Die 10 besten Songs in Film und Serie

Die Stöckchen fliegen gerade mal wieder wild durch die Blogosphäre und es ist schwer ihnen zu entkommen. Sofern man dies denn in Betracht ziehen möchte. Ich mag derlei Bewerfungen ja immer sehr gern. Bei diesem vom werten Bullion gehandreichten Stöckchen geht es um ein Thema, das in fast jedem Film und jeder Serie eine große und wichtige Rolle spielt: die Musik zu bestimmten Szenen. An anderer Stelle habe ich schon einmal zehn solcher Momente festgehalten. Da damals natürlich eine Menge mehr zur Auswahl standen, die dann nicht den Weg unter die letzten Zehn schafften, kommt mir diese zweite Chance durchaus gelegen. Außerdem hat dies den Vorteil das Stöckchen relativ zeitnah beantworten zu können. Was mir mit den zwei anderen zum Thema Literatur (Gorana und Schlopsi, ich habe es nicht vergessen, keine bange) nicht so leicht gelingt.

Lange Rede, wenig Sinn. Hier sind meine Top 10 der besten Songs in Film und Serie. Ohne bestimmte Wertung und in der Gewissheit, das da noch immer einige mehr in der Hinterhand sind.

(1) The Million Dollar Hotel

Die Opening Scene ist typisch für einen Wenders Film der Amerika-Reihe. Ich hätte an dieser Stelle auch den Beginn von „Land of Plenty“ wählen können. Aber die Tom Tom Ouvertüre untermalt mit diesem U2 Song ist noch einen Tick besser. Ausserdem ist die Erzählung von Tom Tom und Eloise im filmischen Kosmos eine der besten (und auch tragischsten) Liebesgeschichten ever. Deshalb muss man allen, die „The Million Dollar Hotel“ noch immer nicht kennen, bei jeder Gelegenheit den Film näher bringen. Ist dann hiermit getan.

(2) Sons of Anarchy (Caution: Spoiler!!!)

In Season 5, Episode 4 nimmt SAMCRO und insbesondere Protagonist Jax Abschied von seinem besten und ältesten Freund Opie, der sich für ihn opferte, um das Überleben des MC zu sichern. Beerdigungen gab es auch in einigen Folgen der voran gegangenen Staffeln. Aber keine ist so emotional wie diese (vor allem im Wissen um die gesamte Vorgeschichte). Nicht zuletzt ist diese Erzähltechnik ein häufig eingesetztes Mittel in „Sons of Anarchy“ und die musikalische Untermalung ist jedes Mal perfekt abgestimmt. Der beeindruckende Serien-Soundtrack sei hiermit auch allen empfohlen.

(3) Garden State

Nachdem ich jetzt endlich auch „Wish I was here“ gesehen habe, muss ich unumwunden zugestehen, das „Garden State“ der bessere Zach Braff ist. Wohltemporierter, mit höherem Feelgood Charakter. Und diese Szene im Regen, wo sich die Protagonisten in einem befreienden Schrei so richtig lebendig und im Hier und Jetzt zeigen, hat sich in mein filmisches Gedächtnis gebrannt. Natürlich passt Simon & Garfunkels Song „The only living boy in New York“ hier großartig in die geschaffene Atmosphäre. Aber diese Kombination aus Bildern und Musik kriegt Mr. Braff ja im kompletten Film gut hin.

(4) Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo

David Bowie durchzieht ja den gesamten Film (inklusive Auftritt). Diese Szene der nächtlichen Jagd durch das kalte, dunkle Berlin spielt relativ früh im Film. Christiane ist noch frei und unbekümmert und gerade in der ‚ich bin total in ihn verschossen‘-Phase. „Heroes“ ist deshalb für die textliche Unterstützung des Lebensgefühls, der unbändigen Freiheit, der Jugend die richtige Wahl. Außerdem gibt es bestimmte Lieder, die einfach dazu prädestiniert sind im Film eingesetzt zu werden, denn der gleiche Song ist auch hier passend verwandt wurden.

(5) Trainspotting

Von einem Drogenfilm zum nächsten. In „Trainspotting“ sind die erinnerungsträchtigen Szenen mehrfach vorhanden. Meine Lieblingsszene ist aber immer noch die von Lou Reeds „Perfect Day“ stimmig definierte ‚im Drogenrausch versinken‘-Szene. Diese Dissonanz zwischen Text und Bildern lässt es gleich noch einmal ein Stück weit intensiver wirken. Just a perfect scene.

(6) Six Feet Under

Season 4, Episode 3 ist im „Six Feet Under“ Universum eine der (häufiger vorkommenden) ‚lasst uns alte Zöpfe abschneiden und etwas Neues beginnen‘ Folgen. Hier wird dieses Gefühl durch das Verbrennen alter persönlicher Gegenstände (mit hohem emotionalen Wert) sogar bildlich festgehalten. Radioheads „Lucky“ mit der passenden Textstelle „I’m on a roll, I’m on a roll this time. I feel my luck could change.“ unterstreicht dieses erzeugte Gefühl passend. Aber hey, Claire hat sowieso einen großartigen Musikgeschmack.

(7) Grey’s Anatomy (Caution: Spoiler!!!)

Bleiben wir im Seriengenre und wenden uns „Grey’s Anatomy“ zu. Noch immer ein gelungenes Beispiel, was den musikalischen Einsatz in Schlüsselszenen betrifft. Insbesondere die ersten (und besten Staffeln) haben bei mir memorable moments erzeugt. Season 2 hat zwei der großartigsten erzählerischen Episoden zu bieten. Erst die berühmt-berüchtigte Bombenszene und dann natürlich das alles überragende Staffelfinale. Spätestens als Izzy aus der Serie ausschied, wurde „Grey’s Anatomy“ auch inhaltlich schlechter. Die Songauswahl ist aber noch immer erwähnenswert.

PS: Die bekanntesten Lieder wurden in der wunderbaren Musicalfolge dann noch einmal allen Serienfans ins Gedächtnis zurück gerufen. Auch die beiden gerade erwähnten, interpretiert zum einen von Lexie Grey und zum anderen von vor allem Callie (Sara Ramirez hat eine tolle Stimme).

(8) Presenting Lily Mars

Apropos tolle Stimme: Judy Garland! Und damit habe ich dann auch einen Klassiker in dieser Liste untergebracht. Bekannt ist sie der Mehrheit wohl aus „The Wizard of Oz“ (das Original) und da dann vor allem mit dem wundervollen „Somewhere over the rainbow“. Aber Ms. Garland hat ja in ihrem leider sehr kurzen Leben auch eine Menge Musicalfilme gedreht. Seichte Unterhaltung in Zeiten des Krieges. Aber die sind alle sehr kurzweilig (im positiven Sinne) und begeisternd. Stellvertretend für viele ihrer Filme hier eine meiner Lieblingsszenen. Judy Garland ist hier so locker-flockig, ungemein ironisch-unterhaltsam und dabei so bezaubernd-natürlich.

(9) Forrest Gump

Bezaubernd-natürlich ist der Protagonist Forrest Gump auch. Andere würden sagen naiv. Der gesamte Soundtrack hat es ja damals auch in meine Top 10 geschafft. Zu recht. Denn es sind ein paar musikalische Perlen darunter, die sich in jeder Musikbibliothek ausserordentlich gut machen würden. Erinnerungswürdig, insbesondere aufgrund des Liedes, ist die (versuchte) Suizidszene von Jenny. Lynyrd Skynyrds „Freebird“ kann man ohnehin als ein Meisterwerk bezeichnen (was für ein geniales Gitarrensolo). Und der Text bietet sich natürlich gut für diverseste Filmszenen an, weil er so offen interpretationsfähig ist.

(10) Californication (Caution: Spoiler!!!)

Zum Beispiel auch für diese Szene, wo das Lied in einen komplett anderen Kontext gesetzt wird, der aber ebensogut passt. In Season 2, Episode 4 wird sich Hank Moody klar, das der Versuch Familienmensch und Vater zu sein, sich nicht so recht mit seinem eigentlichen Lebensstil vereinbaren lässt. Er ist halt doch eher „free as a bird“, was visuell durch den Ausbruch und Aufbruch umgesetzt wird.

Das waren sie dann auch schon, die (zweiten) Top 10 (diesmal mit ausführlicheren Infos) der besten Songs in Film und Serie. Danke an Bullion für das Zuwerfen des Stöckchens. In alter (eigener) Tradition werfe ich nicht weiter, sondern lasse jeden (free as a bird) selbst entscheiden, ob er sich auch an diesem musikalischen Fest beteiligen möchte. Gehabt euch wohl!

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14 Antworten zu Die 10 besten Songs in Film und Serie

  1. Schlopsi schreibt:

    Judy Garland war durch und durch bezaubernd. Auch ein wunderschöner Song.
    Stimmt, als in „Greys Anatomy“ Chasing Cars nochmal aufgegriffen wurde, war das etwas, das durch Mark und Bein ging. Schöne Auswahl!

  2. Miss Booleana schreibt:

    Schöne Auswahl! 😀
    Stimmt, habe bisher immer dem Zusammenschluss der Krankenhäuser die Schuld gegeben und gesagt, dass ab dem Punkt Greys Anatomy schlechter wurde bzw. ’schlecht‘ wurde. Aber Izzys Ausstieg passt – zumindest um den Punkt zu markieren. Habe allerdings auch den Eindruck, dass es für Katherine Heigl keine super Entscheidung war. Ihre Filme fand ich seitdem doch eher schlecht.

    • Stepnwolf schreibt:

      Ja, kann man so sagen. Ihre Filme waren irgendwie alle zu weichgespült-schnulzig. Typischer Liebeskomödienkram. Aber bereut hat sie den Ausstieg wahrscheinlich nicht, sonst hätte man sie bestimmt wieder reinschreiben können. Sie ist ja immerhin eine der wenigen, die nicht aufgrund von Tod aus der Serie ausstieg.

  3. olivesunshine91 schreibt:

    Ah, danke, dass du Grey’s Anatomy mit reingebracht hast – das ist bei mir knapp vorbeigerutscht. Aber du hast Recht, besonders die Musicalfolge hat es in sich. Callie hat solch eine wunderbare Stimme ❤

    Und ich frage mich, warum ich Six Feet Under noch immer nicht angefangen habe. Danke fürs Erinnern 😉

  4. bullion schreibt:

    Danke fürs Mitmachen. Sehr schön gewählt! 🙂

    Speziell „Garden State“, „Trainspotting“ und „Six Feet Under“ hätten eigentlich auch bei mir erwähnt werden müssen. Umso besser, dass du nun daran gedacht hast. „Christiane F.“ ist wieder so eine filmische Lücke – und den „Sons of Anarchy“-Clip habe ich aufgrund der Spoiler erst einmal übersprungen. Ist ja auch noch so eine Serie, die auf ihre Sichtung wartet…

    • Stepnwolf schreibt:

      Hast du gut gemacht. Die Szene aus SoA wird dir dann, wenn du bei deiner Sichtung mal da ankommst, sicher nachhaltig in Erinnerung bleiben. So viel sei gesagt. „Christiane F.“ ist auch keine leichte Kost. Da muss man Muse für haben und Aufmerksamkeit. Ist aber auf jeden Fall ein sehr empfehlenswerter Film.

  5. friedlvongrimm schreibt:

    Ich frage mich, wie viele Artikel wir noch mit „Six Feet Under“ füllen müssen, bis endlich alle diese Serie gesehen haben.^^

    Und jetzt ein Geständnis: Ich habe noch nie eine Folge „Greys Anatomy“ gesehen.

  6. Pingback: Media Monday #199 | Weltall. Erde. Mensch…und Ich.

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