Konzert: Marina & The Kats im Objekt 5

Wiener im Brötchen

Während der Konzertpause im kuschligen, sehr gut gefüllten Objekt 5 an diesem verschneiten Samstagabend saßen sie da am Bühnenrand, neben ihrem kleinen Merch-Stand mit ihren Werken „Small“ und „Wild“ auf Vinyl. Natürlich auf Vinyl. Wir reden hier immerhin von Musik aus einer Zeit in der es keine CDs oder digitale Downloads gab. Da muss das dann schon so sein. Jedenfalls pausierten sie dort, um sich vom ersten intensiven Setting zu erholen, das neben einem mir – aufgrund der äußerst gelungen zu nennenden Transformation – im Gedächtnis gebliebenen Cover des Guns’n’Roses Klassikers Paradise City, einen Querschnitt aus ihrem musikalischen Schaffen präsentierte. Musik, die man genau so definieren kann, wie das Motto ihrer Konzert-Tour: Swing! Swing! Swing! In Reinform und mit allen damit sofort einhergehenden Konsequenzen für das Publikum. Mitwippen, mitschnipsen, los(gelöst) tanzen.

Marina & The Kats aus Wien überrumpeln ihre Zuhörerschaft auf eine charmante Art und Weise. Insbesondere die Chefin Marina Zettl kokettiert in einem fein nuancierten österreichischen Dialekt mit der lauschenden Menge und nimmt diese damit von Anfang an gefangen. Der treibende Jazzbeat tut dann sein Übriges, um die Atmosphäre im Objekt 5 in ein vergangenes Zeitalter zu katapultieren. Man meint den Hauch der 1930er/40er Jahre im Raum zu spüren. Man erahnt förmlich den zigarren- und champagnergetränkten Duft in der Luft. „The smallest Bigband on earth“ – wie sie sich selbst nennen – fasziniert mit Klängen, die nur so vor Laissez-faire strotzen und dabei immer energisch voranschreiten.

Diese Energie nehmen die Sängerin und ihre Zwei-Mann-Bigband bestehend aus Thomas Mauerhofer (an der Gitarre) und Peter Schönbauer (am Bass) auch mit in den zweiten Teil des Abends. Nicht ohne in einem ironischen Kommentar auf das karge Snackangebot an der Bar hinzuweisen, das aus Wiener im Brötchen bestand. Ein Schelm, der dabei Böses denkt. Marina & The Kats mögen vielleicht small erscheinen, sind aber in ihrem musikalischen Metier groß genug, um live wild aufzutreten. So wild, wie man das vom Swing eben erwartet. Darauf ein Wiener im Brötchen. Oder auch zwei. Oder drei…

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