Die 5 BESTEN am DONNERSTAG #33

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Es ist wieder so weit. Oscarzeit. Passend zu diesem jedes Jahr aufs Neue brisanten und diskussionswürdigen Thema gibt uns Gorana von der Ergothek die Gelegenheit zurückzublicken. Zu den bisherigen Oscargewinnern der Kategorie ‚Bester Film‘ seit Anbeginn der Zeit. Oder so ähnlich. Für mich ist dabei verblüffend, welche Filme in manchen Jahren gerade nicht gewonnen haben, obwohl ich den einen oder anderen um einiges besser finde. Ich befürchte, das mir das auch dieses Jahr so gehen wird, lasse mich aber gern überraschen. Und ihr dürft jetzt über meine besten fünf auserwählten Filme überrascht sein.

Die 5 besten oscargekrönten Filme in der Kategorie „Bester Film“

Rebecca (1941) -> Hitchcock kann’s halt.

One flew over the cuckoo’s nest (1976) -> Nicholson spielt verrückt.

The Deer Hunter (1979) -> DeNiro dreht durch.

Forrest Gump (1995) -> Hanks läuft und läuft und läuft.

The Artist (2012) -> Hazanavicius schwelgt in der (guten) alten Zeit.

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#52FilmsByWomen: Wild von Nicolette Krebitz

Irgendwann im Leben einer Schauspielerin kommt wahrscheinlich der Moment, wo man vielleicht ernsthaft darüber nachdenkt die Perspektive zu wechseln. Den Platz vor der Kamera im Scheinwerferlicht tauscht gegen den etwas versteckteren dunklen Platz dahinter. Auf dem Regiestuhl. Nur wenige Schauspielerinnen wagen dann auch diesen Sprung. Eine, aber beileibe nicht die letzte in dieser kleinen, aber feinen Aktion vorgestellte Regisseurin, ist diesen Weg gegangen und legte im zurückliegenden Jahr 2016 ein wirklich sehenswertes Debüt als Frau hinter der Kamera (und zusätzlich als Drehbuchautorin) vor: Ex-Bandits-Mitglied Nicolette Krebitz mit ihrem Werk Wild. Näher besprochen an dieser Stelle

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Diese Rezension erscheint im Rahmen der Aktion #52FilmsByWomen, das sich den Regisseurinnen widmet. Mehr dazu unter http://womeninfilm.org/52-films/.

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Das Lied zum Sonntag

Werte Gemeinde,

erobern kann man sehr viele Dinge. Den ersten Platz vor der Bühne. Die freie Wohnung im Schloss Bellevue. Ein unentdecktes Land (selbst wenn dafür ein Schiff über einen Berg muss). Nicht zuletzt die große weite Welt. Als Reisender, als Suchender, als Wanderer, als Findender. Und natürlich kann man das eine – das ganz besondere – erobern: das Herz der oder des Liebsten.

Aber das Erobern erscheint leicht im Angesicht des viel schwierigeren Parts:

Das Bewahren.

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Die 5 BESTEN am DONNERSTAG #32

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Da habe ich doch letztens zwei Fragezeichen beantwortet und in der ersten Frage auf Anfänge von Texten und deren Einfluss auf mein weiteres Lesen philosophiert und schon kommt Gorana in den besten Fünf auf das Thema Lieblingsbücher, bei denen meine Auswahl der fünf Exemplare auch aufgrund der interessanten Anfänge vonstatten ging. Deshalb hier jetzt ohne Umschweife fünf Bücher mit tollen ersten (Ab)Sätzen, denen viele weitere noch tollere (Ab)Sätze folgen.

Meine 5 Lieblingsbücher

High Fidelity von Nick Hornby:

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Der Herr der Ringe von J.R.R.Tolkien:

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Brave New World von Aldous Huxley:

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The Hitchhikers Guide to the Galaxy von Douglas Adams:

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Die Entdeckung des Himmels von Harry Mulisch:

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Das jeweilige Ende müsst ihr dann aber Wohl oder Übel selbst lesen…

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#52FilmsByWomen: Suffragette von Sarah Gavron

Historische Ereignisse im Film zu verarbeiten kann zumeist auf zweierlei Art erfolgen. Zum einen in Form einer Erzählung der wichtigsten Stationen des geschichtsträchtigen Umbruchs aus der Sicht der entscheidenen Akteure an den Hebeln der Macht. Zum anderen durch die Augen eines beteiligten, aber nicht führenden Repräsentanten dieses in die Annalen eingegangenen historischen Ereignisses. Suffragette geht den zweiten Weg und das war – um es vorweg zu nehmen – eine kluge Entscheidung der Regisseurin Sarah Gavron.

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Jeder Mensch hat eine Wahl.

Die Geschichte der Suffragetten-Bewegung in Großbritannien Anfang des 20. Jahrhunderts, dessen Kernpunkt die Erlangung des Wahlrechts für Frauen beinhaltete, ist eines diesen kleinen, abseitigen Umbrüche, die sich nicht sehr großer Bekanntheit erfreuen, sofern man nicht zwingend in jenem Land geboren ist (und im besten Fall auch noch dem weiblichen Geschlecht angehört) – doch wahrscheinlich selbst dort nur marginal. Aber gerade diese Geschichten sind es, die filmisch immer wieder zu interessanten Genrevertretern führen. Dabei erzählt Suffragette klassisch und chronologisch, konzentriert sich aber auf nur eine kurze Periode der Gesamtbewegung, ohne dabei wichtige Eckpunkte zu vergessen. So lernt unsere Protagonistin Maud Watts (die oben erwähnte Repräsentantin) nicht nur die Führerin der Bewegung kennen, sondern ist passiv oder sogar aktiv an einigen der geplanten (und beileibe nicht ungefährlichen) Aktionen beteiligt, deren Konsequenzen sie ebenso mitzutragen hat. Konsequenzen, die Maud nicht nur physisch an die Grenzen gehen, sondern vor allem auch psychisch mit herben Verlusten kämpfen lässt. Carey Mulligan ringt der Figur Maud Watts alle Facetten ab. Von der zu Beginn unterwürfigen Ehefrau, Arbeiterin und Mutter bis zur Wandlung zur rebellischen, aufmüpfigen Revolutionärin. Das ist solide gespielt ohne jedoch überragend hervorzustechen, man ist geneigt zu sagen: Wie es sich für einen Mitläufer in der Bewegung geziemt.

Denn in Suffragette glänzen die Nebendarsteller mit bravourösen Leistungen. Insbesondere  Natalie Press als Freundin Emily Davison liefert eine emotionale Achterbahnfahrt ab und bannt den Zuschauer an den Bildschirm. Aber auch Brendan Gleeson als Inspector Steed überzeugt, wenn auch vorrangig mimisch und gestisch. Selbst der kurze, aber umso intensivere Auftritt von Meryl Streep als die Führerin der Bewegung Emmeline Pankhurst versprüht Feuer. Neben der Schauspielerriege gelingt es Sarah Gavron die erzählte Zeit in wunderbar passenden Szenerien einzufangen. Die Bilder sind meist sehr dunkel in Braun- und Grautönen gehalten, liefern dreckige Schauplätze, die nur selten durch helle, farbintensive Kulissen gestört werden. Dafür ist die Geschichte und die Umstände in denen sich alle Akteure bewegen auch zu schwierig und zu gefährlich. Suffragette schafft es durch eine ausbalancierte Geschichte, deren Mittelpunkt die Menschen bilden (und genau um die geht es ja!), eine eigentlich nur historische Randnotiz in den Blickpunkt zu verlagern und den werten Zuschauer zum Nachdenken und über den Film Hinausdenken zu animieren. Stilistisch hält sich Sarah Gavron eng an konservativen Erzählstrukturen, was bei Suffragette aber nicht negativ ins Gewicht fällt. Der Regisseurin ist ein stringentes Werk gelungen, dessen Sichtung für jeden (der die Möglichkeit dazu hat) eine gute Wahl sein wird.

Diese Rezension erscheint im Rahmen der Aktion #52FilmsByWomen, das sich den Regisseurinnen widmet. Mehr dazu unter http://womeninfilm.org/52-films/.

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