Das Lied zum Sonntag

Werte Gemeinde,

es hat uns erreicht. Das Sommerloch. Im Kino laufen nur noch Blockbuster ohne viel Inhalt. Die Blogs rotieren auf minimalem Level. Wir hängen nur noch in der Sonne und schwitzen oder im Büro und frieren, weil irgendjemand die Klimaanlage zu hoch eingestellt hat. Und in der Politik reden sie von bilateralen Beziehungen auf Grundlage von Pandas.

Wird Zeit für Urlaub…

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Die 5 BESTEN am DONNERSTAG #50

Das ich beim heutigen Thema von Goranas fünf Besten mitmache, hat nichts damit zu tun, das ich mich selbst beweihräuchern darf, sondern ist dem Fakt geschuldet, das es die bereits 50. (in Worten: fünfzigste) Runde dieses donnerstäglichen Stelldicheins ist. Und obwohl die Donnerstage zeitlich meist recht knapp bemessen sind, kann ich diesem runden Jubiläum natürlich nicht fernbleiben.

besten-donnerstag_ab-50

Die 5 besten eigenen Blogbeiträge (so far)

1. Meine Hommage an eine der besten Serien aller Zeiten soll gleich zu Beginn genannt werden. Es gibt ja immer noch Menschen dort draussen, die Six Feet Under nicht kennen. Was dringend geändert werden muss. Wer dafür eine Begründung braucht, bitte schön:

https://stepnwolf.wordpress.com/2014/09/22/welcome-to-the-fishers-funeral-home-eine-hommage/

2. Ich schreibe ab und an Konzertberichte, die, wie ich festgestellt habe, im Allgemeinen sehr gern gelesen werden. Vielleicht sollte ich dies noch sehr viel öfter in die Tat umsetzen? Eine meiner liebsten ist der Rückblick auf das Konzert von ZAZ, die damals in Braunschweig Judith Holofernes im Gepäck hatte. Da konnte ich schlecht nein sagen.

https://stepnwolf.wordpress.com/2014/07/20/ein-abend-mit-judith-holofernes-und-zaz/

3. Die Reihe Happy Anniversary ist leider irgendwann mal eingeschlafen. Aber der hier als Ode an einen Film meiner Jugend wird trotzdem ab und an noch angeklickt. Seltsamerweise…

https://stepnwolf.wordpress.com/2014/08/21/happy-anniversary-the-karate-kid-1984/

4. Ich widme mich sporadisch auch mal dem aktuellen Zeitgeschehen. Meist kurz und ein wenig versteckt im Lied zum Sonntag. Doch manchmal müssen die Gedanken raus. So wie damals beim Paris-Anschlag, der uns Europäer ins Herz getroffen hat. Mittlerweile ist das ja (leider) irgendwie schon fast Alltag.

https://stepnwolf.wordpress.com/2015/11/14/paris-sera-toujours-paris/

5. Zum Abschluss einfach nur Musik von einer Insel namens Island. Ein wenig auch schon in Vorfreude auf kommende Woche. Da geht’s nämlich ab nach Berlin und mit dem Flugzeug auf nach Reykjavik. Ich bin gespannt. 🙂

https://stepnwolf.wordpress.com/2016/06/22/island-wird-fussball-europameister/

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#52FilmsByWomen: Wonder Woman von Patty Jenkins

Aktueller war diese wundervolle kleine Aktion hier im Blog noch nie und vor allem roch es nie mehr nach Blockbuster als in diesem Moment. Denn eines lässt sich bereits sagen: die Regisseurinnen dieser Welt finden sich vorwiegend im alternativen bis hin zum Arthouse Kino. Aber ab und an schleicht sich dann doch (man sollte sagen endlich) eine Frau in die dominante Männer-Blockbuster-Kinowelt. Noch dazu ins Superhelden-Franchise. Das Patty Jenkins sich mit Wonder Woman auch noch DIE Superheldin des DC-Universe schnappt, ist dabei nur konsequent. Frauenpower par excellence.

Wonder Woman (2017) Gal Gadot

Pack ma’s an Männer!

Womit wir auch gleich bei der Hauptfigur bleiben, denn Gal Gadot für die Rolle von Diana Prince alias Wonder Woman zu besetzen, war eine sehr gute Entscheidung. Sie passt perfekt als unbeholfen agierende, da unwissende, ‚Sekretärin‘ von Steve Trevor (Chris ‚James T. Kirk‘ Pine wieder als Captain unterwegs und diesem hier sehr ähnlich in seinem ganzen Auftreten). Vor allem aber strahlt sie eine immense Präsenz als Wonder Woman aus: energisch, rigoros, mutig, vorlaut, aber eben auch stets mit einer emotionalen Antriebsfeder versehen, treibt sie alle umstehenden Darsteller an, degradiert sie aber gleichzeitig zu filmischen Beiwerk, deren Aufgabe in auflockernden Aktionen oder komödiantischen Sätzen besteht. Als Stichwortgeber und katalysatorischer Effekt wirkt leider auch Chris Pine. Aber wer soll als Mann neben Wonder Woman schon bestehen können? Eben. Patty Jenkins setzt Ms. Gadot in so ziemlich jeder Szene dominant ins Bild, was die Konzentration auf die Hauptfigur nur noch verstärkt.

Apropos Bild: Die zurückhaltendere, natürlichere Darstellung der Schauplätze (selbst Themyscira ist nicht übertrieben paradiesisch utopisch visualisiert) wirkt beruhigend und setzt sich von der oft vorherrschenden, hektischen visuellen Erzählweise anderer Vertreter des Genres (nicht einmal zwingend DC Universe) positiv ab. So sind die Bilder der Front wie auch die Stadt London Anfang des 20. Jahrhunderts realistisch in Szene gesetzt. Sowieso ist das historische Setting (wenn auch nicht polithistorisch korrekt) gelungen umgesetzt. Patty Jenkins hält auch spielend leicht die Balance zwischen ruhigen Momenten und schnellem Kampfspektakel. Sie verwendet in den Kampfszenen die von Regisseur Zack Snyder so geliebte Stop- und Slowmotion-Technik, die den Comiceffekt verstärkt, überstrapaziert es jedoch nicht. Die Bilderwelten sind reizvoll, kontrastierende Elemente werden klassisch eingewoben (helle, leuchtende Farben auf Themyscira versus eine dunkle, mattgraue silhouettenhafte Inszenierung des Krieges). Gut und böse sind visuell fixiert, wie sich das für einen Superheldenfilm gehört.

Doch wo Licht ist, ist auch Schatten. Und der Schatten ist die musikalische Komponente. Vorweg: das Wonder Woman-Theme macht Spaß (und Sia im Abspann!). Der Rest ist mir zu akustisch gedrungen voluminös. Sowohl in den Actionmomenten (mit einer übertrieben lauten Instrumentierung) als auch in den ruhigen, insbesondere romantischen (ja, die gibt es tatsächlich!) Augenblicken (mit einer megaschmalzigen melodischen Schmonzettenhaftigkeit). Ein dezenterer Score hätte den realistischeren Settings noch mehr Tiefe verliehen. Tiefe hätte – wie eigentlich immer in den Superhelden-Filmadaptionen – auch der Antagonist von Wonder Woman vertragen können. Blasse Gegenspieler scheinen generell ein Manko dieses Genres zu sein. Mir fällt von allen Comic-Verfilmungen nur der Joker der Nolan-Batman Reihe als ein würdiger Antagonist ein. Die Geschichte an sich orientiert sich an der typischen Origin-Story, geht aber sehr schnell in medias res und lässt die Hauptfigur in der eigentlichen Action lernen und charakterlich gedeihen. Das liegt höchstwahrscheinlich in der ’straight forward and don’t look back‘-Manier Wonder Womans begründet und macht sie dadurch sogar noch ein Stück weit sympathischer.

Alles in allem ist Patty Jenkins mit Wonder Woman eine (schön das man das noch einmal sagen darf) würdige Filmadaption DER Superheldin des DC-Universe gelungen, die mit visuell anspruchsvollen Settings brilliert und eine alle dominierende Hauptfigur etabliert. Da können die wenigen skizzierten Mängel nur ein paar kleine Kratzer auf dem Schild von Wonder Woman hinterlassen. Mehr Regisseurinnen im Blockbusterkino ist nun durchaus eine Option, die näher ins Auge gefasst werden darf.

Diese Rezension erscheint im Rahmen der Aktion #52FilmsByWomen, das sich den Regisseurinnen widmet. Mehr dazu unter http://womeninfilm.org/52-films/.

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Das Lied zum Sonntag

Werte Gemeinde,

hier könnte jetzt etwas polithistorisch Gehaltvolles stehen. Über einen großen Europäer. Einen großen deutschen Politiker und einen Menschen, der wie alle Menschen auch seine Fehler und Verfehlungen im Leben hat(te). Und es könnte hier jetzt auch ein großes Dankeschön stehen. Für die Entschlossenheit, für den Mut und für den Willen das zu meinen Lebzeiten bisher historisch relevanteste Ereignis in die Tat umzusetzen: die Deutsche Einheit.

Da dieser Sonntag – dem Namen gerecht werdend – jedoch ein so sonniger Tag war und ich deshalb einfach nur faul dahinvegetiert bin, fällt mir nichts intelligentes ein. Darum einfach nur

vielen Dank, Einheitskanzler.

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Kurz und knackig: Die Flimmerkiste Juni Teil 1

思い出のマーニー – Erinnerungen an Marnie (2014)

Miss Booleana weist ja gerne mal auf die Filme des japanischen Ghibli Studios hin, weshalb ich mir dann doch mal ein zur Verfügung stehendes Werk genehmigte. Erinnerungen an Marnie erinnerte mich erst einmal an einen Hitchcock – Film. Wenngleich die Geschichte damit wenig zu tun hat, ist die mysteriöse Art der Erzählung durchaus an Hitchcock angelehnt, trotz der minderjährigen Protagonistin. Faszinierend finde ich die Sogwirkung, die der Film erzeugt. Nicht mal zuvorderst aufgrund der visuellen Umsetzung, sondern tatsächlich aufgrund der Handlung und der Art, diese voranzutreiben. Man vergisst sehr schnell, das man einen animierten Film schaut und konzentriert sich zunehmend auf die voranschreitende Aufklärung der aufgeworfenen Geheimnisse. Narrativ definitiv gelungen.

Star Wars: The Force awakens (2015)

Unser täglich Star Wars gib uns heute. Dieser erneute Rewatch führt bei mir zu einer neuen Erkenntnis: Ich kann mich jetzt tatsächlich mit Kylo Ren als Antagonist anfreunden. Es brauchte also seine Zeit ihn zu entdecken. Ansonsten alles beim Alten: Ich mag diesen mit Zitaten an die alte Saga vollgepackten Film. Ich mag Rey als Protagonistin. Und ich halte den Abgang von Han Solo noch immer für nicht Han Solo-würdig. Aber wer Star Wars kennt, weiß ja: Begib dich nie auf ungesicherte Geländer, es könnte sonst zu argen Verletzungen führen.

Er ist wieder da (2015)

Ich hatte so meine Bedenken, was die Adaption des durchaus gelungenen Buches von Timur Vermes betrifft, musste mich nach der Sichtung aber eines besseren belehren lassen. Die dokumentarischen Szenen sind bruchlos in die fiktionale Geschichte eingewoben. Oliver Masucci als Adolf Hitler sieht dem Original erschreckend ähnlich und hat sich gut an dessen Gestik, Mimik und Sprache orientiert. Er ist wieder da hätte leicht in die Klamaukschiene abdriften können. Das Buch bietet dafür genügend Ansätze. Regisseur David Wnendt hält aber die Balance und verarbeitet insbesondere die Medienkritik des literarischen Werkes, inklusive einer klassischen Moral von der Geschicht- Attitüde. Einer bitter-bösen noch dazu.

Der geilste Tag (2016)

Es gibt Momente im Film, da blitzt das Talent für intelligente Dialoge und anspruchsvolle Szenen auf. Momente, in denen Der geilste Tag mehr ist als nur ein Roadtrip ans Ende der Welt mit slapstickartigen Verwicklungen und (natürlich!) der obligatorischen ‚Schweighöfer zeigt nackten Arsch‘ – Stelle. Momente mit Tiefgang, die zum Nachdenken anregen. In diesen Momenten will man Regisseur und Co-Star Florian David Fitz zurufen ‚Ja, weiter so!‘ In allen anderen wendet man sich kopfschüttelnd ab.

Independence Day: Resurgence (2016)

Was ein Krampf! Hier funktionieren weder die witzigen Dialoge, noch die pathetischen Ansprachen so gut, wie im Original. Vielleicht gerade weil man ihnen diese gewollte Reminiszenz an ID4 in jeder Sekunde ansieht. Und der Zitate-Irrsinn geht ja auf der visuellen Ebene weiter, nur alles um einiges größer und zerstörungswütiger. Schön, das die CGI-Technik auch noch mal einen zwanzigjährigen Quantensprung gemacht hat. Da lohnt es sich endlich die ganze Erde zu verwüsten, nicht nur das poplige White House. Diese Wiederkehr hätte sich Roland Emmerich gern sparen können.

Im Kino um die Ecke oder auch um eine Ecke mehr begegnete mir ein Alien oder auch eins mehr…

Alien: Covenant (2017)

Apropos Wiederkehr. Die Aliens sind zurück. Und das, obwohl sie für diesen Film überflüssig gewesen wären. Denn Alien: Covenant ist eines auf jeden Fall überhaupt nicht: ein Horrorfilm. Hier herrschen vorrangig die SciFi – Elemente vor, durchzogen von einzelnen kleinen philosophischen Abhandlungen über die Dominanz des Menschen und dessen Wertigkeit im kosmischen Gefüge. Das bisschen blutiger Splatter kann vernachlässigt werden und bedurfte keines Xenomorphs und sonstiger Artgenossen. Für Fans des Originalfilms ist dieses Werk eine Enttäuschung und das Wort Alien im Filmtitel nicht wert.

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