterjagd von Astrid Schult

Der Anfang kann durchaus gefallen. Astrid Schult führt den Zuschauer als Einstieg in den Wald. Ein junge Frau, deren Motive bis zu diesem Moment völlig unbekannt sind, bewegt sich zielstrebig auf ein einsam gelegenes Haus zu, übt zuvor jedoch erst einmal das Schießen mit einer Walter PPK. Was sind ihre Absichten? Mit welchem Vorsatz versucht sie sich Zutritt zum Anwesen zu verschaffen? Mit einem Hauch Grusel und Haunted House Atmosphäre spielt die Regisseurin und schiebt Winterjagd mit diesen ersten Bildern eher in die Mystery- und Horrorecke. Um dann das anfänglich aufgebaute Spannungsfeld komplett niederzureißen und durch ein Geflecht aus Dialogebenen zu ersetzen.

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Die Geister der Vergangenheit.

Dieser abrupte Wechsel von düster-unheimlich zu redselig-langwierig (nicht unbedingt langweilig) ist wie ein Riss in der gesamten Erzählstruktur. Als Zuschauer muss ich mich – gerade wohlig in meiner filmischen Nische bequem gemacht – wieder dort heraus begeben, um den nun auf einmal dialoglastigen Szenen die ihnen gebührende Gewichtung zukommen zu lassen. Das erfordert Anstrengung, weshalb Astrid Schult mit diesem Stilwechsel sicher einige eben noch aufmerksame Verfolger der Geschichte verliert. Stringenz ist was anderes. Winterjagd geht die sorgsam aufgebaute, atmosphärische Tiefe abhanden und wird zu einem Täter-Opfer-Spiel, in dem ständig die Positionen variieren. Beschimpfungen folgen auf Anfeindungen. Vorwürfe auf Missbilligungen. Versuchte Wahrheiten prallen an versteckten Lügen ab. Aus einem erhofften Haunted House Werk wird ein Kammerspiel in zwei Akten, an dessen Ende zwar die Geister der Vergangenheit konsequent ans Tageslicht der Gegenwart gezogen werden, aber gleichzeitig auch das Leben aller drei agierenden Figuren zerstört darnieder liegt.

Mit dem Schauspieler-Trio steht und fällt im Endeffekt der Film, weshalb es eine gute Entscheidung war sich auf Carolyn Genzkow, Elisabeth Degen und Michael Degen festzulegen, denn deren gelungene Charakterzeichnung haucht ihren jeweiligen Rollen das dringend nötige Leben ein. Genzkows Lena eröffnet forsch, fordernd und ohne Hemmungen den rhetorischen Reigen, verfängt sich nach und nach aber in den retournierenden Fängen ihres Gegenübers, der zuvorderst aus Anselm Rossberg, dem alten Vater und weniger aus dessen Tochter Maria besteht. Michael Degen mimt eine weise, vom Leben gezeichnete Person, mit Geheimnissen, die tief verschollen in seinen Erinnerungen wuchern und sich erst durch die Anwesenheit der jungen Lena ihren Weg bahnen. Seine Figur scheint unantastbar und auch für den Zuschauer lange Zeit – trotz der aufgeworfenen Vorwürfe – integer und ehrlich. Umso schwieriger ist der zum Finale hin erkennbare Umschwung, diese Kehrtwende hin zum unberechenbaren, unkontrollierbaren Momentum. Bleibt noch die Figur der Maria, die den Vater umsorgende Tochter, die mit der Familiengeschichte nur durch die Flucht in den Alkohol umzugehen weiß und ihre verdrängten Zweifel an der Unschuld des Vaters durch die Aussagen Lenas immer  mehr bestätigt sieht. Elisabeth Degen (auch im richtigen Leben die Tochter) spielt facettenreich und wird in ihrer emotionalen Verwirrung nur durch Carolyn Genzkow übertroffen.

Das Schauspielerensemble hebt das Spielfilmdebüt von Astrid Schult auf eine höhere Ebene als der abrupte Stimmungswechsel zuerst vermuten ließ und rettet Winterjagd über den Fauxpas des erzählerischen und atmosphärischen Stilbruchs hinweg. Sofern sich der werte Zuschauer schnell genug aus der erwähnten Nische erheben konnte.

 

Diese Rezension erscheint im Rahmen der Aktion #52FilmsByWomen, das sich den Regisseurinnen widmet. Mehr dazu unter http://womeninfilm.org/52-films/.

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abc.etüden: Geburtstag

‚Kein Wunder, das seine Kleine in dieser Umgebung depressiv wird‘, dachte er so bei sich und starrte aus dem Fenster. Eine graue, trostlose, von asphaltierten Straßen und Gehwegen durchkreuzte, unendlich scheinende Reihe Betonklötze grinste ihm als hässliche Fratze entgegen. Trabantenstadt – den Namen trägt ein derartiges Gebilde tatsächlich zurecht. Er schaute auf den Tisch und lächelte stumm, sofern man überhaupt stumm lächeln kann. Zwei Dinge gab es, die seiner Kleinen Freude bereiteten: Honig, am besten intravenös zugeführt durch eine Honigpumpe und diese Band, deren Konzerttickets dort auf dem Tisch lagen. Er hörte das Knarzen des sich drehenden Wohnungsschlüssels und die sich öffnende Tür, die nur kurz darauf mit einem lauten Rumms wieder in ihre Angeln fiel. Seine Kleine kam direkt und ohne Umschweife ins Wohnzimmer. Er stand da, in der linken Hand ein Glas Honig, in der rechten die Tickets für Interpol. „Happy Birthday, meine Kleine.“

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Dies ist ein kurzer Beitrag zu den wundervollen abc.etüden, die an dieser Stelle zum Leben erweckt und von dort in die weite Bloggerwelt getragen werden. Teilnahme von Allen unbedingt erbeten…

 

 

 

 

Und das hört die Kleine:

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Das (Close-to-Midnight-Grusel)Lied zum Sonntag

Werte Gemeinde,

wir sind heute im schummrigen, düsteren, nebligen Oktober angekommen. In dem der Wind um die dunklen Ecken pfeift und schaurig-schöne Geräusche zaubert. In dem niesliger Regen auf nasskalte Straßen tropft und Pfützen bildet, in denen sich die flackernd-knisternde Straßenlaterne kurz vor ihrem Ableben widerspiegelt. Gruselig fröstelnd stellen sich uns die Nackenhaare hoch in diesem Oktober.

Denn dieser Oktober ist dem Horror nahe. Dem filmischen Horror in all seinen unheimlichen Facetten. In all seiner blutig-roten, erschreckend-schreckhaften Erscheinung. In all seiner geistreichen Masse an verwirrten Geistern und Gespenstern. In all seiner schrecklichen Schönheit. Willkommen in diesem Oktober.

Im #Horrorctober…

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