Media Monday #508

Der Media Monday im März. Mit so langsam vielleicht auch ein wenig frühlingshafter Leichtigkeit. Vielleicht aber auch nicht. Wir werden es lesen…

1. Glaubt man den Gerüchten, könnte es tatsächlich sein, dass die Menschheit immer dümmer wird. Aber eigentlich bedarf es dafür gar keiner Gerüchte, da die Beweise ja ständig zu sehen sind. Zuletzt zum Beispiel wieder in Kassel, wo eine Menge Covidioten mit Geleit- und Gewaltschutz der Ordnungsmacht sinnfreie Parolen von sich gab.

2. Ich habe lange nicht mehr erlebt, dass mich eine Serie zum schnellen Durchschauen animiert hat. Aber an diesem Wochenende ist es mal wieder passiert. Gut, es waren nur neun Episoden mit im Schnitt nur jeweils siebzehn Minuten Laufzeit, aber dennoch. Diese Serie muss aber eigentlich auch in einem Rutsch geschaut werden, weil sich so der stetig wachsende Mindfuck so richtig festsetzt. Welche Serie, fragt ihr? Die hier:

3. Kristen Stewart zaubert mir immer wieder ein Lächeln aufs Gesicht, denn es ist eben ungemein unterhaltsam ihrem so wandelbaren Schauspiel zuzuschauen.

4. Bei all dem, was mich so umtreibt, ist momentan vor allem viel Serielles dabei. Unter anderem bin ich grad mittendrin in der zweiten Staffel von MARS, die sich im Dokumentarstil mit fiktionalen Szenen um die Besiedlung des roten Planeten und die sich dadurch ergebenen Herausforderungen dreht. Angesichts des kleinen Percy, der gerade dort ganz weit draußen seine wissenschaftlichen Runden fährt, sind die in der Serie thematisierten Dinge zwar noch Zukunftsmusik. Diese Zukunft scheint aber durchaus näher zu sein, als gedacht…

5. Mein Lieblingsfussballverein – die wahre Borussia – hat einen festen Platz in meinem Fan-Herzen, einfach weil es so ist!

6. Auch wenn ich es mir lange nicht vorstellen konnte, kurz ging es gerade noch so.

7. Zuletzt habe ich die zweite Staffel von Mayans MC angefangen und das war eine gute Wahl, weil sich die in der Auftaktstaffel sorgsam aufgebauten Parteien jetzt so langsam in Bewegung setzen und Spielzug um Spielzug immer tiefer in den Dreck reiten. Und das ist einem halt so vertraut, wenn man die Mutterserie hierzu kennt, die ähnlich atmosphärisch und stellenweise destruktiv daher kam. Aber eben auch ähnlich emotional enervierend.

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Das Lied zum Sonntag 12/2021

Werte Gemeinde,

eigentlich fehlen mir heute die Worte angesichts der gestrigen Bilder aus der Documenta Stadt Kassel. Daher nur ein Wort (und ein Lied), das die Umstände und Vorkommnisse wohl am einfachsten beschreibt:

Idioten!

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Kurz und knackig: Die Flimmerkiste November 2020

Nachdem Ende Januar der oktobersche Nachzügler dieser kleinen, aber knackigen Rubrik das Licht der Welt erblickt hat, folgt nun – Mitte März – der November des vergangenen Jahres. Fehlt also nur noch ein Monat und ich bin wieder up-to-date bei den gesehenen filmischen Werken.

Borat (2006) & Borat Anschluss Moviefilm (2020)

Man muss dem Humor von Sacha Baron Cohen wirklich etwas abgewinnen, sonst funktionieren beide Filme in keinster Weise. Das Original trumpfte vor allem auch mit der Unbekanntheit des Protagonisten auf. Da war vieles so extrem echt und dabei so extrem erschreckend ehrlich, dass man ein ums andere Mal nur noch kopfschüttelnd vor dem Bildschirm saß, fasziniert von der – ja, man muss es wohl so sagen – Dummheit mancher Gesprächspartner von Borat. Die Fortsetzung vierzehn Jahre später hat diese jungfräuliche Naivität zwar verloren, es gibt aber leider Gottes – oder aus Sicht von Borat glücklicherweise – noch immer genug Idiotie dort draußen, um einen abendfüllenden, unterhaltsamen Film zu fabrizieren. Sofern man natürlich den Humor von Sacha Baron Cohen etwas abgewinnen kann.

Transit (2018)

Christian Petzold verfilmt Anna Seghers gleichnamigen Roman, nutzt deren Figuren und Lebenswege, verlagert die Geschichte jedoch in die Gegenwart. Erstaunlicherweise funktioniert dies ganz unproblematisch, was vor allem an den handelnden Akteuren liegt, die von einem rigoros agierenden Franz Rogowski und einer wandelbar, undurchsichtigen Paula Beer (anscheinend Petzolds neues Lieblingspaar, denn auch bei Undine bilden beide das Herzstück des Films) gemimt werden. Transit hat leider ein paar Längen, die durch Leerlauf gekennzeichnet sind, da wäre etwas mehr Struktur und Komprimierung vorteilhaft gewesen. Als Erzählung vom Suchen und Finden nach Auswegen in undurchsichtigen Zeiten funktioniert das Werk aber dann doch ganz gut.

Zimna wojna – Der Breitengrad der Liebe (2018)

Pawel Pawlikowski kann Filme in solch ästhetische Bilder gießen, dass einem mitunter die Handlung nur noch zweitrangig erscheint, wie er mit seinem preisgekrönten Werk Ida bereits eindrucksvoll bewiesen hat. Zimna wojna spielt in der polnischen, intellektuellen Kulturszene und folgt der Protagonistin Zula (beeindruckend intensives Schauspiel von Joanna Kulig) auf ihrer Reise durch ein Land im Umbruch, das gekennzeichnet ist durch euphorische Aufbruchsstimmung und lethargische Einschränkungen. Zula bricht aus, bricht stellenweise ein, strahlt aber dennoch zu jeder Zeit eine unbändige Zuversicht aus, egal wie schwer die Zeiten auch sind. Fotografisch ist Der Breitengrad der Liebe eine Augenweide. Erzählerisch leider mitunter etwas bruchstückhaft und inkonsequent.

Jay and Silent Bob Reboot (2019)

Wo Borat vierzehn Jahre brauchte, benötigen Jay und Silent Bob ganze achtzehn, bevor ihnen ein weiterer filmischer Auftritt vergönnt ist. Ehrlicherweise hätten sie sich den allerdings sparen können. Ja, die Reminiszenzen an alle Vorgänger (inklusive Dogma und die Clerks Reihe) sind natürlich für den eingefleischten Fan eine wahre Fundgrube. Aber erzählerisch und – was besonders schwer wiegt! – auf der Ebene der Chemie zwischen beiden Protagonisten leidet der Reboot stark, was einem den gesamten Film doch erheblich vermiesen kann. Der Witz der vergangenen Werke zündet nur sehr selten, einzelne Szenen sind so extrem gestellt, dass sie nur noch da stehen, ohne irgendeine Aussage zu treffen. Schade um das Vermächtnis. Manche Figuren sollte man wohl doch lieber ruhen lassen.

Was gewesen wäre (2019)

Christiane Paul kann immer noch allein durch ihre Präsenz einen Film dominieren. Ganz egal, wie unausgegoren auch die darzustellende Figur sein mag. Und Astrid ist eben das in hohem Maße: Eine unausgegorene Figur ohne wirklich interessante Ecken, an die es sich lohnt anzudocken. In Kombination mit Ronald Zehrfelds Paul, dessen sinnsuchendes Dahinvegetieren durch diese Geschichte ebenfalls wenig Anknüpfungspunkte bietet, verspielt Was gewesen wäre das irgendwo ganz tief drinnen vorhandene narrative Potential und kommt final nicht einmal zu einem erlösenden Ziel. Da kann dann auch die werte Frau Paul nicht mehr viel retten.

Tag X (2019)

Regisseur Manuel Weiss feierte mit seiner Webserie Ebersberg einen Achtungserfolg, da er dort mit wenig finanziellen Mitteln ein durchaus spannendes, atmosphärisches Werk mit horroresken Anleihen schuf. Tag X knüpft dort an, kann über die gesamte Filmlänge allerdings nicht durchweg die erzählerische Dichte halten. Auch die im Krimigenre verankerte Kerngeschichte kommt eher überraschungsarm und ein wenig vom Reißbrett. Für kurzweilige Unterhaltung ist aber dennoch gesorgt.

Color out of space (2019)

Was sich zu Beginn wie ein idyllisches kleines Familienwerk mit typischen pubertierenden Teenagern und den daraus resultierenden Konflikten anfühlt, entwickelt sich nach und nach zu einem irren, verwirrenden und in fluoreszierende Farben getauchtes monströses filmisches Etwas, dass die irrationale Ebene ein ums andere Mal erheblich überschreitet, einige aufwühlende Splatter und Gore Szenen produziert und einen ausnahmsweise mal spielfreudigen, sich in den Wahnsinn manövrierenden Nicolas Cage bietet. Colour out of space ist vor allem im Finale ein Horrorwerk mit überbordendem Farbenflash. Wer bis dahin gekommen ist, wird aber dem filmischen Faszinosum nicht mehr entrinnen können.

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Die 5 BESTEN am DONNERSTAG 10/2021

Gina hat da mal was vergessen. Aber die schlechten Dinge sollte man auch einfach schnell vergessen. Weshalb wir uns auch gar nicht lange mit der Vorrede aufhalten und sogleich in medias res gehen, wenn es heute lautet…

Die 5 schlechtesten Filme im Jahr 2020

(1) Pet Semetary (2019) von Kevin Kölsch und Dennis Widmyer

Pet Semetary mag stylische Bilder fabrizieren, lässt aber eine Seele vermissen.“

(2) Knights of Badassdom (2013) von Joe Lynch

„Eingebettet in ein Turnier und angereichert mit Fantasy- und Horrorelementen schafft es Knights of Badassdom zwar vereinzelt gute Szenen zu kreieren, funktioniert als Gesamtgeschichte aber nur mittelprächtig.“

(3) Mädchen Mädchen 2 (2004) von Peter Gersina

„Die Fortsetzung ist noch klamaukiger, stellenweise extrem schmalzig und häufig mit Fremdschämpotential ausgestattet.“

(4) Jay and Silent Bob Reboot (2019) von Kevin Smith

„Der Witz der vergangenen Werke zündet nur sehr selten, einzelne Szenen sind so extrem gestellt, dass sie nur noch da stehen, ohne irgendeine Aussage zu treffen.“

(5) Was gewesen wäre (2019) von Florian Koerner von Gustorf

„… verspielt Was gewesen wäre das irgendwo ganz tief drinnen vorhandene narrative Potential und kommt final nicht einmal zu einem erlösenden Ziel.“

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#Dienstagsgedudel: (11) The Dead Lovers

Nellindreams Dienstagsgedudel geht in die nächste Runde und wir bleiben, wie bereits zwei Wochen zuvor bei den Überraschungen, die mir live über den Konzertweg gelaufen sind.

Die Band ist hier auf dem Blog schon einmal aufgetaucht und das damals aus gutem Grund. Das erste Mal wahrgenommen habe ich Lula und Wayne vor nunmehr bald drei Jahren bei einem Livekonzert in einer meiner liebsten Locations in Halle:

Es war ein berückend rockiger Abend mit einer verzückend anmutigen Begleitung, die ich an diesem Wochenende ebenfalls das erste Mal wahrgenommen habe. Und diese Begleitung ist bis heute an meiner Seite, weshalb das Konzert natürlich auch einen ganz besonderen Stellenwert in meinen Erinnerungen einnimmt. Daher hier und jetzt ein wenig von The Dead Lovers

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