Media Monday #474

Und schon wieder nähern wir uns dem Ende des Monats, was mir der heutige Media Monday suggeriert, denn dieser fällt auf den letzten Montag im Juli. Gucken wir mal, was da so kommt.

media-monday-474

1. Kennt ihr eigentlich Natalie Portman? Weil für mich ist die Dame jede Woche aufs Neue relevant, hat sie doch mittlerweile im Media Monday eine permanente Rolle – sozusagen die Hauptrolle. Da kann dann ja eigentlich auch nichts mehr schief gehen.

2. Die Begeisterung für die singende Lehrerin geht bei mir ins Unermessliche.

3. Was ich mittlerweile ja durchaus sehr zu schätzen weiß, sind statistische Auswertungen, weil  man die nicht schätzen kann. Höchstens fälschen. 😉

4. Hauptgrund – meiner Meinung –, dass so viele Adaptionen zum Scheitern verurteilt sind, ist für mich nicht bekannt. Ich könnte auch nicht sagen, ob es tatsächlich so ist, weil ich zumeist entweder nur die Adaption oder das Original kenne. Oder gar nicht weiß, dass das was ich da gerade konsumiere überhaupt eine Adaption ist. Ich persönlich scheitere also daran, hier einen Hauptgrund nennen zu können.

5. Ein wirklich originelles Setting, wenn nicht gar „Worldbuilding“, findet sich wahrscheinlich in diversen dystopischen oder fantastischen Geschichten. Mir fällt aber gerade partout keines ein.

6. Geht es um Spiele jedweder Art, kann ich schon ein ziemlicher Stimmungstöter sein, denn Spiele jedweder Art werde ich nicht spielen. Ich muss schon wissen, um welche Art Spiel es sich handelt, um es auch spielen zu können.

7. Zuletzt habe ich eine weitere Folge der Serie See gesehen (!) und das war interessant, weil so langsam Schwung in die ganze Sache kommt und weil auch Schwung (und zwar kämpfender Art) in einen der Protagonisten (Jason Momoa) kam. Nahkämpfe unter besonderen Bedingungen (alle sind blind) sehen irgendwie anders, aber doch gut choreografiert aus.

Veröffentlicht unter Erde, Mensch, und Ich | Verschlagwortet mit , , , , | 12 Kommentare

30 Day Film Challenge… Day 26

Day 26: A film you like that is adapted from somewhere.

Ich hatte ihn und das adaptierte Buch schon vor ein paar Tagen erwähnt. Da ist es nun natürlich an der Zeit, auch lobende Worte zu Peter Jacksons ambitionierte filmische Umsetzung eines literarischen Jahrhundertwerks zu nennen. Denn die ist in Gänze gelungen, trotz Fehlens einer meiner Lieblingsfiguren aus dem Roman (Tom Bombadil) und des zu langen, ausgedehnten Endes der Geschichte (Gut gegen Böse Stories enden immer mit der Siegesfeier, das lehrte uns bereits Star Wars!):

Lord of the Rings (2001 – 2003)

Veröffentlicht unter Erde, und Ich | Verschlagwortet mit , , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Das Lied zum Sonntag 26/2020

Werte Gemeinde,

wir müssen reden! Über Rassismus und deren Darstellung in medialen Produkten.

Also eigentlich über Otto Waalkes, dem Rassisten vor dem Herrn. Zumindest könnte man dies von ihm annehmen, verfolgt man die in der letzten Woche entbrannte Diskussion über einen fünfunddreißig Jahre alten Film des ostfriesischen Komikers. Von einer rassistischen Darstellung, die aus der Zeit gefallen ist wird (zum Beispiel hier) geredet. Von ironischem Rassismus, der nicht weniger gefährlich ist, als der real (leider heute noch immer) existierende.

Fakt ist: Es gibt diese (aus heutiger Sicht) rassistische Attitüde immer wieder in medialen Produkten der Vergangenheit. Ottos erster Film ist nur ein Beispiel aus bereits zuvor diskutierten (wie Lindgrens Pippi Langstrumpf Buch oder auch Filme wie Gone with the wind und Serien wie Fawlty Towers).

Der springende Punkt ist das auch in dem Argument ‚aus der Zeit gefallen‘ auftretende Wort ‚Zeit‘. Aus historischer Sicht sollte nicht die Tilgung derlei rassistischer Anwandlungen aus den medialen Produkten gefordert, sondern ein diskursiver Umgang damit angestrebt werden. Jedes mediale Produkt ist das Kind seiner Zeit und sollte im Kontext dieser Epoche betrachtet werden. Den kulturellen Output der Vergangenheit aufgrund rassistischer Tendenzen zu verdammen, dient nicht der Aufklärung, sondern einzig populistischen Zwecken.

Eine argumentierende Revision darf daher gern sein, solange diese nicht in Zensur am Werk ausartet. Eine bessere (auch mediale) Zukunft zu gestalten heißt auch immer aus der medienhistorischen Vergangenheit zu lernen.

Nehmen wir uns also die Zeit, auch hinterm Deich…

Veröffentlicht unter Erde, und Ich | Verschlagwortet mit , , , , , | 6 Kommentare

30 Day Film Challenge… Day 25

Day 25: A film you like that is not set in the current era.

Ich lese die Aufgabe so, dass es sich auf historische Werke reduziert, weil ansonsten zum Beispiel auch Science Fiction- oder Fantasyfilme genannt werden könnten. Und wähle unter dem dann noch immer unüberschaubaren Repertoire das Biopic von Margarethe von Trotta über eine der ganz großen Denkerinnen und Streiterinnen des 20. Jahrhunderts, das sogar einer näheren Betrachtung meinerseits unterzogen wurde (Ja, genau, ihr wisst schon: Auf den Titel klicken.):

Hannah Arendt (2012)

Und wer tiefer eintauchen will in die Philosophie der Philosophin, darf gern die folgende, eineinhalbstündige Dokumentation schauen. Bildung am Sonntag. Immer gut.

Veröffentlicht unter Erde, und Ich | Verschlagwortet mit , , , , , | Kommentar hinterlassen

Die k.u.k.-Monarchie: Undine in KW 29/2020

KINO

Wann: 15.07.2020 — Wo: Puschkino Halle — Was: Undine (2020)

Wenn du mich verlässt, dann muss ich dich töten. So sagt sie es ihrem Gegenüber, der gerade im Begriff ist, mit ihr Schluß zu machen. Sie heißt Undine (interpretiert von Paula Beer) und folgt man der mythologischen Figur, deren Namen die Protagonistin trägt, muss Undine eben genau dies tun, weil sie nur dann als Mensch unter Menschen leben kann, wenn sie liebt und in einer festen Bindung lebt. Ansonsten bleibt ihr nur die Rückkehr zu ihrem Ursprung, dem Wasser, in dem sie ihren Anfang nahm. Unsere Undine ist in einem urbanen Umfeld verankert. Ihr alltägliches Leben ist durch Arbeit geprägt. Freunde, Freizeit oder Hobbys scheint sie nicht zu haben. Nur das dringende Bedürfnis geliebt zu werden, ohne Kompromisse und mit allen Sinnen. Christoph (gemimt von Franz Rogowski) tut genau dies – nichtsahnend welcher Urgewalt er sich damit aussetzt.

Christian PetzoldUndine versprüht von Beginn an einen verstohlenen, huschenden, ruhig sezierenden Erzählstil. Der Regisseur folgt seiner Protagonistin auf Schritt und Tritt, fängt sie in Großaufnahmen ein, in denen die suchende Seele jederzeit durchschimmert, geht auf Distanz, um die geheimnisvolle Unsicherheit zu verstärken und liefert dadurch ein unvollkommenes, geradezu geheimnisumwittertes Bild seiner Hauptfigur. Paula Beer scheint wie geschaffen, um diese silhouettenhafte, mysteriös-verschlossene, gedankenverlorene Undine zu charakterisieren. Ihr Schauspiel ist präzise, entrückend und wirkt kühl-elegant. Das hat sie – zumindest hier in diesem Werk – mit Petzolds früherer Muse Nina Hoss gemeinsam, was mit Sicherheit ein ausschlaggebender Punkt war, gerade sie als Undine zu wählen. Ihr Gegenpart, die treue Seele, der zuvorkommende, überhöfliche, zurückhaltend agierende Christoph wird von einem jederzeit präsenten und gerade in den emotionaleren Momenten bravourös aufspielenden Franz Rogowski verkörpert. In Kombination beider Akteure entwickelt sich ein Sog, der den Zuschauer in die Geschichte eintauchen lässt – wortwörtlich wie auch metaphorisch. Petzolds Bilder unterstützen den märchenhaft vorangehenden Plot durch entsättigte, mitunter verschwommene Farben, die sich wie selbstverständlich in die ohne Hast, mit einer stillen Anmut erzählten Liebesgeschichte zweier verloren geglaubter Seelen einfügen. Wir folgen deren Schicksal, das zwar aufgrund der Affinität zum Element Wasser und der etwas anormalen Namensgebung der Protagonistin sagenhafte (!) Anleihen nimmt, sich aber in der gegenwärtigen Zeit und mit den darin auftretenden Problemen verortet sieht. Eine übernatürlich-mythologische Ebene scheint nicht in Sicht. Bis Petzold genau das hervorzaubert, was sein gesamtes Oeuvre durchzieht: Der Augenblick, in dem die im Hier und Jetzt agierenden Figuren ohne Vorwarnung auf eine tiefere, magischere Oberfläche zusteuern, die der erzählten Geschichte diesen kleinen, etwas fernab der Norm laufenden Effekt verleiht. Alles bleibt vage, bewegt sich auf schwammigem Untergrund, versetzt den Zuschauer am Ende der Reise in den nachdenkenden, darüber hinausdenkenden Modus, in dem dieser verharrt bis die letzten Klänge des Abspanns im Nirgendwo verschwinden. Fast so wie Undine.

Undine unterstreicht erneut Christian Petzolds Gespür für die leisen Töne, für die kleinen Geschichten mit ihren interessanten, wenn auch nur vakant skizzierten Figuren, für die Melange aus Bild und Ton, die beide in unnachahmlich verzaubernder Art sowohl alltägliche als auch träumerische Situationen provozieren. Mit Paula Beer und Franz Rogowski agiert ein Duo, dass in jeder Filmminute lebenshungrige Lebendigkeit mit apathischer Abwesenheit kombiniert und dabei magische Momente fabriziert, die so nur in einem klassischen, waschechten, petzoldischen Werk funktionieren können.

Veröffentlicht unter Mensch, und Ich | Verschlagwortet mit , , , , , , , | 3 Kommentare