abc.etüden: Der Kochkurs

„Ihr Name ist Zetermordio?“

„Nein nein. Peter. Peter Mordio.“

„Das ergibt allerdings mehr Sinn.“

„Und Sie heißen?“

„Hannibal Lecter.“

„Garibald Lecker?“

„Nein. Hannibal. Hannibal Lecter.“

„Aaaah, entschuldigen Sie bitte. Die Akustik ist in diesem Raum recht schlecht, um es vorsichtig zu formulieren. Aber wir sind ja auch nicht zum diskutieren hier, sondern vielmehr um zu backen.“

„Moment! Backen? Oh, dann bin ich wohl im falschen Kurs. Mir geht es mehr ums stilvolle und schmackhafte und vor allem originelle kochen.“

„Haha. Dann sind Sie hier leider tatsächlich am falschen Ort. Nächster Raum. Dort findet das große Kochen statt.“

„Oooh. Schade. Aber danke für die Auskunft.“

„Ach, jetzt seien Sie mal nicht traurig. So ein weichmütiger Kerl scheinen Sie doch gar nicht zu sein.“

„Das ist wahr. Sie erschienen mir aber recht interessant als ein angenehmer und umgänglicher Gesprächspartner. Dürfte ich Sie nach Ihrem bestandenen Back- und meinem erfolgreich absolvierten Kochkurs als, pardon, zum Essen einladen? Da können wir unser begonnenes Gespräch ein wenig vertiefen. Sie sind dann natürlich für den süßen Nachtisch zuständig. Daher hier gut aufpassen und lernen.“

„Haha. Ja. Das Angebot nehme ich doch sehr gern an. Dann mal viel Freude beim Kochkurs und hoffentlich genießen Sie auch das Ergebnis.“

„Ach, dass wird schon werden. Da bin ich ganz zuversichtlich.“

Die Etüden – ein wundervolles kleines Projekt, dass an dieser Stelle näher beschrieben wird und gern noch weiter in die Bloggerwelt getragen werden darf.

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Die 5 BESTEN am DONNERSTAG 1/2021

Ob ich es wohl dieses Jahr schaffe, etwas öfter an den besten Fünf teilzunehmen? 2020 war das ziemlich mau. Apropos 2020. Jahresrückblicke und BestOf-Listen habe ich mir ja mittlerweile abgewöhnt, weshalb ich das heutige, erste Thema des neuen Jahres von der werten Gina einfach mal für einen solchen, kurzen Blick zurück nutze.

Die 5 liebsten Filme im Jahr 2020

Ich konzentriere mich auf Filme, die ich 2020 im Kino (ja, tatsächlich) gesehen habe. Denn das waren trotz der bekannten Umstände dann doch gar nicht so wenige – insgesamt nämlich neunzehn, wie meine Statistik (unter anderem) aufzeigt. Wohlan dann, hier sind meine fünf Favoriten.

(5.) The Gentlemen von Guy Ritchie

(4.) Undine von Christian Petzold

(3.) Tenet von Christopher Nolan

(2.) Jojo Rabbit von Taika Waititi

(1.) Never Rarely Sometimes Always von Eliza Hittman

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#Dienstagsgedudel: (2) Mono

Runde Zwei im dudeligen Dienstag der werten Nellindreams. Und weiter geht die Reise durch japanische Musikwelten, die den Januar bestimmen, weil der Japanuary gerade filmische Kreise zieht.

Film ist bei der Band um die Gitarrenkünstler Goto und Yoda (Nein, nicht der!) ein gutes Stichwort, weil deren Klänge eigentlich auch gut und gerne als Filmmusik, nicht nur japanischer Werke, sondern generell, passend erscheinen. Denn die Soundwälle und verzaubernd postrockigen Instrumentalstücke, die Mono darbieten, erschaffen vor dem inneren Auge ganze Szenarien filmischen Ausmaßes. Da kann man eintauchen, drin herumschwimmen und sich danach am Strand geschafft, aber glücklich auf dem Handtuch niederlassen, um alle Eindrücke resümierend zu verarbeiten.

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Media Monday #498

Na? Seid ihr mittlerweile alle gut im neuen Jahr angekommen? Ja? Gut. Dann können wir uns ja endlich wieder auf die wichtigen Dinge konzentrieren. Wie den Media Monday.

1. Meine liebste Anlaufstelle in Sachen Streaming oder digitalem Fernsehen ist DisAppNetSkyPrime. Der ultimative Streamingkanal für alle, die immer schon ihr gesamtes Leben nur auf ihrer Couch verbringen wollten. Rund um die Uhr. Jeden Tag, den ganzen Tag.

2. Das unglaublich Vorhersehbare an Filmen wie Der Unsichtbare ist offensichtlich nicht sichtbar und daher für mich unabsichtlich unvorhersehbar. Hab den Film aber noch nicht gesehen und kann daher nicht vorhersehen, ob die getroffene Aussage absichtlich unglaubwürdig ist. Unglaublich, oder?

3. Kristen Stewart hat mich in Happiest Season dahingehend überrascht, dass sie so wundervoll leichtfüßig und natürlich mit Aubrey Plaza harmoniert hat. Dabei war der Part der Partnerin doch eigentlich durch Mackenzie Davis besetzt. Aber die wenigen gemeinsamen Szenen zwischen Ms. Stewart und Ms. Plaza waren schon funkensprühend elektrisierend.

4. Gerade an Wochenenden im tiefsten Winter offenbaren sich die eigenen vier Wände als bester Platz zum Relaxen und medial Berieseln lassen. Und da momentan ja eh keine alternativen Möglichkeiten zur Verfügung stehen, genießt man dies gleich noch mehr.

5. Das Beitragssammelsurium meiner geschätzten Bloggerkolleginnen und – kollegen, das mir in meinem Feedly geboten wird, ist nicht nur spannende Lektüre, sondern war bis vor kurzem dort auch im nicht enden wollenden Umfang vorhanden. Aber jetzt habe ich so langsam alles weggelesen und bin nun wieder um einiges schlauer. Danke dafür. 🙂

6. Kaum zu glauben, dass anscheinend wirklich geplant ist, überhaupt etwas zu planen? Vorausplanen ist seit nun schon etwas längerer Zeit ja eher aus der Mode geraten. Aus nachvollziehbaren Gründen.

7. Zuletzt habe ich mit der gerade erschienenen zweiten Staffel von Dickinson begonnen und das war sogleich wieder smartes serielles Erzählen, weil es die Macher hinter der Serie verstehen, den historischen Kontext in ein modernes Gewand zu kleiden. Großen Anteil daran hat auch die eingesetzte Musik (unter anderem Billie Eilish, Mitski und Angel Olsen), die ahistorisch, aber stets passend die Szenerien untermalt, wie zum Beispiel diese hier:

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Das Lied zum Sonntag 2/2021

Werte Gemeinde,

als die Bilder vom Kapitol zu sehen waren, fühlte man sich sogleich zurückerinnert an das vergangene Jahr, vor dem Reichstag, mit seinen verwirrt, querdenkenden, die Stufen stürmenden Menschen. Nur natürlich größer, aggressiver, gewaltsamer und folgenreicher. Aber auch in irgendeiner Art unerwartet?

Mitnichten. Der mit den sich wandelnden demographischen, politischen, ethnischen und sozialen Bedingungen unzufriedene Teil der amerikanischen Bevölkerung (der ‚überraschenderweise‘ eher hellhäutig daherkommt) brodelt schon seit Jahren (wenn nicht sogar Jahrzehnten) leise vor sich hin, blubberte in der Vergangenheit ab und an auch mal etwas stärker (man erinnere sich an eine Sarah Palin und deren republikanischen Abzweig Tea Party) und kochte erst so richtig über, als der ‚Messias‘ laut brüllend und vor allem schreibend die festgefahrenen Ansichten zu bestätigen und manifestieren schien. Donald ‚make myself great again‘ Trump heizte den Herd unaufhörlich an und spätestens seine Wahlniederlage bestätigte den trumpschen Jüngern den Verlust der (vermeintlichen) eigenen überlegenen Autorität gegenüber allem linken Gesocks in den so großartigen US of A.

Das frustrierte Ergebnis zeigte sich dann vor dem Kapitol und bat nicht um Einlass, sondern lud sich kurzerhand selbst ein. Ein kurzer Moment der alten Größe blitzte auf, ohne irgendwie auch nur eigene Größe zu beweisen. Die – wie sollte es auch anders sein? – selbst der scheidende Präsident nicht zeigte. Schürt das Feuer, solange es brennt, war seit Beginn der trumpschen Ära die Maxime des Schreihals.

Nun ist er verstummt. Notgedrungen. Und hoffentlich in weniger als zwei Wochen auch endgültig.

Die Probleme der ältesten Demokratie der Welt werden bleiben. Daran kann auch der neue Präsident für alle Amerikaner nicht wirklich etwas ändern. Aber – so bleibt zu hoffen – zumindest die sich auftürmenden Abgründe ein wenig zuschütten, ohne sie dadurch zu verschütten. Die Uneinigen Staaten von Amerika sollten zuerst einmal Ruhe und dann eventuell sich selbst suchen. Bis dahin ist das wohl auf unbestimmte Zeit

das neue (alte?) Amerika…

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